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Salzburgs Sport-Asse

Kappacher "kann es nicht mehr erwarten"

Furchtloser Skicrosser startet in Weltcup-Saison

Mit seinen zwar noch jungen 25 Jahren gehört Adam Kappacher bereits zu den etablierten Skicrossern Österreichs. Wir haben uns mit dem Olympia-Teilnehmer aus dem Pongau über seinen Arbeitgeber Polizei, stundenlanges Training und Fairness im Sport unterhalten.

Sankt Johann im Pongau

Mit Vollgas duellieren sich vier Skicrosser gleichzeitig auf der schneebedeckten Piste und stürzen sich mit waghalsigen Sprüngen über fordernde Wellen und durch irre Kurven den Berg hinunter. Die beiden Erstplatzierten steigen eine Runde auf, am Ende stehen sich die vier Besten im Finale gegenüber. "Das ist ein Adrenalinkick gepaart mit skifahrerischen Fähigkeiten", beschreibt Adam Kappacher im Gespräch mit SALZBURG24 die Faszination seiner Sportart.

Skicrosser liefern sich "faire Rennen"

"Als Skicrosser muss du ein kompletter Skifahrer sein." Im Rennen "entscheidet ein schneller Start über den weiteren Verlauf", weiß der gebürtige Schwarzacher, der 2015 erstmals im Weltcup an den Start ging. "Die Rennen laufen alle fair ab", erklärt der ÖSV-Athlet. Bei Remplern oder anderen Verstößen gibt es Verwarnungen, zwei gelbe Karten innerhalb eines Rennens bedeuten Rot. Bei schweren Vergehen kann auch sofort disqualifiziert werden. 

Während der Schulzeit in Bad Gastein war Kappacher noch bei den alpinen Skiläufern. Als der Skicross-Zweig eingeführt wurde, war der Ausnahmeathlet dann einer der ersten, die sich für die olympische Sportart entschieden. Und der Pongauer ist dabei geblieben. Heute lebt und trainiert er in St. Johann. Nur den Sommer verbringt der 25-Jährige in Grödig (Flachgau), einen Steinwurf vom Olympiastützpunkt Salzburg-Rif entfernt.

Kappacher trainiert stundenlang

Dank der "Top-Kooperation" mit dem Österreichischen Olympischen Komitee trainieren dort in den Sommermonaten bis zu 40 Athletinnen und Athleten des ÖSV, um sich auf die Wettkämpfe im Winter vorzubereiten. Mit Kappacher sind es derzeit sieben Skicrosser. Schnee-Training findet am Pitztaler Gletscher und auf der Reiteralm statt. Bis zu 40 Wochenstunden schwitzt der 25-Jährige beim knallharten Training. Neben Kraft und Koordination darf die Kondition keinesfalls vernachlässigt werden.

Ausbildung bei Salzburger Polizei

Wenn er nicht beim Training ist oder in der Ausbildung steckt, besucht Kappacher in der Freizeit seine Freundin in Schladming. Dort gilt es die Akkus wieder aufzuladen. Die fünfjährige Ausbildung bei der Polizei "ist zur Hälfte geschafft", grinst der angehende Exekutivbeamte, dem der Mix aus Praxis und Theorie gefällt. Parallelen zum Sport gebe es auch: "Fairness wird beim Skicross groß geschrieben, ein guter Polizist sollte diesen Gedanken ebenso verinnerlichen."

Start in neue Weltcup-Saison steht bevor

Bei seinen ersten Weltmeisterschaften ist Kappacher als Vierter noch ins Team reingerutscht. "Dass ich am Ende in der Sierra Nevada (Spanien, Anm.) auf dem sechsten Platz gelandet bin, war unbeschreiblich schön", erinnert sich der Pongauer. Sein bislang bestes Weltcup-Ergebnis fuhr Kappacher mit Platz vier Anfang des Jahres in Idre ein. Das Rennen in der schwedischen Provinz dürfte ihm liegen, denn "hier fahre ich eigentlich jedes Jahr gut." 

Doch davor ist der Olympia-Teilnehmer von 2018 in Val Thorens (Frankreich) gefordert. In der heute beginnenden Saison will Kappacher konstantere Leistungen einfahren und "locker bleiben". Heuer findet kein Großereignis statt, es zählt also einzig allein der Weltcup. "Jedes Rennen ist ein Highlight."

Kappacher "kann es nicht mehr erwarten"

"Ich kann es nicht mehr erwarten.“ Sechs Rennen warten dann in nur 16 Tagen auf die Skicrosser. "Das Programm ist knallhart, aber da geht auch richtig was weiter“, zeigt sich Kappacher hochmotiviert, der in seiner Freizeit klettern, surfen und kicken geht. Mittendrin – zwischen den Rennen im vorarlbergischen Montafon und Arosa (Schweiz) – feiert Kappacher am 15. Dezember übrigens seinen 26. Geburtstag. Eine erstmalige Podestplatzierung dürfte dem Modell-Athleten sicher ein noch breiteres Grinsen ins Gesicht zaubern.

(Quelle: SALZBURG24)

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