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Pyrotechnik, Verletzte & Co

Randale überschatten Linzer Halloween-Nacht

Zahlreiche Polizeieinsätze in Österreich

Nicht überall friedlich verlaufen ist die Halloween-Nacht in Österreich: So gab es 25 Verletzte durch Pfefferspray bei einer Party im Bezirk Amstetten. Schwere Ausschreitungen erlebte aber vor allem die Linzer Innenstadt, wo rund 200 überwiegend Jugendliche massiv randalierten.

Gegen 21 Uhr seien die ersten Notrufe bei der Linzer Polizei eingegangen. Eine große Personengruppe, die sich am Taubenmarkt in der Fußgängerzone getroffen habe, werfe unkontrolliert Böller auf Passanten.

Polizei-Großeinsatz in Linz

In weiterer Folge rückte ein Großaufgebot von rund 170 Polizistinnen und Polizisten aus, darunter auch Cobra-Einsatzkräfte sowie Beamte aus angrenzenden Bezirken. Die Stimmung sei angespannt und aggressiv gewesen, teilte die Landespolizeidirektion Dienstagvormittag mit. Mit zwei Sperrketten versuchten die Einsatzkräfte die Randalierenden abzudrängen, dabei seien sie mit Böllern, Steinen und Glasflaschen beworfen worden.

Böller fliegen durch Innenstadt

Nachdem einige der Jugendlichen auch Böller gegen Oberleitungen der Straßenbahn warfen, schlugen gegen 23 Uhr die Linz Linien wegen möglicherweise herabstürzender Leitungen Alarm. Dann bestehe Lebensgefahr für Fußgänger, woraufhin der Strom in den Oberleitungen abgestellt wurde. Erst ab 2 Uhr wurde der Betrieb der Straßenbahn in der Fußgängerzone wieder aufgenommen.

Um 3 Uhr war der Großeinsatz der Polizei beendet. Insgesamt wurden 130 Identitätsfeststellungen durchgeführt, neun Personen u.a. wegen aggressiven Verhaltens festgenommen. Alle werden wegen des Verdachts der schweren gemeinschaftlichen Gewalt und wegen Ordnungsstörung angezeigt. Zwei Einsatzkräfte der Polizei wurden leicht verletzt.

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(SYMBOLBILD)

Wirbel um explodierende Böller in Salzburger Altstadt

Lauter als in gewöhnlichen Nächten wurde es zu Halloween in der Salzburger Altstadt: Mehrere Gruppen warfen mit Böllern und weiterer Pyrotechnik durch die Gegend, die Polizei stellte mehrere …

Zu Böllerwürfen, aber keinen gewalttätigen Ausschreitungen, kam es vergangene Nacht auch in der Stadt Salzburg.

Politik reagiert auf Ausschreitungen

Bürgermeister Klaus Luger (SPÖ), der erst Mittwochnacht von einer Dienstreise aus Südkorea zurückkehrt, ließ ausrichten, dass es in Linz "Null Toleranz gegenüber Gewalttätigen" gebe, "egal welche Motive diese haben". Linz sei eine "sichere Stadt, in der Ausschreitungen keinen Platz haben". Zugleich bedankte er sich bei der Polizei, "die rasch, zuerst deeskalierend und zuletzt konsequent reagierte".

Die FPÖ Oberösterreich, die in jenem Bundesland mit der Volkspartei regiert, nahm die nächtliche Randale von angeblich Jugendlichen mit Migrationshintergrund zum Anlass, die Bundes-ÖVP zu kritisieren. "Das ist die sichtbare Rechnung für die verfehlte und verschlafene Migrationspolitik von Bundeskanzler Nehammer und Innenminister Karner", meinte Landesparteisekretär Michael Gruber.

"Die Straftaten der vergangenen Nacht sind Ausdruck einer zutiefst antidemokratischen Einstellung zu unseren rechtsstaatlichen Werten und Haltungen", verurteilte Innenminister Gerhard Karner die Ausschreitung. Er habe Landespolizeidirektor Andreas Pilsl und Stadtpolizeikommandant Karl Pogutter beauftragt, einen Sicherheitsgipfel mit dem Linzer Bürgermeister einzuberufen, um "die Situation zu analysieren und die notwendigen Ableitungen zu treffen", so Karner. Ebenso wie Luger sprach er den Polizistinnen und Polizisten seinen Dank für deren "konsequentes Einschreiten" aus und wünschte den Verletzten "rasche Genesung".

Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) würdigte "den beherzten Einsatz" der Sicherheitskräfte. "So konnten die Randalierer in die Schranken gewiesen werden und der Bevölkerung Schutz gegeben werden." Gleichzeitig betonte er die Notwendigkeit, "die Strafen bei Übergriffen auf Polizistinnen und Polizisten zu verschärfen".

