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Wenn Ausnahmesituationen zur Routine werden

Blick in Salzburgs Bezirke

Aufräumen in Hallein nach Hochwasser Feuerwehr Hallein/Facebook
Aufräumarbeiten nach dem verheerenden Hochwasser im Juli 2021 in Hallein.

Sturmfluten, Waldbrände, Blitzschlag. Wie breit das Aufgabengebiet der Salzburger Feuerwehr ist, zeigt ein Blick in die Bezirke.

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Gefühlt waren die letzten Monate und Jahre besonders reich an spektakulären Einsätzen in Stadt und Land Salzburg – und tatsächlich spricht auch die Statistik des Landesfeuerwehrverbands eine klare Sprache: Während die Anzahl der Brandbekämpfungseinsätze im Jahr 2021 konstant blieb, schnellte die Anzahl technischer Einsätze um rund 1.000 in die Höhe.

Bei gerade einmal 15 Prozent aller Notrufe ist der Grund ein Feuer. Nichtsdestotrotz ist es ein ganz außergewöhnlicher Brand, der dem Bezirksfeuerwehrkommandanten der Stadt Salzburg, Reinhold Ortler, der gleichzeitig auch Kommandant der Berufsfeuerwehr Salzburg ist, in Erinnerung geblieben ist. „Es war am 19. Juli 2021, als ein Blitzschlag ein landwirtschaftliches Gebäude am Gaisberg in Brand gesetzt hat“, so Reinhold Ortler. „Die größte Schwierigkeit bestand darin, erst einmal Löschwasser an diese doch recht alpine Stelle zu bekommen.“

Großalarm am Gaisberg

Da die Berufsfeuerwehr aufgrund des schweren Gewitters bereits bei zwei weiteren Einsätzen gebunden war, wurde sofort Großalarm gegeben: Insgesamt 120 Mann der Berufsfeuerwehr und der freiwilligen Feuerwehr waren in der Folge im Einsatz, um den Brand unter Kontrolle zu bekommen. „Dramatisch war vor allem die Rettung der Bewohner und der Tiere. Besonders beeindruckend war hingegen die phänomenale Nachbarschaftshilfe: So wurde das Löschwasser kurzerhand mittels Silowagen von den angrenzenden Landwirtschaften herangefahren.“

Viele Wald- und Flurbrände

Neben dem einen oder anderen Großbrand der jüngsten Vergangenheit – etwa jenem des Schulgebäudes der HAK oder des Schlachthofs in Salzburg-Bergheim – hat vor allem die steigende Anzahl spektakulärer Auslandseinsätze bleibende Eindrücke beim Kommandanten der freiwilligen Feuerwehr der Stadt Salzburg, Michael Leprich, hinterlassen: „Vor allem was die Wald- und Flurbrände angeht, war 2021 ein absolutes Rekordjahr.“ Neben dem 14-tägigen Waldbrandeinsatz in Griechenland im Rahmen des Internationalen Katastrophenhilfszugs, bei dem in Summe 39 Mitglieder der Salzburger Feuerwehr im Einsatz waren, schaffte es vor allem auch der lang anhaltende Waldbrand an der Rax in Niederösterreich in die Schlagzeilen. „Aufgrund der extremen Hanglage waren die Glutnester und Brandherde nur unter äußersten Anstrengungen zu erreichen“, so Leprich. In Zusammenarbeit mit dem Bundesheer und Einsatzkräften aus ganz Österreich gelang es schließlich nach mehreren Tagen, den mit 115 Hektar flächenmäßig größten Waldbrand in der Geschichte Österreichs zu löschen. Zum Einsatz kamen dabei insgesamt acht Helikopter, darunter auch zwei Black Hawk.

