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Burgstaller überreichte Großes Verdienstzeichen des Landes an Schauspiel-Chef Thomas Oberender

Schauspiel-Chef Thomas Oberender wurde von Landeshauptfrau Gabi Burgstaller mit dem großen Verdienstzeichen des Landes Salzburg ausgezeichnet.

Das Große Verdienstzeichen des Landes Salzburg überreichte Landeshauptfrau Gabi Burgstaller am Mittwoch, in Salzburg an den Schauspiel-Chef der Salzburger Festspiele, Dr. Thomas Oberender. Landeshauptfrau Burgstaller hob dabei Oberenders "professionelles, künstlerisch hochwertiges und beim Publikum äußerst erfolgreiches Wirken" als Leiter der Sparte Schauspiel bei den Festspielen hervor.

"Thomas Oberender hat in den fünf Jahren als Schauspiel-Chef der Festspiele, die uns wie im Fluge vergangen sind, mit viel Geschick und Gespür manche Fäden zusammengefügt - Spielstätten, Stoffe, Regisseure, Interpreten - und sie zu einem Geflecht verknüpft, das stets getragen hat, auch wenn der Vorhang schon gefallen war", betonte Landeshauptfrau Burgstaller.

Thomas Oberender leitet seit Oktober 2006 das Schauspielprogramm der Salzburger Festspiele. Im Oktober 2006 wurde er als verantwortlicher Schauspiel-Chef der Salzburger Festspiele vorgestellt und mit einem Vertrag bis 2011 ausgestattet. Die erste von ihm programmierte Spielzeit bei den Festspielen 2007 war die bestbesuchte Schauspielsaison der vergangenen zehn Jahre. Oberender war Wunschkandidat als Intendant des Deutschen Theaters Berlin ab 2008, lehnte diese Bestellung jedoch ab, um seinen Vertrag bei den Festspielen zu erfüllen. 2012 wird Oberender Intendant der Berliner Festspiele.

Nach Berufsausbildung und Abitur studierte Thomas Oberender in Weimar sowie an der Humboldt-Universität zu Berlin Theaterwissenschaft von 1988 bis 1993 und parallel bis 1995 an der Universität der Künste Berlin im Studiengang "Szenisches Schreiben". An der Humboldt-Universität promovierte er 1999 mit einer Arbeit über Botho Strauß, der zwei Buchpublikationen über diesen Autor folgten. Nach dem Abschluss seines Studiums arbeitete er freiberuflich als Dramatiker, Kritiker, Essayist und Publizist unter anderem für den Berliner Tagesspiegel, Die Zeit, Frankfurter Rundschau, Neue Zürcher Zeitung und verschiedene Hörfunksender.

1997, während der Hochkonjunktur der neuen britischen Dramatik, war Oberender Mitbegründer und Namensgeber der Berliner Autorenvereinigung Theater Neuen Typs, die neue deutsche Stücke am Renaissance-Theater Berlin vorstellte, darunter erste Texte von Moritz Rinke, Simone Schneider, Daniel Call, Lutz Hübner und Theresia Walser. Ab 1998 übernahm er Lehraufträge in Dramentheorie und Theatergeschichte unter anderem an der Universität der Künste Berlin, der Ruhr-Universität Bochum und am Mozarteum Salzburg.

1999 ging er mit Matthias Hartmann als leitender Dramaturg und Mitglied der Direktion an das Schauspielhaus Bochum. Dort verband sich seine Arbeit vor allem mit Hartmanns Uraufführungen der Stücke von Botho Strauß und Jon Fosse, Becketts Warten auf Godot und den Inszenierungen von Wilfried Minks. Nach den Anschlägen des 11. September 2001 realisierte Oberender in Zusammenarbeit mit der Ruhr-Universität Bochum über vier Jahre am Schauspielhaus den Vortragszyklus "Über die Zukunft des Politischen", der in Buchform im Alexander Verlag Berlin erschien.

2004 engagierte ihn der Intendant der Ruhr-Triennale Gerard Mortier für die Entwicklung einer eigenen Literaturreihe. Oberenders ungewöhnliches Konzept stimulierte unter dem Titel "Die Wiedererrichtung des Himmels" einen Dialog zwischen Autoren und Gästen aus Kunst, Film und Politik. Fortgesetzt wurde die Reihe im Folgejahr unter Prof. Jürgen Flimm mit der Schule der Romantik. 2005 wechselte Oberender als Co-Direktor an das Schauspielhaus Zürich. Dort arbeitete er als Dramaturg in Inszenierungen von Wilfried Minks, Matthias Hartmann, Christiane Pohle sowie Alvis Hermanis und initiierte Matthias von Hartz? Große Zürcher Institutionenverschiebung. Oberender lebt zusammen mit seiner Frau und seinem Sohn in Salzburg. (APA)

(Quelle: S24)

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