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Debakel droht

Schlechteste Saison für ÖSV im alpinen Skiweltcup?

Mayer holt 8 von 15 Podestplätzen

Vincent Kriechmayr, Kvitfjell APA/AFP/NTB Scanpix/Stian Lysberg Solum
Auch Vincent Kriechmayr hat dem ÖSV heuer ein paar Podestplätze verschafft. (ARCHIVBILD)

Dem ÖSV droht gemessen an Podestplätzen die schlechteste Alpinski-Saison seit 1986/87. Vor den letzten fünf Saisonrennen, zwei der Herren in Kranjska Gora und drei der Damen in Aare, lautet die Bilanz acht Siege, sieben zweite Plätze und 15 Dritte. Für acht Podestränge zeichnet Matthias Mayer verantwortlich.

86/87 gab es zwei Siege, elf zweite Plätze und 14 dritte. Mayer wird seine bisher beste Saison im Gesamtweltcup an der vierten Stelle beenden. Ein besseres Ergebnis verhinderte wohl auch eine Grippe-Erkrankung, die ihn die Rennen in Garmisch-Partenkirchen verpassen ließ und in Saalbach-Hinterglemm schwächte. Der Doppel-Olympiasieger gewann den Super-G in Lake Louise, die Abfahrten in Kitzbühel und in Kvitfjell sowie die Alpine Kombination in Wengen. Damit holte er in diesem Winter vier seiner insgesamt neun Weltcupsiege seit dem Premierenerfolg 2014.

Matthias Mayer APA/HANS PUNZ
Matthias Mayer bei seiner Super-G-Fahrt in Kitzbühel.

Mayer im Super-G knapp nicht am Podest

Als Dritter schaffte es Mayer erstmals auf das Stockerl der Abfahrts-Wertung, Dritter wurde er auch in der Endabrechnung der Kombination. Im Super-G schrammte er als Vierter am Podest vorbei, da wäre freilich sogar der Disziplinsieg drinnen gewesen. Bis Saalbach-Hinterglemm hatte Mayer geführt, war dort aber ausgeschieden. In Hinterstoder fehlten auf Sieger Vincent Kriechmayr nur 8/100 Sekunden. Damit war er aber lediglich Dritter, weil der Schweizer Mauro Caviezel drei Hundertstel schneller war als er.

Caviezel reiste also als Führender mit drei Punkten Vorsprung auf Kriechmayr, 29 auf den Norweger Aleksander Aamodt Kilde und 41 auf Mayer nach Kvitfjell und stand nach der wetterbedingten Absage am Sonntag als Wertungssieger fest. "Der Ausfall in Saalbach ist schade, dadurch habe ich die Kugel versäumt", resümierte Mayer seine allerdings Mut und Motivation für die Zukunft gebende Saison.

22 Antritte in 36 Rennen

"Ich bin wirklich sehr zufrieden damit, ich hatte von Beginn an eine super Konstanz. Das Highlight war der Sieg in Kitzbühel. Es war wirklich eine gewaltige Saison." Mit bisher 22 Antreten in 36 Rennen zählte er zu den Vielfahrern neben Kilde (27) und dem ebenfalls um den Gesamtweltcup ritternden Franzosen Alexis Pinturault (26). Acht Abfahrten, sechs Super-G, fünf Riesentorläufe und drei Kombinationen bestritt Mayer und eventuell nimmt er auch noch den Riesentorlauf am Samstag in Kranjska Gora in Angriff. Auch Kriechmayr überlegt die Teilnahme.

Mit Kilde (1.202 Punkte), Pinturault (1.148) und Henrik Kristoffersen (NOR/1.041) liegen auch drei Läufer an der Spitze der Gesamtwertung, die nach dem Rücktritt des Achtfachsiegers Marcel Hirscher als Anwärter genannt worden waren. Der im Vorfeld hoch gehandelte Schweizer Marco Odermatt hatte eine längere Verletzungspause. Mayer hätte durchaus auch gefährlich werden können, wurde allerdings anders als die Top-3-Konkurrenten zwischendurch von einer Krankheit etwas gestoppt.

Kristoffersen auf dem Weg zum Allrounder

In ihrer Performance geschwächelt haben alle das eine oder andere Mal. Ohne Punkte aus einem Rennen heraus ging Mayer gleich sechsmal, Pinturault fünfmal, Kilde zweimal und Kristoffersen einmal. Freilich sind da die Riesentorlauf-Rennen von Mayer dabei (zweimal Punkte, dreimal nicht), der diese Disziplin erst wieder zu forcieren begonnen hat, und jenes von Pinturault in der Abfahrt (37.). Kristoffersen gab indes sein Debüt im Super-G und wurde beachtlicher Hinterstoder-22.

Fürs nächste Jahr lässt sich sagen, dass Kristoffersen auf dem Weg zum Allrounder den Super-G öfters ins Programm nehmen wird müssen, will er erneut um den großen "Globe" mitmischen. Die diesjährige Entscheidung darüber wird wohl erst im Slalom am Sonntag in Slowenien folgen.

ÖSV: Chance bei Damen auf Kristall?

Auch die große Kugel bei den Damen ist umstritten, die Italienerin Federica Brignone geht als Führende in die letzten drei Rennen (1.378 Punkte), es folgen Mikaela Shiffrin (USA/1.225) und Petra Vlhova (SVK/1.189). Das ÖSV-Team hat noch eine theoretische Chance auf die neue Parallel-Wertung. Vlhova (113) liegt nach zwei Bewerben vor der Französin Clara Direz (100) und Brignone (90). Elisa Mörzinger hat als Sestriere-Zweite 80 Zähler auf dem Konto. Allerdings war dies ein Riesentorlauf, Slalom hat sie bisher noch keinen bestritten und ein solcher wird in Aare im Parallel-Format durchgeführt. Disziplin-Achte ist Franziska Gritsch (60).

(Quelle: APA)

Aufgerufen am 30.03.2020 um 10:14 auf https://www.salzburg24.at/sport/wintersport/ski-alpin-droht-oesv-schlechteste-ski-saison-seit-1986-84578752

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