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Vorsicht beim Kauf von Kinderspielzeug

Weihnachten ist die Zeit der Geschenke – vor allem für Kinder. Wer beim Geschenke verteilen nicht nur strahlende Kinderaugen sehen möchte, sondern auch die Gesundheit der Kinder mit berücksichtigen will, sollte besonders beim Kauf von Kinderspielzeug besonders achtsam sein.

Abgesehen vom Material gibt es noch viele weitere Tipps, die für Eltern beim Kauf von Kinderspielzeug hilfreich sind. Darüber informiert Gesundheits- und Konsumentenschutzreferent Landeshauptmann-Stellvertreter  Christian Stöckl am Mittwoch.

Spielzeug zur kindlichen Förderung

So zum Beispiel Spielzeug wählen, das den Fähigkeiten des Kindes entspricht, das die körperliche, geistige und soziale Entwicklung des Kindes fördert, das länger andauernde Spielfreude vermittelt, das die richtige Größe und Menge hat und beim Preis und Qualität in einem angemessenen Verhältnis stehen.

 

Nicht nur das Material zählt, sondern auch dass das Spielzeug altersgerecht ist. / Bilderbox Salzburg24
Nicht nur das Material zählt, sondern auch dass das Spielzeug altersgerecht ist. / Bilderbox

Gutes Spielzeug ist vielseitig verwendbar, lässt Platz für Kreativität und eigene Spielideen, bietet die Möglichkeit, mit anderen gemeinsam zu spielen, fördert die Geschicklichkeit und Beweglichkeit, besteht aus hochwertigen Materialien, ist gut verarbeitet, hat eine einfache, verständliche Konstruktion und Mechanik und ist robust.

Worauf bei Plastikspielzeug zu achten ist

Falls sich Plastik beim Kauf von Kinderspielzeug nicht vermeiden lässt, sollten die Zusatzstoffe beachtet werden. Viele im Plastik enthaltene Zusatzstoffe sind gesundheitsgefährdend. Dazu gehören vor allem Weichmacher (Phthalate), Bisphenol A (BPA), bromierte Flammschutzmittel und Organozinnverbindungen. Ist viel Weichmacher enthalten, erkennt man ihn am typischen Kunststoffgeruch. Einige Phthalate sind in Spielzeug und Babyartikel, die von Kindern in den Mund genommen werden können, verboten oder dürfen den Grenzwert von 0,1 Prozent nicht überschreiten.

"Die moderne Analytik kann heute Phthalate überall nachweisen", berichtet Rudolf Kaufmann vom Referat Chemie und Umwelttechnik des Landes. "Phthalate sind praktisch in jeder Wohnung und in jedem Menschen nachweisbar und sind als fortpflanzungsgefährdend eingestuft." Gefährliche Stoffe können aber nicht nur in Spielzeug, sondern in verschiedenen Fertigprodukten enthalten sein. So werden beispielsweise immer wieder Grenzwertüberschreitungen bei Nickel in Modeschmuck und bei Azofarbstoffen, die zum Färben von Textilien und Leder verwendet werden, festgestellt. Azofarbstoffe können im Körper krebserregend wirken.

Gefährliches Spielzeug wird aus dem Handel genommen

Beanstandetes Spielzeug wird sofort aus dem Handel genommen. Hier hat der Spielzeughandel die Verantwortung, die Lebensmittelaufsicht prüft nach, ob alles sicher weg beziehungsweise vernichtet ist. Wenn Verdacht auf gefährliches Spielzeug besteht, also zum Beispiel das Spielzeughandy ist zu laut, Kleinteile von Spielzeugautos oder Stofftieren lösen sich leicht ab, die Puppe riecht stark nach Chemie, können sich Konsumentinnen und Konsumenten bei der Lebensmittelaufsicht des Landes unter der Telefonnummer 0662/8042-2961 und per E-Mail an lebensmittelaufsicht@salzburg.gv.at melden.

Für Konsumenten besteht grundsätzlich die Möglichkeit, bei den Unternehmen Auskünfte über Erzeugnisse mit besorgniserregenden Inhaltsstoffen einzuholen. Die Unternehmen müssen binnen 45 Tagen Informationen über die sichere Verwendung dieser Erzeugnisse, zumindest aber die Namen der besorgniserregenden Inhaltsstoffe kostenlos zur Verfügung stellen. Diese Stoffe sind auf der Internetseite der Europäischen Chemikalienagentur aufgelistet.

Auf Prüfsiegel und Warnungen achten

In den gesetzlichen Anforderungen an Spielwaren sind in Österreich beispielsweise Grenzwerte für die Lautstärke von akustischem Spielzeug oder für die kinetische Energie von Geschossspielzeug festgelegt. Spielzeug darf nicht oder nur langsam brennen, Schwermetalle dürfen sich nur bis zu einem gewissen Wert aus dem Spielzeug lösen. Für Eltern empfiehlt es sich, auf freiwillige Prüfsiegel – wie etwa "GS", "Toxproof", "TÜV-Proof", "ÖVE" oder "Spielgut" – sowie auf die Gebrauchsanweisung und Warnhinweise zu achten. Grundsätzliche Produktbewertungen gibt es auch unter www.konsument.at und www.oekotest.de.

Nach einer Richtlinie der Europäischen Union müssen die Mitgliedstaaten, also auch Österreich, gewährleisten, dass vor allem importiertes Kinderspielzeug kontrolliert wird. Das europaweite Schnellwarnsystem RAPEX warnt vor gefährlichem oder gesundheitsschädlichem Kinderspielzeug. In allen betroffenen Ländern werden die Waren sofort aus dem Verkauf rückgeholt.

Auch Kerzen und Öllampen nicht unterschätzen

 

In Anwesenheit von Kindern sollte man beim Anzünden von Kerzen besondere Vorsicht walten lassen. / Bilderbox Salzburg24
In Anwesenheit von Kindern sollte man beim Anzünden von Kerzen besondere Vorsicht walten lassen. / Bilderbox

In der Adventzeit werden gerne Kerzen und Öllampen angezündet. Vor allem Lampenöl mit Farb- und Duftstoff wecken die Neugierde der Kinder, und die Kinder saugen am Docht der Öllampe. Wenn ein solches Lampenöl einen aspirationstoxischen Kohlenwasserstoff enthält (zum Beispiel Petroleum mit niedriger Viskosität), so kann bereits ein Schluck für ein Kind lebensbedrohend sein. Solche gefährlichen Lampenöle dürfen nur in Verkehr gebracht werden, wenn sie keine Farb- und Duftstoffe enthalten und wenn die Verpackung speziell gekennzeichnet ist. Man erkennt solche gefährlichen Lampenöle an dem Gefahrensymbol "Gesundheitsgefahr" und dem Gefahrenhinweis "Gesundheitsschädlich: Kann beim Verschlucken Lungenschäden verursachen" oder "Kann bei Verschlucken und Eindringen in die Atemwege tödlich sein". Aufgrund dieser Gefährlichkeit sollten solche Öle und die damit gefüllten Lampen außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahrt werden.

 

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 15.04.2021 um 12:10 auf https://www.salzburg24.at/themen/weihnachten/vorsicht-beim-kauf-von-kinderspielzeug-46170280

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