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Daniel Barenboim zelebriert 60-Jahr-Jubiläum

Daniel Barenboim bei der Pressekonferenz am Donnerstag in Salzburg. Neumayr/S.B.
Daniel Barenboim bei der Pressekonferenz am Donnerstag in Salzburg.

Er zählt zu den politischsten der klassischen Künstler, als Brückenbauer über starre Denkgrenzen hinweg: Daniel Barenboim nimmt bei den diesjährigen Salzburger Festspielen eine zentrale Rolle ein.

Donnerstagabend dirigiert Maestro Barenboim ein Beethoven-Programm seines West-Eastern Divan Orchestra im Großen Festspielhaus. Von 15. bis 24. August präsentiert sich der 69-Jährige an gleicher Stelle als Pianist mit drei Schubert-Recitals rund um die Trias der letzten Klaviersonaten. Ein dichtes Programm, das nicht zuletzt seinem 60-Jahr-Jubiläum in Salzburg geschuldet ist.

Daniel Barenboim das Wunderkind

Bereits im Alter von neun Jahren saß das Wunderkind am Spinett in Mozarts Geburtshaus - sein erster Aufenthalt außerhalb seiner Geburtstadt Buenos Aires. Zwei Jahre später, 1954, spielte er Wilhelm Furtwängler vor und durfte den Maestro in den Orchestergraben begleiten. Den Festspielen ist Barenboim bis heute treu geblieben. "Jedes Mal, wenn ich nach Salzburg zurückkomme, ist es etwas Besonderes", schwärmte Barenboim heute Vormittag bei einem Pressegespräch.

Etwas ganz Besonderes ist freilich auch das West-Eastern Divan Orchestra, das Daniel Barenboim 1999 gemeinsam mit dem palästinensischen Literaturwissenschaftler Edward Said ins Leben rief, um junge israelische und arabische Musiker unter einem musikalischen Dach zu vereinen. "Das West-Eastern Divan Orchestra ist das Wichtigste, was mir in meinem Leben passiert ist", bekennt Barenboim.

Beethoven in die Welt

Seinerzeit ein Jugendorchester, kann der Klangkörper mittlerweile auf Mitglieder des Concertgebouworkest Amsterdam oder der Münchner und Berliner Philharmoniker zurückgreifen - wie etwa Guy Braunstein. "Wir werden nicht aufhören, bis wir in Damaskus und Teheran alle neun Beethoven-Symphonien gespielt haben", betont der frühere Konzertmeister der Berliner Philharmoniker: "Unsere Herzen sind derzeit bei den Menschen in Syrien." Sieben Orchestermusiker stammen aus Syrien, nur vier davon können die aktuelle Europa-Tournee bestreiten. "Drei Musiker hatten keine Möglichkeit, in den letzten Monaten aus Damaskus wegzukommen", berichtet Barenboim.

Fluktuation gebe es so gut wie keine, der West-Eastern Divan ist, wie Barenboim es formuliert, ein "Way of Life". Diesen vermittelt das Orchester sogar vor Papst Benedikt XVI., der zum Namenstag vor drei Wochen in den Genuss eines Privatkonzerts kam. "Dieses Konzert war für uns sehr wichtig; nicht zuletzt, weil wir damit auch unser humanistisches Ideal präsentieren konnten", erläutert die palästinensische Geigerin Tyme Khleifi.

2013 wieder in Salzburg

2013 gastiert das Orchester wieder in Salzburg, mit zwei Auftragswerken eines jordanischen Komponisten und der renommierten Chaya Czernowin aus Israel. Auch danach wird Barenboim sein - nicht nur politisch - exemplarisches Projekt bei den Festspielen präsentieren. Wenn es nach Intendant Alexander Pereira geht: "Ad infinitum."

(Quelle: S24)

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