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Salzburgs Sport-Asse

Eis-Bulle Huber hat "keine Zeit für Spielchen"

Eishockey-Youngster im Interview

Neben einer Reihe an jungen Wilden empfiehlt sich derzeit auch Paul Huber für größere Aufgaben beim EC Red Bull Salzburg. Wir haben mit dem 19 Jahre alten Salzburger Sport-Ass über die letzten turbulenten Wochen, gesunden Respekt vor dem Gegner und Tipps von routinierten Mitspielern gesprochen.

Salzburg

Erst Ende Dezember debütierte der 19-Jährige in der Erste Bank Eishockey Liga (EBEL) und am Dreikönigstag konnte er das erste Mal anschreiben. "Das war ein echt cooles Gefühl", grinst Huber beim SALZBURG24-Interview in der Salzburger Eisarena am Volksgarten. Zuvor führte der frisch gekürte EBEL-Nachwuchsspieler des Monats Jänner die Salzburger in der Alps Hockey League (AHL) zum Titel und das U20-Nationalteam zur A-WM. Es geht zurzeit Schlag auf Schlag für den gebürtigen Grazer, der seit seinem 15. Lebensjahr in der Mozartstadt lebt und letztes Jahr maturierte.

SALZBURG24: Vor einer Woche bist du in der AHL mit Salzburg Meister geworden. Hattest du überhaupt Gelegenheit zu feiern?

PAUL HUBER: Das kriegt man schon alles zusammen. Wir haben am Samstag ein bisserl gefeiert, weil wir einen Tag später im EBEL-Kader ranmussten.

Wie hast du die letzten eineinhalb Monate erlebt?

Als ich die Nachricht bekommen habe, dass ich für den Profi-Kader eingeplant bin, war ich gerade daheim bei meiner Familie in Graz. Erst sollten es zwei oder drei Spiele werden, jetzt sind es schon 15 geworden. Es ist ein unglaubliches Gefühl, jetzt mit den Leuten zusammenzuspielen, denen ich früher im Fernsehen zugeschaut habe.

Und gleich nach deinem Premierentreffer in Innsbruck hast du das erste Mal in Salzburg getroffen.

Es war irrsinnig cool daheim ein Tor zu machen, wenn 3.300 Zuschauer deinen Namen rufen. Das ist schon ein Erlebnis.

Paul Huber

Paul Huber!???? Aber was war das für ein Pass von Derek Joslin! Prädikat: Sehenswert.???? #RBSKAC #ServusHockeyNight

Gepostet von Servus Hockey Night am Sonntag, 19. Januar 2020

Wie fühlst du dich überhaupt als Steirer in Salzburg?

Ich fühle mich hier sehr wohl, Salzburg ist mittlerweile wie mein Zuhause. Mit 15 bin ich in die Red Bull Eishockey-Akademie gekommen und die hochprofessionelle Arbeit hat mich beeindruckt. Die Möglichkeiten sind unglaublich, das komplette Trainingsumfeld sucht in Europa seinesgleichen. Es ist alles darauf ausgelegt, dass man den Sprung in den Profisport schafft.

Und wann warst du das erste Mal selbst am Eis?

Mit fünf Jahren mit meinem Eltern beim Publikumslauf in Graz. Meine Mama hat gesagt, Eislaufen sollte man können (lacht). Und Eishockey fand ich sofort faszinierend. Bis zur U16 war ich in der Eishockeyschule bei den Graz 99ers und bin dann nach Salzburg.

Und jetzt stehst du neben Thomas Raffl und Co. am Eis.

Das ist schon verrückt (lacht). Dass es diese Saison geklappt hat, freut mich voll. Die ganze harte Arbeit wird jetzt belohnt und ich glaube, ich schlage mich ganz gut.

Du sammelst in der AHL und EBEL Erfahrungen. Wo siehst du die Unterscheide?

Der größte Unterschied ist, dass man viel weniger Zeit für Entscheidungen hat. Du musst auf alles bereit sein, weil es so viel schneller ist. Keine Zeit für Spielchen. Es ist sofort Druck, wenn du die Scheibe hast. Meine Gegenspieler sind oft Routiniers, die schon jahrelang in der Liga sind. Die wissen, was sie tun müssen.

Den großen Respekt sollte man aber dann doch ablegen.

Es ist gesunder Respekt. Man weiß gegen wen man spielt, darf aber keine Angst davor haben. Zwischen Angst und Respekt ist ein großer Unterschied. Man darf keinen Gegner auf die leichte Schulter nehmen.

Sportlerportrait: Paul Huber SALZBURG24
Eis-Bulle Paul Huber im Gespräch mit S24-Redakteur Thomas Pfeifer.

Was kannst du dir von deinen routinierten Kollegen abschauen?

Die Älteren sind nicht lässig, sondern geben immer 100 Prozent und sind auch im Training mental voll da. Die professionelle Vorbereitung in allen Bereichen ist das größte, was man sich abschauen kann.

Nimmt dich auch einer der Älteren zur Seite, um dir Tipps zu geben?

Mario Huber und Peter Hochkofler sind selbst noch nicht so alt, haben aber eine gute Verbindung zu uns Jüngeren. Die beiden geben mir viel Tipps und das bedeutet mir schon sehr viel.

Wo siehst du deine Rolle im Team?

Ich denke, wir Jungen in der vierten Linie sind die Arbeiter. Wir sind eigentlich als Entlastung für die Top-Blöcke gedacht, schlagen uns aber richtig gut. Wir kassieren hinten keine Treffer und kreieren offensiv gute Torchancen. Das unterscheidet uns auch zu den anderen Teams. Wir wollen die Gegner ein bisserl ärgern.

Aber der Meistertitel ist schon anvisiert?

Der Meistertitel ist das große Ziel, aber das wollen andere Mannschaften auch. Wie müssen erstmal die Pick Round überstehen und in den Play-Offs von Spiel zu Spiel denken. Ob man es dann auch schafft, liegt an der Mannschaft.

Und was hast du dir persönlich vorgenommen?

Ich will mir kurzfristig einen Stammplatz im Bundesliga-Team erarbeiten und langfristig bis in Salzburgs Top-Reihen durchkämpfen. Derzeit bin ich auf einem guten Weg und ich hoffe, dass es so weiter geht. Nach oben hin gibt’s keine Grenzen.

Danke für das Gespräch.

In der Pick Round führt Red Bull Salzburg nach zwei Runden. Die Spitzenposition wollen die Eis-Bullen heute Abend (19.15 Uhr, Sky Sport HD) in Wien festigen. Gegen die Vienna Capitals können die Eis-Bullen mit bislang vier Siegen aus vier Spielen eine Top-Saisonbilanz aufweisen. Doch die Mannschaft von Matt McIlvane ist gewarnt, denn drei der Duelle endeten nur mit einem Tor Unterschied und zwei dieser Spiele wurden erst in der Verlängerung entschieden. Am Sonntag steigt das Heimspiel in der Salzburger Eisarena gegen Klagenfurt.

Auswärtsspiel in Wien! ???? spusu Vienna Capitals ???? Heute, Fr, 14 Feb 20 | 19:15 Uhr ???? Spielvorschau: https://win.gs/31Uhd3p #GoRedBulls #warriorhockey #VICRBS #Auswärtsspiel #WeAreHockey #hockeygram

Gepostet von EC Red Bull Salzburg am Donnerstag, 13. Februar 2020
(Quelle: SALZBURG24)

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