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Shiffrin siegt

Schild in Levi am Stockerl

Kugelverteidigerin Mikaela Shiffrin aus den USA holt sich in Levi den Sieg vor Petra Vlhova aus der Slowakei. Auch die ÖSV-Damen dürfen jubeln: Die Salzburgerin Bernadette Schild wird beim Slalom Dritte.

Top-Favoritin Mikaela Shiffrin hat am Samstag in Levi den ersten Saison-Slalom gewonnen und den 44. Weltcupsieg ihrer Karriere gefeiert. Die 23-jährige US-Amerikanerin setzte sich 0,58 Sekunden vor Vorjahres-Siegerin Petra Vlhova und der Salzburgerin Bernadette Schild (0,79) durch. Schild schaffte als Halbzeit-12. mit Laufbestzeit im zweiten Durchgang noch den Sprung auf das Podest.

Starkes ÖSV-Ergebnis in Levi

Die nach dem ersten Lauf noch vierplatzierte Katharina Gallhuber wurde Siebente. Katharina Liensberger (8.), Katharina Truppe (16.) und Katharina Huber (20.) machten ein aus ÖSV-Sicht mannschaftlich starkes Ergebnis komplett.

"Mr. Gru" für Shiffrin

Mikaela Shiffrin hat ihrer kleinen Rentier-"Herde" am Samstag in Levi ein drittes Tier hinzugefügt. Nach 2013 und 2016 feierte sie ihren dritten Sieg, es war ihr 44. Erfolg im Weltcup sowie der 33. im Slalom. In der Statistik der Läuferinnen mit den meisten Slalomsiegen fehlen Shiffrin als derzeit Dritter damit nur noch ein Erfolg auf die Schweizerin Vreni Schneider (34) und zwei auf ihr großes Vorbild, die Salzburgerin Marlies Schild.

"Es ist natürlich super, so in die Slalom-Saison zu starten. Ein Podest ist immer toll, der Sieg ist natürlich unglaublich", sagte Shiffrin, die ihr drittes Rentier nach der Zeichentrickfigur Mr. Gru taufte. Die zwei zuvor gewonnenen heißen Rudolph und Sven. Wegen des starken Windes im oberen Teile fand das Rennen auf etwas verkürzter Strecke statt, die Gondeln fuhren nicht, die Läuferinnen wurden mit Bussen zum Start gebracht. Die Piste war mit Wasser und Salz behandelt worden, hielt aber erstaunlich gut.

Schild rechnete nicht mit Stockerl

Schild kam damit gut zurecht. Podestchancen hatte sie sich deshalb im Vorfeld nicht ausgerechnet. "Wenn es zu flach ist, ist es zu flach. Es ist so bitter, wenn man da oben fast eine Sekunde verliert. Aber es hat auch gezeigt, dass ich im Steilen nach wie vor sehr schnell bin. Ich war zornig und aufgebracht nach dem ersten Durchgang. Aber nun sehe ich, dass sich das Sommertraining ausgezahlt hat." Für die ÖSV-Damen war es der erste Stockerlplatz in Levi seit Kathrin Zettel 2014 (3.).

Die Halbzeitvierte Gallhuber hatte sich für das Finale vorgenommen, die Ski im Steilen noch mehr laufen zu lassen. "Ich bin ein bisserl heiß, weil ich weiß, dass viel mehr drinnen ist und ich mit zwei soliden Läufen trotzdem nur so wenig hinter dem Podest bin. Darum ärgert es mich ein bisschen", sagte die Olympia-Bronzemedaillengewinnerin. Von Rang 15 auf acht verbesserte sich Katharina Liensberger. "Ich habe von Start an mehr attackiert und mehr die Linie ausgereizt. Ich bin happy, dass der zweite in die Richtung ging, die ich mir vorstelle." Marie-Therese Sporer holte als 26. ihre ersten Weltcup-Punkte, Franziska Gritsch (35.), Hannah Köck (58.) und Michaela Dygruber (Ausfall) verpassten die Qualifikation für den zweiten Durchgang.

Das sagt Schild zum Stockerlplatz:

APA: Was für ein krasser Unterschied vom ersten zum zweiten Durchgang ...

Schild: ... krass ist, dass mir so etwas im ersten Durchgang immer noch passiert. Ich habe versucht, schnell Ski zu fahren. Es war nicht so, dass ich mir gedacht habe, ich habe völlig verbremst. Es waren zwei verschiedene Personen im ersten und zweiten Durchgang. Ich habe im ersten auch mein Bestes probiert, aber ohne die Lockerheit vom zweiten geht einfach im Slalom nichts.

Die Lockerheit kam, weil Sie sich dachten, jetzt ist es eh wurscht?

Eigentlich hat mich die erste Zwischenzeit im ersten Durchgang so immens schockiert, da war ich 60. Da habe ich mir echt gedacht, wie willst du jemals ein Rennen gewinnen, wenn du auf 14 Sekunden, wenn es flach ist, neun Zehntel kriegst? Das wird nichts. So schnell kannst im Steilen nicht Skifahren, dass du das aufholst. Da habe ich mir gedacht, noch langsamer geht eh fast nimmer, schauen wir im zweiten, ob es nicht doch vielleicht ein bisserl schneller geht. Ich habe oben den Rückstand in Grenzen halten können. Und das Steile war wirklich sehr gut.

Was haben Sie mit wem zwischen den zwei Durchgängen besprochen?

Nichts. Das war unter meinem Wert. Ich habe kein Video angeschaut. Ich habe mit dem Servicemann kurz geredet, dass der Ski gepasst hat, das habe ich gespürt. Es war im zweiten Setup-technisch alles gleich wie im ersten. Ich war nach dem ersten Durchgang grantig mit mir selbst.

Was macht dieses Ergebnis für das Selbstvertrauen?

Ich werde das nächste Mal am Start stehen und wieder ein bisserl nervös sein. Ich werde einen Anspruch an mich haben, dass es nicht wieder so ein blöder erster Durchgang wird. Aber ganz ehrlich will ich gar nicht drüber nachdenken, ich brauche nur so oben zu stehen wie im zweiten heute und einfach drauflosfahren. Ich hoffe, dass ich das mitnehmen kann. Es war ja auch keine Situation, wo ich knapp am Ausscheiden war, oder wo es eng geworden wäre. Also eigentlich wird es mit dem Gasgeben und mit dem Drauflosfahren stabiler.

Zuvor sieben Starts und nur ein Ergebnis 2010 als 17. in Levi - kann man also sagen, dass die Versöhnung mit Levi gelungen ist?

Es ist so cool, weil es einfach so unglaublich unerwartet ist. Man darf einfach nie aufgeben, das sage ich immer zu jedem. Und ich gebe auch nie auf, das hat es bei mir noch nie gegeben. Aber nach dem heutigen ersten Durchgang habe ich mir schon gedacht, schön langsam gebe ich wirklich auf ...

(APA)

(Quelle: APA)

Aufgerufen am 08.12.2019 um 08:49 auf https://www.salzburg24.at/sport/wintersport/shiffrin-siegt-schild-in-levi-am-stockerl-61043560

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