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Enormes Potenzial

Hype um Skibergsteigen wird immer größer

Mega-Zuwachs im Bergsport

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Der Boom im Skibergsteigen reißt nicht ab.

Die Trendsportart Skibergsteigen weist ein enormes Potenzial auf. Während ein Zuwachs vor allem bei Frauen und Jugendlichen bemerkbar ist, macht die olympische Disziplin von 2026 auch einen großen Schub in Richtung Breitenwirkung und Kommerzialisierung.

"Aufi (rauf) aufn Berg und obi (hinunter) mit de Schi...". So lautet eine Textpassage eines berühmten Apres-Ski-Songs vom Duo Jägermeister DJ Alex und Matty Valentino.

700.000 Tourengeher in Österreich

Während mitten in der Corona-Krise an Party-Szenen in Hütten oder Feier-Tempeln nicht zu denken ist, ist es durchaus vorstellbar, dass einige der 700.000 mehr oder weniger aktiven Skibergsteigerinnen und Skibergsteiger mit dem Ohrwurm die heimischen Gipfel erklimmen.

 

Denn nach Angaben von "Skimo"-Chef Karl Posch bei der gestrigen Jahrespressekonferenz zur Entwicklung des Skibergsteigens stürmen über eine halbe Million Österreicherinnen und Österreicher im Winter die Berge. Diese Zahlen gehen von Umfragen der alpinen Vereine unter deren Mitgliedern hervor, berichtet der Chef, der von der auf Skitouren spezialisierten PR- und Veranstaltungsplattform "Skimo".

Skibergsteigen setzt eine Milliarde Euro um

Doch nicht nur die Sportbegeisterten haben Gefallen am Skibergsteigen gefunden. Für den Handel und die Industrie kristallisierte sich die Sparte als wahre Goldgrube heraus: Weltweit setzt der Skitourensektor mit Hardware und Bekleidung rund eine Milliarde Euro pro Jahr um. Etwa 40 Prozent davon allein im deutschsprachigen Raum.

Ein toller Erfolg war die erste Live-Pressekonferenz von SKIMO Austria heute. Aus Salzburg wurden die neuesten Infos...

Gepostet von SKIMO Austria am Dienstag, 21. Dezember 2021

"Skibergsteigen ist für Hersteller und Handel lukrativ geworden. Der sich anbahnende Trend zur Nachhaltigkeit, Tourengehen für Kinder und die steigende Zahl der weiblichen Tourengeher lassen noch viel Potential erwarten", erklärte Posch in einer Presseaussendung.

Großer Zuwachs bei Frauen und Jugendlichen

Das Wachstum im Skitourenmarkt hat sich im vergangenen Jahr mitten in der Corona-Pandemie verschoben. In Ländern mit geschlossenen Skigebieten fand eine hohe Steigerung statt. Das trifft auch für Österreich mit einem Umsatzplus von 18 Prozent zu. Den größten internationalen Wachstumsmarkt verzeichnen mit 18 Prozent die Vereinigten Staaten und Kanada.

Dabei ist Skibergsteigen mit einem Damenanteil von über 40 Prozent bei weitem keine männerdominierte Sportart mehr. Im Gegenteil: viele Frauen und vor allem junge Sportlerinnen und Einsteigerinnen finden Gefallen. Bei Touren im alpinen Skiraum auf den Pisten liegt die Anzahl der Sportlerinnen inzwischen bei 55 Prozent (Hauptmotive: Training und soziale Interaktion). Touren im freien Gelände werden laut der Studie mit knapp 70 Prozent von Männern durchgeführt.

Die Hauptmotive dazu: Naturerlebnis und Gipfel. Zudem hat sich das Durchschnittsalter der Skibergsteiger in den letzten Jahren von über 40 auf inzwischen 36 Jahre verringert – Tendenz weiter fallend.

Alpencup mit Station in Bischofshofen

Spektakuläre Rennen erhöhen zudem die Attraktivität des Sports. Rund 6.000 Athleten und bis zu 120 durchgeführte Events in Österreich tragen ihren Teil dazu bei. Im Rahmen des Alpencups beispielsweise finden drei Rennen statt:

  • in Österreich am Hochkönig in Bischofshofen
  • in Bayern am Jenner nahe Schönau am Königssee
  • in Italien im Martelltal inmitten des Nationalparks Stilfser Joch

Skibergsteigen ab 2026 olympisch

Freilich gibt es auch einen Weltcup, in dessen Kalender insgesamt sieben Bewerbe und die Europameisterschaft stehen. Dazu gesellen sich noch die Winterspiele 2026 in Mailand beziehungsweise Cortina d’Ampezzo: Bei der Olympia-Premiere sollen 48 Athletinnen und Athleten bei fünf Einzelevents in den Disziplinen Sprint (Damen und Herren), Individual (Damen und Herren) sowie Relay (ein Mixed-Staffel-Rennen) dabei sein.

Herrmann ist Salzburgs Vorzeige-Athlet

Die Strahlkraft der fünf Ringe zieht Jung und Alt in den Bann. Mit Individual-Spezialist Jakob Herrmann aus Werfenweng (Pongau) und Nils Oberauer (Vertical), einem Schüler aus der HTL Hallein, sind zwei Salzburger mit dabei.

Jakob Herrmann, Skibergsteigen APA/AFP/JEFF PACHOUD
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Weiters stechen mit dem Kärntner Paul Verbnjak (Individual), Junioren-Doppelweltmeister im letzten Winter, dem Steirer Julian Tritscher (Sprint) und Schladmingerin Johanna Hiemer weitere heimische Asse heraus.

Teure Touren-Tickets sorgen für Diskussionen

"Die langjährig nach oben zeigende Kurve der Sportart scheint in der momentanen Situation ein sicherer Faktor in Wirtschaft und Tourismus zu werden. Der Schwung wird vielerorts genutzt, die Aussichten sind besser denn je", betonte Posch.

Das blieb auch einigen Liftbetreibern nicht verborgen. Neben dem klassischen Tourengehen im freien Gelände sind vor allem die Pistengeher auf dem Vormarsch. Zunächst dominierten noch Konflikte das Geschehen, nun haben die Liftgesellschaften den Markt erkannt und verkaufen Tickets. Karten um rund 15 Euro oder mehr pro Tag und Person sorgen innerhalb der Aktiven immer wieder für brisante Diskussionen. Befürworter meinen, dass das Ticket nicht nur Kosten für den Parkplatz, sondern auch sonstige Infrastruktur wie präparierte Pisten, einen gesicherten Skiraum etc. beinhalte.

 

Debatten wie jene führen dabei deutlich vor Augen, dass das Skibergsteigen bereits mehr als ein Trendsport ist und immenses Potenzial besitzt.

(Quelle: SALZBURG24)

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