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Salzburger Festspiele: Zuschauerrekord

Intendant Alexander Pereira wollte 2012 in die "Schwächen" investieren. Neumayr/MMV
Intendant Alexander Pereira wollte 2012 in die "Schwächen" investieren.

Die Auslastung der Salzburger Festspiele 2012 ist gegenüber dem Vorjahr um fünf Prozent auf 90 Prozent gesunken. Diese niedrigste Auslastung seit 13 Jahren hat das Direktorium der Festspiele am Freitag bei seiner Bilanz-Pressekonferenz gekannt gegeben.

"Ich fühle mich mehr geohrfeigt als ich es verdient habe." Mit diesen Worten zog der Intendant der Salzburger Festspiele, Alexander Pereira, heute, Freitag, persönliche Bilanz über seinen ersten Festspielsommer in Salzburg. "Aber ich habe in Zürich besonders am Ende derart viele Streicheleinheiten bekommen, dass es fast schon zu viel war. Es gibt eben solche und solche Zeiten", so Pereira, der beklagte, dass er in Salzburg immer nur über Zahlen reden müsse. "Ich habe hier nie jemanden getroffen, der mit mir über Kunst reden wollte", sagte der Intendant, der besonders vor Beginn der Festspiele wochenlang in einen Konflikt mit dem Festspielkuratorium verwickelt war.

Starke Einnahmen

Zur auf 90 Prozent gesunkenen Auslastung ergänzten Pereira und Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler, dass die Karteneinnahmen mit über 28 Mio. Euro um 1,5 Mio. Euro über dem Budget liegen würden. "Rechnet man Pfingsten und den Festspielball dazu, dann kommen wir sogar auf über 30 Mio. Euro an der Kartenkasse", so Pereira.

Weniger Gratiskarten

Ein Grund für den Kassenerfolg der Festspiele 2012 war laut Pereira das Zurückschrauben von Gratiskarten. Als Beleg dafür verglich der Intendant die Auslastung der Erfolgsoper 2011, "Die Sache Makropulos", mit den "Soldaten" von 2012: "In beiden modernen Opern waren 93 Prozent der Sitze besetzt. Aber die Werte-Auslastung, also das Geld, das durch den Kartenverkauf direkt hereinkommt, war bei den 'Soldaten mit 80 Prozent deutlich höher. Im Vorjahr wurden für die Janacek-Oper nur 67 Prozent der Karten auch wirklich verkauft."

Zwiespältige Kritik

Ein wenig stachelig gab sich auch Schauspielchef Sven-Eric Bechtolf, der in diesem Sommer besonders viele negative Kritiken vor allem des deutschen Feuilleton einstecken musste. "Ich will ja lernen von der Kritik, Qualitäts-Kritik ist wichtig. Aber heuer waren die Texte derart heterogen und widersprüchlich, dass ich nach dem Lesen der 20. Kritik aufgegeben habe. Hauptsächlich bekam ich nämlich bloß apodiktische Geschmacksäußerungen zu lesen. Mit meinem undogmatischen Schauspielprogramm habe ich heuer die Presse gespalten und das Publikum geeint", sagte Bechtolf.

Verdi- und Wager-Jahr 2013

Pereira kündigte an, in Zukunft für "Wiederaufnahmen offen" zu sein. Zumindest dann, wenn im darauffolgenden Jahr dieselben Dirigenten und Regisseure zu Verfügung stehen. "Das war bei Thielemanns 'Frau ohne Schatten' aus dem Vorjahr genauso wenig der Fall wie bei der heurigen 'Zauberflöte'. Die 'Soldaten' gehen nach Mailand und die 'Ariadne' geht nach Wien. Die 'Boheme' lasse ich fallen, weil mir das Verdi- und Wagner-Jahr 2013 besonders wichtig ist. Aber zum Beispiel beim 2013 beginnenden Da Ponte-Zyklus von Bechtolf und Franz Welser-Möst, der in Salzburg logischerweise nach der 'Zauberflöte' kommen muss, sind Wiederaufnahmen in den Folgejahren durchaus denkbar."

Mediales Interesse

Das Pressebüro der Festspiele berichtete von 614 akkreditierten Journalisten aus 37 Länder. Elf szenische Produktionen wurden audiovisuell aufgezeichnet und von neun Fernsehsender insgesamt 27 mal ausgestrahlt. Das Gesamtbudget der Salzburger Festspiele betrug heuer 57 Mio. Euro und soll 2013 auf 60 Mio. Euro erhöht werden.

(APA)

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(Quelle: S24)

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