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Negativer Dominoeffekt

Heimische Skiindustrie fürchtet um Existenz

Sport-Vertreter wollen offene Grenzen

SB: Skifahren, Skipiste, Gondel, Ski, pixabay
Auch heuer könnte aufgrund der Corona-Pandemie die Wintersaison ohne Touristen über die Bühne gehen. (ARCHIVBILD)

Die vergangene Wintersaison fiel praktisch aus. Nun droht der heimischen Ski- und Sportindustrie ein weiteres Horror-Jahr. Daher wünschen sich Vertreter offene Grenzen, damit die Liquiditätsengpässe nicht existenzbedrohend werden.

Vertreter des heimischen Sporthandels und der Skiindustrie appellieren an die Politik, alles dafür zu tun, dass die Grenzen diesen Winter offen bleiben, nachdem die Einreiseregeln aktuell schon verschärft wurden.

Symbolbild Wintersport Skifahren APA/Barbara Gindl

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Angst im Wintertourismus ist groß

Sie fürchten eine weitere schwache Wintersaison, nachdem die vorige praktisch ausgefallen ist. Das trifft nicht nur den Tourismus an sich, sondern auch die heimischen Ski- und Outdoorhersteller und den Fachhandel in den Tourismusregionen.

Kopie von Ski, 2G, Kontrolle, Lift, Skifahren APA/THEMENBILD
Wie hier in Kaprun könnten auch in der heurigen Wintersaison die Touristen aufgrund der Corona-Pandemie fern bleiben. (ARCHIVBILD)

Die Coronakrise hat für die Branche einen recht stabilen, stetigen Aufschwung aus den vergangene Jahren jäh gestoppt, beklagten der Präsident des Verbands der Sportartikelerzeuger und Sportausrüster (VSSÖ), Gernot Kellermayr, und der Sprecher der österreichischen Skiindustrie sowie Atomic-Chef Wolfgang Mayrhofer im Gespräch mit der APA. In den vergangenen Jahren waren sowohl der Ski- und Outdoorabsatz als auch die Ersteinstiege bei den Bergbahnen gestiegen. Die Ski-Verkaufs -und Verleihzahlen gingen voriges Jahr aber stark zurück – in Österreich um ein Drittel. Wo weniger Corona-Restriktionen herrschten, gingen laut VSSÖ die Verkaufs -und Verleihzahlen weniger deutlich zurück.

 

Geschlossene Grenzen mit langfristigen Folgen

Auch die Skikurszahlen hatten sich dank einiger Bemühungen wieder verbessert. Nach einem Tiefststand vor etwa zehn Jahren mit 110.000 Kindern auf Skikurs waren es vor Corona immerhin wieder 180.000 Kinder, sagte Kellermayr.

 

"Jetzt besteht aber die Gefahr – wenn es noch einen Winter gibt wie in der vorigen Saison – dass der touristische Sportartikelhandel und deren Verleih-Netzwerke in Gefahr sind", sagten Mayrhofer und Kellermayr. Zur Hälfte sei die Grenze durch die verschärften Einreiseregeln nun schon geschlossen. "Es muss aber allen am Herzen liegen, dass das nicht passiert. Wenn wir wieder die Grenzen schließen und etwa Südtirol lässt offen, dann sieht man die Touristen dort." Es bestehe die Gefahr, dass dann auch Folgeurlaube nicht mehr in Österreich sondern in anderen Regionen stattfinden.

70 Prozent Umsatz durch Winter-Touristen

Die 2G-Regel mit FFP2-Maske und gegebenenfalls Abstandsregeln in den Geschäften, seien umsetzbar. In der Schweiz gebe es beispielsweise eine Sechs-Quadratmeter-Regel für Kunden.

In Österreich gibt es vor allem in den westlichen Bundesländern Sporthändler in Tourismusgebieten. Insgesamt sind es rund 750. Die Umsätze aus den touristischen Herkunftsländern Deutschland, Niederlande und England machen dort mehr als 70 Prozent der Umsätze aus. Der VSSÖ warnte schon voriges Jahr im Lichte des Lockdowns, dass 40 Prozent der Sportfachhändler in den Tourismusregionen vor dem Aus stünden.

Liquiditätsengpässe könnten existenzbedrohend werden

Nun drohe, wovor die Branche schon damals gewarnt hat: Falls erneut die Urlaubsgäste fehlen, werden die aktuellen Liquiditätsengpässe existenzbedrohend für die Sportfachhändler. Damit drohe ein negativer Dominoeffekt auf die heimische Skiindustrie.

pixabay Skifahren.jpg pixabay

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Laut einer Studie und Händlerumfrage vom November 2022 von SportsEconAustria (SpEA) befürchten 86 Prozent der Sporthändler in Tourismusgebieten wieder Umsatz- und Gewinnrückgänge. 77 Prozent der touristischen Sportgeschäfte haben den Fixkostenzuschuss beantragt. 74 Prozent mussten die Corona-Kurzarbeit nutzen. Knapp 70 Prozent zählten auf den Umsatzersatz und den Ausfallbonus.

Bereits im Februar 2021 zeigte der erste Teil der Studie, dass vier von fünf Betrieben die Wintersaison 2020/21 ohne externe Hilfen nicht überstanden hätten.

(Quelle: APA)

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