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Bislang 48 Infizierte

St. Wolfgang hat erste Corona-Testergebnisse

Mitarbeiter von mehreren Betrieben erkrankt

Der Coronavirus-Cluster im Tourismusort St. Wolfgang im oberösterreichischen Salzkammergut ist bis Sonntag (Stand 15 Uhr) um vier Personen auf nunmehr 48 Infizierte gewachsen. Von den bis Samstagabend durchgeführten bisher 628 Abstrichen waren zuletzt jedoch noch rund 140 Ergebnisse ausständig, teilte das Land der APA mit. Diese werden im Laufe des Abends und in den Nachtstunden erwartet.

Ob sich unter den vier neuen Fällen weitere Gäste befanden, war zunächst unklar. Von den bis Samstagabend bekannten 44 Corona-positiv getesteten Personen waren 43 Mitarbeiter im Tourismus, die meisten von ihnen Praktikanten, einer ein Gast. "Die Infektionsketten können alle nachvollzogen werden", erklärte dazu das Land. Zu den zehn bereits am Freitag betroffenen Betrieben kam am Samstag noch das bekannte Hotel "Weisses Rössl" hinzu.

Corona-Drive-In vom Roten Kreuz

Gleichzeitig dürften auch am Sonntag erneut zahlreiche Gäste, Einheimische und Tourismusmitarbeiter von der Möglichkeit Gebrauch gemacht haben, sich bei der Drive-In-Station des Roten Kreuzes testen zu lassen. Dem Vernehmen nach war der Andrang stark, die Wartezeit soll bis zu eine Stunde betragen haben. Insgesamt wurden am Sonntag 419 Tests durchgeführt.

Ob wegen der jüngsten Häufung von positiven Fällen neben der Vorverlegung der Sperrstunde in allen Gastgewerbebetrieben von St. Wolfgang weitere behördliche Schritte geplant sind, war am Sonntagabend noch offen. "Hinsichtlich weiterer Maßnahmen wird erst nach Vorliegen aller Testergebnisse entschieden", teilte das Land mit.

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"Höhere Zahl an Absagen und Stornos"

Alle erkrankten Mitarbeiter befinden sich in Heim-Quarantäne. Beim Vorgehen hinsichtlich der positiv getesteten Mitarbeiter als auch beim Vorgehen hinsichtlich von Gästen, egal ob positiv oder negativ, halte sich das Land Oberösterreich strickt an die Vorgaben des Bundes, hieß es gegenüber der APA. Positiv getestete Gäste dürfen nur mit den sogenannten "Covid-Taxis", also Einsatzwagen der Blaulichtorganisationen, nach Hause transportiert werden. Gilt ein Gast hingegen als Kontaktperson der Kategorie 1, kann er mit dem eigenen Pkw und einem negativen PCR-Test selbst die Heimreise antreten.

 

Die meisten der infizierten Praktikanten hielten sich mittlerweile nicht mehr im Ort auf, sondern seien bereits zu Hause, sagte auch Hans Wieser, Chef der Tourismus Wolfgangsee Gesellschaft, am Sonntag zur APA. Er berichtete zugleich von verstärkten Stornierungen von Gästen. "Nachdem Medien in Deutschland das Thema aufgegriffen haben, verzeichnen wir seit heute eine höhere Zahl an Absagen und Stornos." Bürgermeister Franz Eisl und Tourismusdirektor Wieser sind am Sonntagabend in einer Presseaussendung davon ausgegangen, mit der "raschen und konsequenten Reaktion" auf die ersten Coronavirus-Infektionen im Ort erfolgreich gewesen zu sein.  Beide freuten sich aber über den jüngsten Rückgang bei der Steigerung der Infektionszahlen. Mit großflächigen Testungen habe man die infizierten Personen schnell gefunden und die Infektionskette durchtrennt. Die Testreihe in St. Wolfgang sei einer der umfangreichsten gewesen, die bisher in einem räumlich so eng begrenzten Gebiet durchgeführt wurden.

