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Sport-Asse im Portrait

Kraftpakete rasen durch den Eiskanal

Salzburger Bob-Anschieber greift bei Heim-Weltcup an

Wegen hartnäckiger Verletzungen eines Teamkollegens treten Markus Glück und Co im Vierer-Bob im heurigen Winter noch auf der Stelle. Das soll sich aber morgen mit dem Heim-Weltcup in Innsbruck ändern, erklärt das Salzburger Sport-Ass. In unserer wöchentlichen Serie spricht das 29-jährige Kraftpaket über die Besonderheiten beim Bobanschieben, stimmende Teamchemie und Träume von den Olympischen Spielen 2022.

Der gebürtige Oberösterreicher und Wahl-Salzburger fährt mit Pilot Markus Treichl sowohl im Zweier-, als auch Vierer-Bob. Der Beginn eines jeden Rennens sei für den Heeressportler immer gleich: "Du bist bereit und im Tunnel, brennst auf den Start und dann heißt es volle Kraft voraus", erklärt Bobanschieber Glück im SALZBURG24-Gespräch. Die automatisierten Abläufe aus Hunderten von Trainings laufen im Kopf ab. "Das Team muss perfekt eingespielt sein", merkt der 29-Jährige an. Das Ergebnis sei dann "einfach spektakulär und es sieht doch super aus, wenn sich vier Athleten in Höchstgeschwindigkeit in diese kleine Schüssel zwängen."

Jede Menge Athletik und ganz viel Kraft

Die große Schwierigkeit für die Anschieber sei es, bei Vollgas im perfekten Timing in den Bob einzusteigen. "Ich würde es auch gern mal mit dem Lenken probieren", lacht Glück, der seit Kurzem mit dem Salzburger Karate-Star Alisa Buchinger liiert ist.

Sportlerportrait, Markus Glück, Bob, Viesturs Lacis / IBSF
Ein schneller Start entscheidet beim Bobfahren über den Sieg.

Nach der Teilnahme bei den Olympischen Winterspielen 2018 kam es zu einem Umbruch im Vierer-Bob "Österreich II", Sebastian Mitterer und Kristian Huber ergänzten das Team um Glück und Treichl. "Mit ihnen haben wir viel Athletik dazubekommen", schwärmt der ehemalige Staatsmeister im Kraftdreikampf. Das neu formierte Team sei "rasch gut zusammengewachsen, die Chemie hat von Beginn an gepasst."

Glück und Co träumen von Olympia

Kurzfristiges Ziel des Teams ist jedenfalls ein Top-6-Ergebnis im Weltcup. "Das wäre der nächste Schritt." Längerfristig träumen die vier Modellathleten von den Olympischen Winterspielen 2022 in China. Und dafür investiert das Quartett einiges. Neben der Kraft spielen koordinative und konditionelle Faktoren beim Bobfahren eine elementare Rolle. Der studierte Sportwissenschafter war im letzten Sommer und Herbst unzählige Stunden mit Trainer Sascha Kratky im Olympiazentrum Salzburg-Rif (Tennengau) und verbrachte die Zeit vor allem mit Schnellkraft-, Lauf- und Sprungtraining. "Die Bedingungen sind perfekt, ich könnte es mir nicht besser vorstellen", betont der Heeressportler.

Bobfahrer sind "eingespieltes Team"

Gemeinsam haben Glück und Co im Europa-Cup erste Top-Platzierungen eingefahren, weshalb das Team folgerichtig in den Weltcup aufstieg. Im Konzert der Großen musste man sich erstmal dem höheren Niveau annähern, zum Ende der vergangenen Saison sprangen dann schon Top-10-Ergebnisse in der Bob-Eliteliga raus. Die erste gemeinsame Saison konnte auf einem respektablen 9. Platz beendet werden.

Markus Glück, Bob APA/EXPA/JOHANN GRODER
Glück startet im zweiten Bob-Team Österreichs.

"Mittlerweile sind wir ein eingespieltes Team, das macht die Verletzung unseres Piloten doppelt bitter", sagt Glück. Pilot Treichl hatte bereits im letzten Sommer mit Beschwerden zu kämpfen und eine Woche vor dem Weltcup-Start kam noch eine Bänderverletzung im Fuß dazu. In den Zweier-Bob-Rennen landeten Treichl und Glück deswegen chancenlos am Ende des Feldes.

Heim-Weltcup steigt in Innsbruck

Ein Lichtblick war der anschließende Start im Vierer-Bob in Lake Placid (USA), bei dem das Team Mitte Dezember auf Platz 9 landete. Doch kurz darauf verletzte sich Treichl ausgerechnet am anderen Fuß – Diagnose Mittelfußknochenbruch. "Dann war nicht mehr viel zu holen, denn der Pilot ist nicht zu ersetzen", gibt der Heeressportler an. Also entschied man sich, die beiden folgenden Weltcup-Stopps auszulassen, um nun an diesem Wochenende in Innsbruck-Igls anzugreifen. "Das ist für uns eigentlich ein Saison-Neustart. Wir wollen wieder ins Rollen kommen, um bei der WM Ende Februar in Altenberg (Deutschland, Anm.) unser volles Leistungsniveau zeigen zu können."

Sportlerportrait, Bob, Markus Glück Viesturs Lacis / IBS
Der Heim-Weltcup der österreichischen Bobfahrer findet an diesem Wochenende in Innsbruck statt.

Doch Treichls Verletzung ist noch immer nicht komplett ausgeheilt, beim Heim-Weltcup in Innsbruck dürfte also kein Überraschungserfolg im Vierer-Bob zu erwarten sein. Die seit Oktober laufende Saison endet im März. Es bleibt also noch genügend Zeit, um sich mit vollen Kräften mit der internationalen Konkurrenz zu messen.

(Quelle: SALZBURG24)

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