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Sensation bei Ski-WM

Kriechmayr sichert sich zweite Goldene

Oberösterreicher gewinnt auch Abfahrt

Vincent Kriechmayr in der Abfahrt bei der Ski-WM in Cortina APA/EXPA/JOHANN GRODER
Die Erfolgsserie von Vincent Kriechmayr bei der Ski-WM setzt sich am Sonntag fort. Der Oberösterreicher holt sich auch die Goldmedaille in der Abfahrt.

Vincent Kriechmayr konnte sich heute in der Herren-Abfahrt bei der Ski-WM in Cortina d´Ampezzo (ITA) erneut durchsetzen. Der Oberösterreicher ließ die Konkurrenz – wie schon beim Super-G – auch in der Abfahrt am Sonntag hinter sich.

Die Erfolgsserie des ÖSV-Asses Kriechmayr reißt auch am Sonntag nicht ab: Mit dem Sieg in der Abfahrt holt sich der Speed-Spezialist bereits die zweite Goldmedaille bei der Ski-WM in Cortina. Damit ist Kriechmayr nach Bode Miller und Hermann Maier erst der dritte Fahrer, dem das Speed-Double bei Weltmeisterschaften gelang. ÖSV-Teamkollege Matthias Mayer schied aus, nachdem es ihn nach einem Schlag neben das nächste Tor versetzt hat. 

 

Kriechmayr freut sich über zweite WM-Goldene

Mit dem kleinstmöglichen Vorsprung von einer Hundertstel setzte er sich vor den Deutschen Andreas Sander, Beat Feuz (SUI/+0,18) holte Bronze. Kriechmayr ist der erste ÖSV-Abfahrtsweltmeister seit Michael Walchhofer 2003. 

Speed-Ass ging als Erster ins Rennen

Die vierte WM-Medaillenentscheidung, die zweite bei den Herren, ging wieder bei Prachtwetter in Szene. Kriechmayr hatte sich für Startnummer eins entschieden und wuchtete sich als damit als Erster aus dem nur über Hunderte in den Schnee geschlagenen Stufen erreichbaren Abfahrtsstart. Trotz leichter Probleme in der Traverse lieferte der Oberösterreicher auf der kurvigen "Vertigine" eine insgesamt starke Fahrt ab.

Mayer scheidet aus

Gleich nach ihm kam aber Außenseiter Sander bis auf eine Hundertstel an den Österreicher heran, was doch Zweifel an einem möglichen Goldgewinn aufkommen ließ. Danach blieb aber der Trainingsschnellste Dominik Paris klar zurück und als auch Doppel-Olympiasieger Matthias Mayer nach anfänglich starker Fahrt in der Traverse an einem Tor vorbeischlitterte sowie auch Kitz-Doppelsieger Feuz zurückblieb, war für den Oberösterreicher das erste Bangen im Ziel überstanden.

Franz landet auf Platz 13

Kriechmayr führt schon vor Sander und Feuz, als mit Max Franz (Startnummer 10) die Abfahrts-Dramatik wieder Fahrt aufnahm. Allerdings blieb auch der risikofreudige Kärntner deutlich zurück und wurde letztlich 13. Gleiches passierte mit dem außer Form befindlichen Kjetil Jansrud auch dem norwegischen Titelverteidiger, leider aber auch mit Otmar Striedinger (19.) Österreichs letzter Kugel im Lauf.

Nur Marco Odermatt ließ mit Startnummer 18 und seiner Fahrt auf Platz vier das Podesttrio noch einmal kräftig zittern. Als eine Stunde nach dem Start das Rennen wegen eines Sturzes unterbrochen war, stand das Podest fest und war auch klar, dass Sander das dritte Silber für Deutschland geholt hatte. Rückblickend war im Königsbewerb der Herren der Kampf um Gold mit Kriechmayr (Startnummer 1) vor Sander (Nummer 2) nach gerade einmal drei Minuten entschieden gewesen.

Sensation in Cortina

Erstmals seit Pirmin Zurbriggen 1985 holte mit Kriechmayr wieder ein Fahrer mit Startnummer eins WM-Abfahrtsgold und zwar die 17. für Österreich. "Ich kann's noch nicht realisieren, es ist alles noch etwas unwirklich. Es war ein verrücktes Rennen und als der Sander im Ziel war, habe ich nicht gedacht, dass wir beide am Podium sind", gestand der frisch gebackene Doppel-Weltmeister im Ziel.

"Herrgott auf meiner Seite"

"Aber ich bin von oben weg wirklich gut gefahren, allerdings auch einige Male aus der Hocke gekommen. Obwohl es sehr kurvig war, habe ich eine richtige Abfahrt gewonnen. Engere Radien gehören im Abfahrtssport auch dazu", meinte der 29-jährige Österreicher, der auch gestand: "Oben war es ein bissl windig. "Vielleicht war der Herrgott heute auf meiner Seite."

