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Wahl 2019

ÖVP verliert Hallein und Zell am See

Bei den Bürgermeister-Stichwahlen am Sonntag eroberte die SPÖ zwei wichtige Bezirkshauptstädte von der ÖVP zurück: Hallein und Zell am See. Während die Ergebnisse eindeutig sind, sind die Gründe dafür vielschichtig.

Zell am See, Hallein

In Hallein, der zweitgrößten Stadt im Bundesland Salzburg, ist nach der Mehrheit in der Gemeindevertretung auch der Bürgermeistersessel zurück an die SPÖ gefallen. In der Stichwahl am Sonntag konnte sich der bisherige Vizebürgermeister Alexander Stangassinger (SPÖ) mit 56,3 Prozent gegen ÖVP-Amtsinhaber Max Klappacher (43,7 Prozent) durchsetzen.

Extrem knapper Vorsprung im ersten Wahlgang in Hallein

Im ersten Wahlgang vor zwei Wochen hatte Stangassinger als Herausforderer 70 Stimmen Vorsprung gehabt. In der traditionell "roten" Salinenstadt hatten die Sozialdemokraten 1999 zunächst den Bürgermeistersessel an die ÖVP verloren. Neuer Stadtchef wurde damals Christian Stöckl, der die Volkspartei in Hallein in ungewohnte Höhen führen sollte. 2004 verlor die SPÖ trotz Zugewinnen ihre Mehrheit in der Gemeindevertretung, 2009 holten die Schwarzen sogar die "Absolute".

Der Nachfolger Stöckls - dieser wechselte 2013 als Landesrat für Finanzen und Gesundheit in die Salzburger Landesregierung - wurde Gerhard Anzengruber, der allerdings weitaus weniger populär war als sein Vorgänger. Er konnte vor fünf Jahren zwar die ÖVP-Mehrheit und das Bürgermeisteramt verteidigen, musste aber Einbußen hinnehmen. Heuer stellte er sich nicht mehr der Wahl und übergab das Bürgermeisteramt im Dezember 2018 an den nun glücklosen Klappacher.

Schon seit 10. März 2019 steht die Zusammensetzung der Halleiner Gemeindevertretung für die nächste Legislaturperiode fest: Die SPÖ (37,3 Prozent der Stimmen) kommt wie die ÖVP (34,2 Prozent) auf 9 Mandate, die Grünen (12,2 Prozent) und die FPÖ (11,8 Prozent) halten in Zukunft jeweils drei Mandate. Komplettiert wird der neue Gemeinderat von den NEOS (4,5 Prozent, ein Mandat).

Auch Zell am See jetzt wieder rot

In der Tourismus-Hochburg Zell am See hat der Bürgermeisterkandidat Andreas Wimmreuter nach zehn Jahren das Blatt wieder zugunsten der SPÖ gewendet. Er konnte in der Stichwahl mit 57,6 Prozent der Stimmen den amtierenden ÖVP-Bürgermeister Peter Padourek (42,2 Prozent) überholen.

Beim ersten Wahlgang trennten die beiden Kandidaten nur 227 Stimmen, Padourek lag damals noch 5,4 Prozentpunkte voran. Der Gemeinderat bleibt nach der Wahl vor zwei Wochen fest in schwarz-roter Hand. Die Volkspartei erreichte am 10. März 41,8 Prozent der Stimmen (elf Mandate), die Sozialdemokraten 39,9 Prozent (zehn Mandate). Die Grünen kamen in der Pinzgauer Bezirkshauptstadt auf 14,8 Prozent (drei Mandate) und die Freie Partei Salzburgs auf 4,0 Prozent und ein Mandat.

(APA)

Aufgerufen am 18.04.2019 um 10:19 auf https://www.salzburg24.at/themen/gemeinderats-und-buergermeisterwahlen/wahl-2019-oevp-verliert-zwei-bezirkshauptstaedte-67752235

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