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Salzburger Festspiele: Standing Ovations für "Soldaten"

Die Oper "Die Soldaten" begeisterten am Montagabend die Festspielbesucher. Wildbild
Die Oper "Die Soldaten" begeisterten am Montagabend die Festspielbesucher.

Mit ihrer letzten szenischen Opern-Neuproduktion 2012 haben die Salzburger Festspiele den mit Sicherheit eindeutigsten Erfolg des Festspielsommers eingefahren - "Die Soldaten" von Bernd Alois Zimmermann wurde Montagabend in der Felsenreitschule zu Recht mit ganz großem, rhythmischem Applaus im Stehen gewürdigt.

Die "Standing Ovations" des Premierenpublikums galten dem gesamten Team um Dirigent Ingo Metzmacher, Regisseur und Bühnenbildner Alvis Hermanis sowie den durchwegs hervorragenden Solisten, allen voran Gabriela Benackova als "Gräfin de la Roche".

„Soldaten“ als Opernspektakel

Die zuletzt 1990 in einer Harry Kupfer-Inszenierung in Österreich gezeigte Oper "Die Soldaten" von Bernd Alois Zimmermann (1918-1970) ist ein hochkomplexes, gigantomanisches Opernspektakel. Rund 170 Musiker sorgen für eine ungewöhnliche Vielfalt an Klangfarben, die der Komponist in den Jahren 1958 bis 1960 auf denkbar raffinierte Weise rund um eine Geschichte von Jakob Michael Reinhold Lenz (1751-1792) zu einem dramatischen Musikdrama zusammengefasst hat.

In Salzburg haben Ingo Metzmacher und die von einer Vielzahl zusätzlicher Musiker ergänzten Wiener Philharmoniker Zimmermanns moralisierende Gesellschaftsoper bis an die Grenzen des akustisch Machbaren ausgereizt. Regisseur und Bühnenbildner Alvis Hermanis hat den "Raum Felsenreitschule" fantastisch genutzt und Artisten und Pferde in seine psychologisch kluge und bildgewaltige Inszenierung eingebaut.

Solisten herausragend

Entscheidend zum durchschlagenden Erfolg dieser "modernen" Oper beigetragen haben auch die Solisten. Besonders Gabriela Benackova, Laura Aikin und Daniel Brenna bewältigten die haarsträubend anspruchsvollen Solopartien vorbildlich und ragten aus dem insgesamt homogen-guten Solostenensemble heraus

Der Prinz und sein Bambi

Seine Hoheit Prinz Mario-Max zu Schaumburg-Lippe kam mit Nina Brucker Bambi zur Premiere.

Nicht ohne zuvor mit einen Tross von Journalisten durch die Altstadt gewandert zu sein und seine Begleitung als "Kultursinninge Kunstkennerin" zu preisen. "Wir wollten ja schon so oft zu den Festspielen gehen, leider hat es bislang aus Termingründen nie geklappt und umso mehr freut es mich, dass wir heute einen wundervollen Abend geniessen können".

Viele der Zaungäste waren vom pompösen Auftritt und nicht zuletzt vom etwas gewagten Kleid seiner Begleitung weniger begeistert. "So was passt wirklich nicht hierher", äzte einer der Zaungäste. (S24/APA)

(Quelle: S24)

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