25 Verletzte durch Pfefferspray bei Halloween-Party

In Ernsthofen (Bezirk Amstetten) wurden 25 Personen in der Nacht auf Dienstag auf einer Halloweenparty verletzt. Eine 20-Jährige hatte kurz vor 1.00 Uhr Pfefferspray versprüht. Als die Helfer eintrafen, lagen Besucher mit Atembeschwerden und massiven Augenreizungen am Boden, berichtete Philipp Gutlederer von Notruf NÖ. Die Halle wurde geräumt. Die 20-Jährige meldete sich am Dienstag bei der Polizei und gab an, im Zuge einer Auseinandersetzung den Pfefferspray gezückt und irrtümlich ausgelöst zu haben, berichtete ein Sprecher. Ermittlungen zu den Hintergründen waren weiter im Laufen.

23 Personen wurden vom Veranstaltungsort in Krankenhäuser gebracht. Zwei weitere Partygäste waren bereits zuhause, als sie Beschwerden verspürten. Sie wurden ebenfalls ins Spital transportiert. Ein Großaufgebot an Helfern war mehrere Stunden lang im Einsatz. Die Verletzten wurden - teils unter Notarztbegleitung - in Kliniken nach Amstetten, Waidhofen an der Ybbs sowie nach Linz und Steyr in Oberösterreich gebracht.

Stundenlanger Einsatz in Ernsthofen

Nach der Räumung befanden sich rund 1.000 Personen am Vorplatz der Halle, dabei kam es zu einem Handgemenge mit drei Leichtverletzten, hieß es von der Exekutive. Der Einsatz der Helfenden aus zwei Bundesländern dauerte mehrere Stunden. Die Zusammenarbeit habe sehr gut funktioniert, betonte Gutlederer. Aufgeboten wurden 13 Rettungswagenteams und vier Notarztteams.

Insgesamt wurden in Niederösterreich in Verbindung mit Halloween sechs Körperverletzungen, drei Sachbeschädigungen sowie ein Diebstahl und eine Brandstiftung mit in Summe 30 Verletzten angezeigt, teilte die Polizei in einer Aussendung mit

Randale in Klagenfurt

Eine Gruppe Jugendlicher hat in der Halloweennacht vor einem Haus in Klagenfurt randaliert, ein Auto beschädigt und einen Hausbewohner mit dem Umbringen bedroht. Grund der Eskalation: Die rund 20 Verkleideten hatten keine Süßigkeiten bekommen. Ein 16-Jähriger wurde als Rädelsführer identifiziert, zu den weiteren Jugendlichen waren die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen, teilte die Polizei am Dienstag mit.

Gegen 22.30 Uhr hatte eine Familie in Klagenfurt die Polizei verständigt, dass eine Gruppe Jugendlicher vor ihrem Haus randalieren würde. Die Jugendlichen rannten beim Eintreffen der Polizei davon. Der 52-jährige Hausbesitzer gab an, dass die Jugendlichen etwa eine halbe Stunde zuvor mit dem Spruch "Süßes oder Saures" an der Tür geläutet hätten - weil sie keine Kinder waren, hätten sie aber nichts bekommen.

Die Jugendlichen hatten daraufhin Steine und Flaschen in den Innenhof geworfen und dadurch das Auto des Mannes beschädigt. Ein vorerst unbekannter Jugendlicher forderte den 52-Jährigen immer wieder auf, herauszukommen und drohte, dass er ihn "abstechen" werde. Dabei soll er auch ein Messer in der Hand gehalten haben. Bei einer Gegenüberstellung identifizierte der 52-Jährige schließlich den 16-jähriger Klagenfurter, er wird angezeigt.

Polizeieinsätze auch in Wien

In der Halloween-Nacht ist die Wiener Polizei gleich zu drei Einsätzen wegen Pyrotechnik in Floridsdorf ausgerückt. Dabei wurde ein Müllcontainer von Unbekannten zerstört, in der Max-Jellinek-Gasse eine Telefonzelle beschädigt. Im Zuge der Fahndung hielten die Beamten eine Gruppe Jugendlicher an, die einen 14-jährigen Österreicher als Täter nannten. Dieser wird wegen des Verdachts der Sachbeschädigung angezeigt, berichtete die Exekutive am Dienstag.

Und schließlich hatten es die Polizisten in der Mitterhofergasse mit einer Gruppe Jugendlicher zu tun, die zunächst flüchteten, aber mit Verstärkung wiederkamen, die Beamten beschimpften und weiter Pyrotechnik zündeten. Mit Verstärkung wurden sechs Burschen im Alter zwischen 15 und 24 Jahren angehalten und wegen Störung der öffentlichen Ordnung angezeigt.

(Quelle: SALZBURG24/APA)

Aufgerufen am 07.02.2023 um 09:09 auf https://www.salzburg24.at/news/oesterreich/randale-in-halloween-nacht-boeller-strassenschlacht-mit-polizei-in-linz-129196075

Kommentare

MetzgerMeister

Rechtlich sollte es den Polizisten ermöglicht werden bei solchen Idioten viel härter durchgreifen zu dürfen.

Mike_W

Da bin ich ganz bei dir. Momentan ist es leider so, wenn dann doch ein Polizist mal so einen etwas fester berührt, muss er um seinen Job Angst haben.

Bulle23

Wir brauchen wieder Gesetze, die die Staatsgewalt auch als Diese fungieren lassen.

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