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Salzburgs Sport-Asse

Jakob Herrmann: "Ich war sofort angefixt"

Große Leidenschaft Skibergsteigen

Jakob Herrmann ist Österreichs Aushängeschild im Skibergsteigen. Vor der am heutigen Freitag startenden Weltcup-Saison haben wir mit dem Salzburger Sport-Ass über grenzenlose Freiheit in den Bergen, seinen Beruf als Lehrer und das große Hobby Kuchenbacken gesprochen.

Werfenweng

Sommer und Herbst waren lang. Längst juckt es Jakob Herrmann in den Fingern. Zwar hat der 32 Jahre alte Werfenwenger schon viele Höhenmeter beim Training auf den Bergen im Pongau abgespult, einen Wettkampf kann das aber nicht ersetzen. "Meine Stärke sind die langen Rennen", erklärt der professionelle Skitourengeher gegenüber SALZBURG24. "Mit der Gondel den Berg hoch und auf Skiern runterfahren hat mich nie interessiert. Das ist mir zu langweilig."

Faszination Skibergsteigen

"Ruhe, Grenzenlosigkeit und Natur" – so beschreibt Herrmann die Faszination beim Skibergsteigen. Als er im letzten Frühjahr zu einem Zwei-Tage-Rennen zu den Fjorden Norwegens eingeladen wurde, habe das eine ganz neue Dimension bekommen: "Die absolute Stille und taghellen Nächte waren einzigartig", erzählt er mit strahlenden Augen beim Beschreiben der "irrsinnig schönen Landschaft". Man sei eins mit sich selbst und der Natur.

Begonnen hat es auf Salzburgs Bergen

Angefangen hat alles vor fast 20 Jahren. "Meine erste Skitour habe ich im Alter von zwölf Jahren gemeinsam mit meinen Eltern gemacht", erinnert sich der 32-Jährige. "Zu Silvester waren wir bei Vollmond auf dem Hausberg. Das war einfach perfekt und ich sofort angefixt." Das erste Rennen bestritt Herrmann sieben Jahre später bei der Mountain Attack in Saalbach (Pinzgau). Es ging immer weiter, das Niveau stieg stetig. Seit 2010 ist Herrmann fester Bestandteil des Nationalteams.

Wegen seines Lehramtsstudiums musste der Pongauer früher beim Training oft zurückstecken, um sich auf die Ausbildung zu konzentrieren. "In den letzten fünf Jahren geht’s aber steil bergauf", freut sich Herrmann. Ein weiterer Schritt zur Professionalisierung war der Beitritt zum Heeressport. Um sich voll auf das Skibergsteigen zu konzentrieren, musste der Ausdauersportler den Lehrerjob an der NMS Bad Vigaun zumindest vorerst an den Nagel hängen: "Ich kann mich damit voll identifizieren und es geht mir ab, dass ich gerade nicht mit Kindern arbeiten kann." Nach seiner sportlichen Karriere will der Pongauer auch wieder im Klassenzimmer stehen. "Mich hat die Schule immer geerdet."

Weltcup startet in Frankreich

Bis dahin hat Herrmann aber noch einige sportliche Ziele abzuhaken. Angepeilt sind das Weltcup-Podium und der Sieg bei der Pierra Menta, eines der härtesten Long-Distance-Rennen. Der Startschuss für die neue Saison fällt heute mit dem Weltcup im französischen Aussois. Während die Athleten beim Individual-Rennen eine anspruchsvolle Strecke mit 1.500 Höhenmetern und mehreren Anstiegen erwartet, findet der Sprint am Samstag auf einem Rundkurs statt, der pro Runde etwa 80 Höhenmeter beinhaltet.

Herrmann liebt die Berge

Genug Trainingszeit hat der Heeressportler jedenfalls in den Knochen. Den Sommer verbrachte Herrmann unter anderem mit Skyrunning, also Berglaufen auf sehr anspruchsvollen Trails. "Ich wollte die Zeit abwechslungsreicher gestalten und nicht nur stundenlang am Rad sitzen." Neben seinem größten Hobby "Hike & Fly" (Berglaufen und Gleitschirmfliegen) wird er seit letztem Jahr im Olympiazentrum Salzburg-Rif gefordert. "Das war eine ziemliche Umstellung, weil ich bis dahin nur Ausdauer trainiert habe."

"Das Olympiazentrum ist gewaltig"

Mit Ex-Triathletin Monika Stadlmann als Trainerin kamen Krafttraining und Stabilisierungsübungen dazu. "Das taugt mir ganz gut, mittlerweile dehne ich sogar", lacht Herrmann, der durch die neuen Trainingsreize leistungsfähiger und widerstandsfähiger werden will. "Das Olympiazentrum ist gewaltig", zeigt sich der Weltklasse-Skibergsteiger beeindruckt, der dort gemeinsam mit anderen ÖSV-Stars trainiert: "Es ist einfach eine große Gaudi." Sechs Tage pro Woche macht der 32-Jährige Sport: "Ich sehe es nicht so richtig als Beruf, es macht mir einfach mega viel Spaß", so der Outdoor-Begeisterte.

Ruhetage verbringt Herrmann am liebsten in der Küche. "Dann will ich etwas kochen oder backen, das ich vorher noch nie ausprobiert oder gegessen habe", grinst der Lehrer für Mathe und Ernährung. "Bekannt bin ich für meine klassische Waldviertler Mohntorte: Mohn, Ei, ein bisserl Zucker oder Honig und Backpulver – das ist echt einfach. Auf Trainingslager betteln mich meine Teamkollegen an, es wird immer alles aufgegessen."

(Quelle: SALZBURG24)

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