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Mehr als 1.000 Florianis nach Sturm und Starkregen in Salzburg im Einsatz

Um 22:19 wurde wir, wie viele andere Feuerwehren im Land Salzburg zu Sturmschäden im gesamten Gemeindegebiet gerufen. FF Thalgau
Um 22:19 wurde wir, wie viele andere Feuerwehren im Land Salzburg zu Sturmschäden im gesamten Gemeindegebiet gerufen.

Nach der massiven Sturmfront mit Windböen bis zu 100 km/h und Starkregen, die Montagabend und in der Nacht auf Dienstag über das Land Salzburg zog, standen 43 Feuerwehren mit 1.052 Helfern bei 229 Einsätzen im Großeinsatz. Besonders betroffen ist die Lungauer Gemeinde Muhr. 

Derzeit sind laut Landesfeuerwehrverband noch drei Feuerwehren mit 240 Mann  im Einsatz (Stand 15.00 Uhr).

Dienstagmorgen traf der Föhnsturm auf die Landeshauptstadt. Die Festung Hohensalzburg musste nach Schäden am Dach gar gesperrt werden. Die erste Feuerwehr wurde am Montag kurz vor 19 Uhr alarmiert, zahlreiche weitere Alarmierungen im Bundesland Salzburg folgten, informiert der Landesfeuerwehrverband Salzburg am Dienstag.

Zivilschutzalarm in Muhr

Im Süden des Landes hatte es am Montagabend stark zu regnen begonnen. In der Gemeinde Muhr (Lungau) wurde kurz nach 21 Uhr Zivilschutzalarm ausgelöst. Die Mur war über die Ufer getreten und hatte das Ortszentrum überschwemmt. Mit Megafonen forderte die Feuerwehr die Bewohner auf, in ihren Häusern zu bleiben, die Keller zu meiden und sich in die oberen Stockwerke zu begeben. Die Gemeinde war am Dienstagmorgen noch von der Außenwelt abgeschlossen. Wie der Lungauer Katastrophenschutzreferent Philipp Santner sagte, sei der nahe Rotgülden-Stausee fast randvoll und drohte überzulaufen, der Zivilschutzalarm wurde am Dienstagmorgen aber wieder aufgehoben.

Folgende Verhaltensmaßnahmen werden geraten:

– wenn Möglich in den Häusern bleiben und höhere Stockwerke aufsuchen
– keine Autofahrten durchführen
– die Nähe zu Flüssen meiden

Bad Hofgastein: Lage entspannt sich

In Bad Hofgastein (Pongau) trat bereits am Sonntag die Gasteiner Ache im Kurpark über die Ufer. In der Nacht auf Dienstag war die Feuerwehr mit insgesamt 52 Mann bei 18 Einsätzen gefordert, vor allem überflutete Keller und Tiefgaragen mussten geräumt werden. Auch eine Straße musste geräumt werden, da die Ache über die Ufer trat. Aktuell entspannt sich die Lage allerdings: „Die Pegelstände gehen zurück, die Ache ist nun wieder um eineinhalb Meter tiefer als noch um 3 Uhr morgens“, so Rupert Sendlhofer, Ortsfeuerwehrkommandant in Bad Hofgastein, gegenüber SALZBURG24. Die Einsatzkräfte sind nun damit beschäftigt, den Hochwasserschutz wieder abzubauen.

Wasser wird über die Kanalisation auf die Straße gedrückt./FMT-Pictures/MW Salzburg24
Wasser wird über die Kanalisation auf die Straße gedrückt./FMT-Pictures/MW

Stromausfälle im ganzen Land

Störungen in der Stromversorgung verzeichnete seit Montagnachmittag auch die Salzburg AG. 50 Mitarbeiter der Salzburg Netz GmbH arbeiteten die Nacht über auf Hochtouren, um die durch den Föhnsturm verursachten Stromausfälle so schnell wie möglich zu beheben. Die betroffenen Regionen lagen in der Nacht vor allem im Pinzgau, Pongau und Lungau, vereinzelt aber auch im Außergebirge. Hauptverursacher der Ausfälle sind umgefallene Bäume, heißt es in einer Aussendung der Salzburg AG am Dienstag.