Schrecksekunden

Für die Szenen des Tages sorgten Maxence Muzaton und Baumann. Der Franzose erhielt Mitte seiner Fahrt einen Schlag und legte mit seinen 2,23 m langen Abfahrts-Ski bei 120 km/h eine noch nie gesehene, sturzfreie Abfahrts-Pirouette in den Steilhang. Baumann krachte nach der Zieldurchfahrt in die Absicherungen und wurde kurzzeitig darunter begraben. Der Vizeweltmeister im Super-G konnte die Unfallstelle mit Schrammen an Nase und Lippe aber auf eigenen Beinen verlassen.

Sieg nach Hundertstelkrimi

Eine Hundertstel Vorsprung sind gleichbedeutend mit der knappsten Gold-Entscheidung bei den Herren in einer WM-Abfahrt. Vor zwei Jahren in Aare (Schweden) hatte Kjetil Jansrud zwei Hundertstel vor seinem norwegischen Landsmann Aksel Lund Svindal gewonnen. Zuvor beide Speedrennen bei einer Alpinski-Weltmeisterschaft gewonnen hatten bei den Herren lediglich Hermann Maier 1999 in Vail sowie Bode Miller (USA) 2005 in Bormio.

(Quelle: APA)

Erstes WM-Gold für ÖSV-Ass Kriechmayr

Nach einer Silber- und einer Bronze-Medaille bei Ski-Weltmeisterschaften feiert der Oberösterreicher Vincent Kriechmayr am Donnerstag seine erste Goldene. Im italienischen Cortina d'Ampezzo fährt das ÖSV-Ass im Super-G der Konkurrenz auf und davon.

Kriechmayr belegt mit sieben Hundertstel Vorsprung auf dem für Deutschland startenden Tiroler Romed Baumann und 38 Hundetstel vor Alexis Pinterault (Frankreich) den ersten Rang. Der Kanadier Brodie Seger mit Startnummer 28 noch Vierter. 

Super-G-Triumph für Kriechmayr in Cortina

Im Ski-Weltcup feierte Kriechmayr bislang acht Siege. Der Triumph im Super-G bei der diesjährigen Weltmeisterschaft ist der bislang größte Erfolg für den 29-Jährigen. 

"Ich habe mir die Startnummern 1, 2, 3 angeschaut, alle raus. Das war keine einfache Situation. Ich wusste, es ist eine schwierige Passage. Ich habe beim Sprung schon angestellt. Das waren hundert Meter Drift, bin ich noch nie so im Leben gefahren, das hat heute ganz gut funktioniert. Das macht den Sport aus, dass man im Super-G hin und wieder improvisieren muss. Ich war heilfroh, dass ich es so gut überstanden habe. Es ist unten ziemlich eng geworden mit Romed", sagte Kriechmayr nach seinem Triumph.

Mayer bei Super-G Sechster

Zweitbester Österreicher wurde Matthias Mayer (+0,60 Sekunden Rückstand), der mit 24 Hundertstel Rückstand und dem sechsten Rang knapp die Bronze-Medaille verpasste. Fünfter wurde der Italiener Dominik Paris. Die beiden anderen ÖSV-Athleten Christian Walder und Max Franz schieden nach Fahrfehlern aus.

Topfavorit Kriechmayr "Anweisungen super umgesetzt"

"Das war ein schwieriges Rennen, diesen Sprung hat jeder unterschätzt. Wir haben schon gesehen, dass es relativ schwer gesetzt ist. Aber dass es natürlich mit dem Tempo so schwierig wird, mit dem haben wir nicht gerechnet. Das haben auch wir Trainer unterschätzt. Natürlich sind dann die Funkgeräte heiß gelaufen. Das musste man taktisch fahren heute, denn alle, die probiert haben, das voll zu fahren wie Walder am Anfang, die haben keine Chance gehabt. Nach den Ausfällen haben wir sehr gut reagiert und Vincent die Anweisungen sehr gut umgesetzt. Er ist gereift über die Jahre. Auch Vinc selbst hat ja gewusst, dass er der Topfavorit ist. Und dass er das so runtergebracht hat, Hut ab. Er hat die Anweisungen der Trainer, die da oben gestanden sind, super umgesetzt und darum auch Gold geholt", sagte Andreas Puelacher, ÖSV-Cheftrainer der Herren.

Seit Garmisch-Partenkirchen 2011 hat Österreich bei Ski-Weltmeisterschaften als Nation stets die meisten Medaillen gewonnen, wenn auch nicht immer die meisten in Gold.

Erfolge von Kriechmayr bei Ski-Weltmeisterschaften
Medaille Ort und Jahr Disziplin
Silber Aare 2019 Super-G
Bronze Aare 2019 Super-G
Gold Cortina d'Ampezzo Super-G

Aufgerufen am 06.03.2021 um 05:42 auf https://www.salzburg24.at/sport/wintersport/ski-alpin-kriechmayr-gewinnt-auch-wm-abfahrt-99776140

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