Das Land hat zudem beschlossen, alle Gäste rückwirkend bis 15. Juli zu kontaktieren. Generell sollen Urlauber, die sich in einem der betroffenen Tourismusbetriebe aufgehalten haben, ihren Gesundheitszustand genau beobachten. Im Falle auftretender Symptome wie Kurzatmigkeit, Halsschmerzen, Entzündungen der oberen Atemwege, Fieber, bei trockenem Husten oder plötzlichem Verlust des Geschmacks- oder Geruchssinns sollte die Gesundheitshotline 1450 kontaktiert werden. Die beiden Lokale "13er Haus" und "W3", wo einige der infizierten Praktikanten unterwegs gewesen waren, bleiben vorerst weiter geschlossen.

Cluster in St. Wolfgang: Kritik wird laut

Unterdessen kritisierte die SPÖ Oberösterreich am Sonntag, dass Touristen in St. Wolfgang binnen kürzester Zeit auch ohne Symptome zum Test zugelassen werden und das Ergebnis erhalten, während Bürger im Bundesland selbst bei positiv getesteten Angehörigen der Test vorenthalten werde. SPÖ-Gesundheitssprecher Peter Binder berichtete in einer Aussendung von der E-Mail einer Frau, die wegen eines positiven Tests in der Familie für 26 Tage zuhause in Quarantäne bleiben muss, selbst aber nicht getestet werde.

Die aktuellen Fälle haben sich gezeigt, als eine erkrankte Frau Symptome zeigte und am vergangenen Dienstag positiv getestet wurde. Die Tests waren damit nicht Teil der vom Tourismusministerium angekündigten großflächigen Screenings in Urlaubsregionen.

(Quelle: APA/SALZBURG24)

Cluster in St. Wolfgang ist "Herausforderung"

20200630_PD0905.HR.jpg APA/REGINA AIGNER/Archiv
Laut Anschober  können derzeit die regionalen Ausbrüche mit regionalen Maßnahmen eingegrenzt werden.

Der Infektions-Cluster, der sich im Salzkammergut um den Touristenort St. Wolfgang gebildet hat, stelle "eine besondere Herausforderung dar", sagte Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) am Sonntag. Sein Ressort und die Landesbehörden würden sich bei der Vorgehensweise intensiv abstimmen. Die nächsten Wochen sieht er als eine "Phase der Weichenstellung" in der Corona-Krise.

"Es war klar, dass nach zehn Öffnungsschritten, den Grenzöffnungen und dem Start der Tourismussaison das Risiko steigen wird und verstärkt regionale Clusterbildungen eintreten werden", so Anschober. "Hier liegt es in dieser 3. Phase der Pandemie an den regionalen Gesundheitsbehörden, auf Basis der Vorgaben des Gesundheitsministeriums bei Testanzahl und Testdauer sowie beim Kontaktpersonenmanagement sehr konsequent und rasch diese Clusterbildungen einzugrenzen." 

Neuinfektionen in allen Bundesländern 

Mit der schrittweisen Verschärfung der Einreisebestimmungen und der Ausdehnung der Maskenpflicht sei auf die Erhöhung des Risikos reagiert worden. Jetzt gehe es darum, "eine stabile Situation zu erhalten und jede sprunghafte Erhöhung der Zahlen zu vermeiden". Auffällig sei international und auch in Österreich, "dass immer mehr junge Menschen betroffen sind und auch zunehmend Menschen in schwierigen sozialen Lebenssituationen". 

Erstmals seit Wochen waren in Österreich in den vergangenen 24 Stunden alle Bundesländer von Neuinfektionen betroffen (wir haben berichtet). Insgesamt 134 Neuinfektionen standen 85 Neugenesenen gegenüber. Erfreulich sei, dass dennoch die Zahl der Erkrankten in Spitalsbehandlung stabil bleibt, wie auch die Anzahl der Intensivpatienten. Der Reproduktionsfaktor liege aktuell in Österreich bei 1,13. 

Aufgerufen am 14.04.2021 um 06:53 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/grenznah/zahl-der-corona-faelle-in-st-wolfgang-steigt-weiter-an-90628843

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