Zu den Spitzenzeiten waren gegen 23 Uhr waren 3.500 Kundenanlagen ohne Strom. Durch den Einsatz der Mitarbeiter wurde der Großteil rasch wieder versorgt, Dienstagmorgen um 9 Uhr waren nur mehr ca. 300 Kundenanlagen betroffen. Darunter sind derzeit unter anderen Lofer (Pinzgau), St. Kolomann (Tennengau) und im Lungau Zederhaus sowie Muhr. Im Pongau und Pinzgau beruhigt sich die Lage zusehens.

Haupttätigkeiten der Einsatzkräfte waren:

– Entfernen von umgestürzten Bäumen welche auf Straßen, Häuser und Autos gestürzt waren
– Freimachen von Verkehrswegen
– Umgestürzte Baugerüste sichern
– Errichten Hochwasserschutz an Bächen und Flüssen
– Felsstürze beseitigen

Landeshauptmann in Kontakt mit den betroffenen Gemeinden

Die betroffene Gemeinden:

Flachgau: Hintersee, St.Gilgen, Bergheim, Großgmain, Hof, Thalgau, Neumarkt, Wals, Ebenau, Henndorf, Eugendorf, Faistenau
Tennengau: Abtenau, Bad Vigaun, St. Koloman
Pongau: Dorfgastein, Bad Hofgastein, Bad Gastein, Untertauern, Großarl, Hüttschlag
Pinzgau: Neukirchen, Rauris, Mittersill, Saalfelden, Zell am See, Bruck
Lungau: Muhr, Tweng, Zederhaus, St. Michael

„Unsere Einsatzkräfte in Stadt und Land leisten wieder einmal hervorragende Arbeit. Zum Glück kamen bisher keine Personen zu Schaden. Ich bedanke mich im Namen aller Salzburgerinnen und Salzburger sehr herzlich für die erbrachten Hilfsleistungen, auf unsere Einsatzkräfte ist einfach immer Verlass“, unterstreicht Landeshauptmann Wilfried Haslauer, der auch in ständigem Kontakt mit den Verantwortlichen in den besonders betroffenen Gebieten steht. Landesrätin Maria Hutter ist in Vertretung von Landeshauptmann Wilfried Haslauer und Landesrat Josef Schwaiger (Katastrophenfonds) auf dem Weg nach Muhr im Lungau. Sie wird sich dort persönlich ein Bild von der Lage, den Schäden und den Aufräumarbeiten machen.

Zahlreiche Straßensperren im gesamten Bundesland

Laut Feuerwehr-Einsatzstatistik von 6 Uhr ist im Rauriser Ortsteil Wörth eine Mure abgegangen. Die Bundesstraße ist vorerst gesperrt. Alle weiteren Straßensperren findet ihr HIER.

Sturm erreicht in den Morgenstunden Stadt Salzburg

Sturm und Starkregen haben in vielen Teilen Salzburgs noch nicht nachgelassen, die Warnungen sind aufrecht. Laut ZAMG ist teils bis in die Nachmittagsstunden mit heftigen Windböen in ganz Salzburg zu rechnen. In der Stadt Salzburg rückten die Berufsfeuerwehr gemeinsam mit der Freiwilligen Feuerwehr zum Großeinsatz aus, um Schäden zu beheben. Wie der ORF Salzburg berichtet, ist die Festung derzeit gesperrt, nachdem der Sturm, der in der Landeshauptstadt rund 90 km/h erreichte, ein 50 Quadratmeter großes Dach vom Zeughaus gerissen hat.

Außerdem hat das Amt für öffentliche Ordnung ab sofort (Stand Dienstag, 7.45 Uhr) eine Sperre für Kapuzinerberg und Mönchsberg, die Friedhöfe, Parks und städtischen Wälder veranlasst. Es herrscht erhebliche Gefahr durch umstürzende Bäume und losgerissene Äste, heißt es in einer Aussendung.

(SALZBURG24/APA)

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