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Nabucco: "Italianita" auf der Festspiel-Zielgeraden

Die Salzburger Festspiele 2013 befinden sich auf der Zielgeraden. APA/Archiv
Die Salzburger Festspiele 2013 befinden sich auf der Zielgeraden.

Die Salzburger Festspiele nähern sich dem Ende, und da setzten Riccardo Muti, acht Sänger sowie der Chor und das Orchester del Teatro dell' Opera di Roma noch einen kräftigen Akzent. Auf dem Programm: Giuseppe Verdis Frühwerk "Nabucco" in konzertanter Fassung. Das Publikum im Großen Festspielhaus erlebte am Donnerstag ein "Sängerfest auf der Zielgeraden" mit herzhafter Italianita.

"Nabucco" ist eine jener frühen Verdi-Opern, die sich bis heute im Repertoire gehalten haben. Vielleicht wegen des berühmten "Gefangenenchores". Aber auch sonst ist dieses Werk randvoll edelster Jahrmarktsmusik, volkstümlicher und zugleich raffiniert konstruierter Schunkelmusik mit operettenartigen Gassenhauern aus dem Geburtsland der Oper. Musik, die das vielfach aus Italien zugereiste Publikum schon nach der Ouvertüre zu Bravo-Rufen und heftigem Applaus verleitet hat, der echte Begeisterung ebenso ausdrückte wie Stolz auf "unseren Verdi".

"Muti gab dem Affen Zucker"

Und Riccardo Muti gab dem Affen Zucker. Natürlich mit der gebotenen Noblesse. Aber ein bisschen Show hat sich schon dazugemischt, wenn sich der Maestro aus Neapel ins Zeug legte, leidenschaftlich gestikulierte und Einsätze gab, die nicht immer auf jene Musiker zielten, die diese tatsächlich zu spielen hatten. Ein heftiges Ganzkörper-Zucken zum Chor und zu den Geigen, zugleich aber rumpeln Bässe und Celli aus ganz anderer Richtung - "die Freunde der italienischen Oper" nehmen eben nicht alles so wörtlich.

Einspringerin Pirozzi glänzt

Dafür gab es reichlich von jenen klingenden Gefühlen, aus denen die Oper gemacht ist. So lies Francesco Meli wunderbaren tenoresquen Schmelz hören, der allein schon in der Lage ist, haarsträubende Ungereimtheiten jedes Librettos aus dem Weg zu räumen. Und Dmitry Belosselskiy hielt ebenso mit wie Bass-Bariton-Kollege Zeljko Lucic in der Titelrolle, der Russe und der Serbe agierten in vorderster "Italien-Front". Ein wenig kleiner und daher angestrengt die Stimmen von Sonia Ganassi und Simge Büyükedes, die sich dafür mächtig ins Zeug legten und ebenfalls für herzhafte Momente sorgten. Den größten Applaus aber gab es für Einspringerin Anna Pirozzi, die laut Festspielintendant Alexander Pereira erst nach der Generalprobe zum "Nabucco"-Team gestoßen ist. Aber mit dem Proben war es ohnehin so eine Sache im Salzburger Festspielsommer und außerdem: Die Neapolitanerin hat die Partie drauf, und knallte eine verwegen-leidenschaftliche Arie nach der anderen mit gigantisch großer Stimme ins Festspielhaus. Spitzentöne derart voluminös, dass Ästheten nördlich der Alpen wohl vor allem von "laut" sprechen würden. Laut, aber unbestritten wirkungsvoll.

Volle und berechtigte Publikumspunkte gab es auch für die Chorsänger und die Orchestermusiker der Oper aus Rom, natürlich für den Maestro selbst und genau genommen für alle. Standing Ovations um Mitternacht für herrliche Volksoper der italienischen Art. (APA)

Aufgerufen am 21.04.2019 um 06:07 auf https://www.salzburg24.at/themen/salzburger-festspiele/nabucco-italianita-auf-der-festspiel-zielgeraden-43771228

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