Michael Leprich Landesfeuerwehrverband Salzburg
Michael Leprich, Kommandant FF Salzburg-Stadt,

Großbrand in St. Andrä

Klaus Lugstein, Bezirksfeuerwehrkommandant für den Flachgau, erinnert sich an einen besonders tragischen Verkehrsunfall in Oberndorf, bei dem ein Pkw in die Salzach gestürzt ist: „Leider konnten die Insassen des Fahrzeugs – die Eltern und ein Kleinkind – nur noch tot geborgen werden.“ Umso positiver verlief im Gegensatz dazu der Einsatz, den der Bezirksfeuerwehrkommandant des Lungaus, Johannes Pfeifenberger, als ganz besonders empfindet: „In St. Andrä stand ein Bauernhof nach einem Blitzschlag in Vollbrand. Rund 150 Feuerwehrleute aus der gesamten Region waren dabei bei dem Einsatz beteiligt, bei dem unter massivem Atemschutzeinsatz das Übergreifen auf ein weiteres Gebäude in unmittelbarer Nähe erfolgreich verhindert werden konnte. Besonders machte den Einsatz die Tatsache, dass ein Pärchen, bei dem beide bei der freiwilligen Feuerwehr engagiert sind, gleichzeitig im Einsatz war. Die junge Feuerwehrfrau war am sogenannten Ablaufposten im Einsatz, während ihr Freund mit Atemschutz den Brand bekämpfte. Als sich der Wind drehte und sich der Posten der Dame inmitten dichten Rauchs befand, bekam es ihr Freund kurzzeitig mit der Angst zu tun. Doch Gott sei Dank ging auch in dieser Hinsicht alles gut aus.“

Wassermassen in Halleiner Altstadt

Der eindrücklichste Einsatz war für den Bezirksfeuerwehrkommandanten des Tennengaus, Markus Kronreif, ohne Zweifel die Jahrhundertflut im Sommer 2021, als die Wassermassen vom Dürrnberg binnen weniger Minuten die Halleiner Altstadt meterhoch unter Wasser setzten und sogar geparkte Autos von den Sturmfluten mitgerissen wurden. „Ich wusste gleich, dass dieser Einsatz eine enorme Herausforderung für die Feuerwehren sein würde. Die schiere Dimension dieses Einsatzes drohte uns anfangs beinahe zu überwältigen. Aber mit vereinten Kräften war es möglich, auch das zu meistern.“

Aufraumarbeiten in Hallein APA/BARBARA GINDL
Aufräumungsarbeiten am Sonntag, 18. Juli 2021, in Hallein nach dem gestrigen Starkregen. Im Stadtgebiet von Hallein wurde Zivilschutzalarm ausgelöst, weil der Kothbach  über die Ufer getreten ist. Im Bereich der Altstadt kam es zu massiven Überschwemmungen. 

Zivilschutzalarm in Hallein beendet

Der Zvilschutzalarm für die Stadt Hallein (Tennengau) ist beendet. Das teilt der Katastrophenschutz der Bezirkshauptmannschaft in einer Aussendung mit. Die Auräumarbeiten laufen indes auf Hochtouren.

Frauen aus Häusern gerettet

An ähnlich katastrophale Bilder erinnert sich der Pongauer Bezirksfeuerwehrkommandant Robert Lottermoser: Im Herbst 2019 mussten in Bad Gastein zwei Frauen aus Häusern gerettet werden, die infolge eines Murenabgangs einzustürzen drohten. Ein Starkregenereignis war auch im Oberpinzgau Auslöser für einen Großeinsatz im Sommer 2021: „Bei einem großflächigen Hochwasser der Salzach kam es zu schweren Vermurungen und enormen Sachschäden, unter anderem wurde die Trasse der Pinzgauer Lokalbahn über eine Strecke von 20 Kilometern zerstört, auch eine Zuggarnitur wurde Opfer der Fluten“, erinnert sich der Bezirksfeuerwehrkommandant des Pinzgaus, Klaus Portenkirchner. Insgesamt waren 2,500 Einsatzkräfte vor Ort im mehrtägigen Dauereinsatz.

(Quelle: SALZBURG24/SN)

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