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Jubel um "Jedermann"

Die 91. Salzburger Festspiele begannen gestern mit einem Paukenschlag. Die Aufführung des "Jedermann" konnte überzeugen.

Als erste Schauspielpremiere 91. Salzburger Festspiele gingMittwochabend der traditionelle "Jedermann" über die Bühne am Domplatz der Salzachstadt. Nicht nur der Wettergott hatte ein Einsehen und schenkte dem Publikum von Hugo von Hofmannsthals "Spiel vom Sterben des reichen Mannes" im Gegensatz zu den feuchtkalten vergangenen Tagen und der ebenso düsteren Wetterprognose einen schönen, lauen Sommerabend. Auch die seit dem Vorjahr nahezu unveränderte Besetzung rund um Hauptdarsteller Nicholas Ofczarek und "Buhlschaft" Birgit Minichmayr erwies sich in Hochform und erhielt am Ende großen Applaus.

Seit dem Vorjahr ist Christian Stückls Inszenierung, die in ihrer Grundkonzeption aus dem Jahr 2002 stammt, noch tiefgründiger und nachdenklicher geworden. Die Läuterung des in der "Jedermann"-Tradition ungewöhnlich jungen Protagonisten geht auch deshalb zu Herzen, weil die einzige Neubesetzung, die "Guten Werke" Lina Beckmanns, mit viel Charme um den geldgierigen Schnösel wirbt, während er von seiner launigen Tischgesellschaft und Vetternschaft ruppiger als gewohnt verlassen wird. Da wird sogar "Tod" Ben Becker ganz melancholisch zumute.

Ein würdiger Auftakt des Festspielprogramms und eine sehenswerte Weiterentwicklung des alten Stücks mit der jüngsten Besetzung der Aufführungsgeschichte. (APA)

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 16.10.2019 um 01:50 auf https://www.salzburg24.at/themen/salzburger-festspiele/jubel-um-jedermann-59247169

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