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Zwischen Pride und Protest

So blickt die Salzburger LGBTQ-Community in die Zukunft

HOSI-Geschäftsführerin: „Werden vieles anders machen“

Christopher Street Day Salzburg FMT-Pictures/PM
Was sich in Sachen Gleichberechtigung in Salzburg getan hat und wie die LGBTQ-Community in die Zukunft blickt, hört ihr in unserem Podcast. (ARCHIVBILD)

Eine ganze Pride-Woche auf der einen, gleich mehrere beschmierte Regenbogen-Zebrastreifen auf der anderen Seite: Kaum jemals war das Tauziehen um die Gleichberechtigung der LGBTQ-Community in Salzburg präsenter als in diesem Jahr. Aber was muss sich noch tun in puncto Akzeptanz und wie will sich die Community in Zukunft präsentieren?

Während die queere Community in Salzburg immer weiter aus der Unsichtbarkeit rückt, tun es ihr die Kritiker:innen scheinbar gleich. Auf kaum eine Aktion im Sinne der Gleichberechtigung wurden keine wütenden Stimmen laut. Ist es auch nur bunte Farbe auf einem Zebrastreifen, stören sich manche wohl so sehr daran, dass sie die Umgestaltung sogar selbst in die Hand nehmen, wie es etwa in Liefering (Stadt Salzburg) und Hallein (Tennengau) der Fall war.

Regenbogen-Zebrastreifen „war ein Learning“

Trotz solcher Negativ-Meldungen ist sich Conny Felice, Geschäftsführerin der Homosexuellen Initiative (HOSI) Salzburg, sicher: „Die Akzeptanz der queeren Community in Salzburg ist beispielhaft.“ Gab es im heurigen Jahr immerhin eine ganze Pride-Week mit knapp 30 Veranstaltungen sowie enge Zusammenarbeit mit Politik, sozialen Einrichtungen und sogar der Kirche. Dennoch wisse Felice, dass sich auf dem Weg zur Akzeptanz noch einiges ändern muss. „Jede schiefgegangene Aktion war ein Learning für uns“, betont sie im SALZBURG24-Podcast.

Normales Leben abseits von Pride-Events

Das mitunter schrille und bunte Auftreten der LGBTQ-Community, das wohl den meisten im Kopf bleibt, sei zwar gut und wichtig, aber eben auch nur ein kleiner Teil der Realität, so die HOSI-Chefin. „Wir alle leben abseits von ein paar bunten Tagen im Jahr unser ganz normales alltägliches Leben, das darf man nicht vergessen.“ Künftig soll in Sachen Regenbogen-Zebrastreifen und Co deutlich anders vorgegangen werden. „Ich denke viele haben sich durch solche Aktionen umgangen gefühlt, das soll nicht mehr vorkommen.“

Salzburger LGBTQ-Community stellt sich neu auf

In ihrer Arbeit hätte die HOSI zudem ganz andere Prioritäten als bunte Zebrastreifen. In Sachen Bildungsarbeit soll es weiter vorangehen, zahlreiche Workshops an Schulen seien bereits geplant, so Felice. „Wir möchten auch am Land noch präsenter sein und unsere Arbeit außerhalb des Stadtgebietes ausweiten.“

1. CSD Salzburg HOSI SALZBURG
Plakat des ersten Salzburger CSD. 

HOSI bezieht neues Vereinsheim

Das Ziel sei ganz klar in der Mitte der Gesellschaft anzukommen. Der erste Schritt dahin wurde bereits mit einem neuen zentraleren und moderneren Vereinszentrum im Salzburger Andräviertel getan, erklärt Felice. „Wir möchten weg von diesem nischigen Image. In mehr als 40 Jahren HOSI sind wir erwachsener geworden und das wollen wir auch zeigen.“

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(Quelle: SALZBURG24)

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