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Osterfestspielaffäre: Mehrere Geladene im Zivilprozess verhindert

Der Schadensersatzprozess in der Affäre rund um die Salzburger Osterfestspiele wird sich in die Länge ziehen. Am vierten Verhandlungstag am Landesgericht Salzburg, in dem die Osterfestspiele GmbH wegen mutmaßlicher ungereimter Geldflüsse von vier Beklagten insgesamt rund 1,488 Mio. Euro fordern, hat Zivilrichterin Christine Außerhofer am Mittwoch bekanntgegeben, dass der Drittbeklagte, der ehemalige Technische Direktor der Sommerfestspiele Klaus K., sowie der Zeuge Franz Schausberger (V), ehemals Landeshauptmann von Salzburg, in dieser Woche verhindert seien. Ihre Anhörung wird auf einen späteren Zeitpunkt verschoben.

Klaus K., gegen den die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachtes der Untreue ermittelt, befindet sich wegen psychischer Probleme noch bis Ende März in stationärer Behandlung in einer Klinik. K. könne zu den für Donnerstag und Freitag anberaumten Einvernahmen aus gesundheitlichen Gründen nicht kommen, teilte sein Anwalt Leopold Hirsch der Richterin mit.

Burgstaller und Schausberger verhindert

Verhindert sind zwei weitere Zeugen, nämlich Ex-Landeshauptmann Schausberger, der von der Landesregierung für den Zivilprozess bisher nicht von der Verschwiegenheitspflicht entbunden worden sei, wie Richterin Außerhofer aus einem Schreiben vorlas. Schausberger könne deshalb heute am Nachmittag nicht als Zeuge aussagen. Nicht kommen wird auch Landeshauptfrau Gabi Burgstaller (S), die für morgen, Donnerstag, als Zeugin geladen war. Sie befindet sich auf Auslandsreise in China. Ihre Befragung wurde auf 16. Mai verlegt.

Gesamtschaden von 3,1 Mio. Euro

Als Zeuge ausgesagt hat heute Peter Alward, der künstlerische Geschäftsführer der Osterfestspiele. Er unterschrieb seinen Vertrag am 11. Februar 2010, einige Wochen nachdem Klaus K. und der ehemalige Geschäftsführer der Osterfestspiele, Michael Dewitte, entlassen worden waren. Gegen Dewitte wird ebenfalls wegen des Verdachtes der Untreue ermittelt. Die Staatsanwaltschaft geht von einem mutmaßlichen Gesamtschaden von rund 3,1 Mio. Euro zulasten der Oster- und Sommerfestspiele aus. Alward konnte zu den Tätigkeiten der vier im Zivilprozess Beklagten - es handelt sich um um zwei Rechtsanwälte (einer der beiden war ehemaliger Zwei-Prozent-Eigentümer der Osterfestspiele), weiters um Klaus K. und eine Steuerberatungskanzlei in Wien - keine Angaben machen. Die Osterfestspiele werfen den beiden Anwälten vor, sie hätten von 2002 bis 2009 Zahlungen für Provisionen, Reisekosten, Extrapauschalen und Überstundenabgeltungen an Dewitte durchgeführt, obwohl es dafür keine vertragliche Grundlage gegeben habe. In diesem Zusammenhang klagten die Osterfestspiele auch Klaus K. und eine Steuerberatungskanzlei in Wien auf Schadensersatz.

Vidyaev-Stiftung spendet 2,5 Millionen an Osterfestspiele

Die Fragen der Richterin an Alward drehten sich heute auch um die geplante 2,5 Mio. Euro-Spende der Vidyaev-Stiftung an die Osterfestspiele, wovon sich Ex-Geschäftsführer Dewitte im Jahr 2009 von der ersten, 800.000 Euro hohen Tranche 300.000 Euro unrechtmäßig als Provision weitergeleitet haben soll. Klaus K. steht im Strafverfahren im Verdacht, Dewitte bei der Transferierung der Summe geholfen zu haben. Alward sagte heute, der Kunstmäzen habe sich erkundigt, wo das Geld geblieben sei, und Vidyaev sei auch über die Berichterstattung in den Medien verärgert gewesen. An die Öffentlichkeit war gesickert, dass sich der Russe durch eine Spende offenbar die österreichische Staatsbürgerschaft für sich und seine Familie erhoffe - darüber habe er aber keine Kenntnis, erklärte Alward. Sogar die Korruptionsstaatsanwaltschaft war eingeschaltet worden, die Ermittlungen gegen Landeshauptfrau Burgstaller wurden aber eingestellt. Man hoffe weiterhin, dass der Kunstmäzen den Osterfestspielen noch Gelder zukommen lasse, erklärte der künstlerische Geschäftsführer.

Alward gibt Einblick über Verdienst

Alward gab auf Anfrage der Richterin einen Einblick über seinen Verdienst bei den Osterfestspielen: Er beziehe ein Jahres-Grundgehalt von 120.000 Euro Brutto, erhalte keine Pauschalen und kein Überstundenentgelt. Eine Beteiligung an Sponsoren-Einnahmen sei bisher nicht vorgesehen, werde aber jetzt diskutiert. Für Auslandsreisen erhalte er 250 Euro pro Nacht, für Inlandsreisen 150 Euro. Auf ein Taggeld verzichte er, so Alward. Er wurde nach Bekanntwerden mutmaßlicher Malversationen von den Osterfestspielen engagiert, er habe für Ruhe unter den Künstlern und Förderern sorgen sollen. Mit der Aufarbeitung des Skandals sei er nicht befasst gewesen, erklärte Alward. (APA)
(Quelle: S24)

Aufgerufen am 19.09.2019 um 11:24 auf https://www.salzburg24.at/themen/salzburger-festspiele/osterfestspielaffaere-mehrere-geladene-im-zivilprozess-verhindert-59324290

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