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Start für Bauarbeiten

Bad Gasteins Zentrum wird rundum erneuert

Hotels und Treffpunkt am Straubingerplatz

Für die touristische Revitalisierung von drei leer stehenden Belle-Epoque-Häusern samt einem neuen Hotelturm am Straubingerplatz im Zentrum von Bad Gastein (Pongau) ist nun der Startschuss erfolgt.

Bad Gastein

Der Eigentümer, die Münchner Hirmer-Gruppe, geht davon aus, dass das Hotelensemble unter der Führung von Travel Charme Hotels Resorts Ende des Jahres 2023 eröffnet wird. Bis zum Jahr 2026 sollen auch ein Fußgängertunnel vom Zentrum zum Bahnhof und ein neues Parkdeck errichtet sein.

Bauarbeiten rund um den Straubingerplatz

"Der Baukran steht seit einigen Wochen auf dem Straubingerplatz. Das ist ein erster Schritt, dass man sieht, es geht voran, wir können jetzt loslegen. Ziel ist es, Ende 2023 den Hotelbetrieb zu eröffnen", sagte Daniel Eickworth, Geschäftsführer der Hirmer Immobilien, am Mittwoch im Rahmen einer Online-Pressekonferenz, in der das Projekt nun schon zum zweiten Mal der Öffentlichkeit präsentiert wurde.

Ein neues, architektonisch nicht unwesentliches Detail kam noch hinzu. Der Öffentlichkeit vorgestellt wurde heute erstmals ein neuer, 13-geschoßiger, im Mittel 35 Meter hoher Hotelturm mit Schwimmbad auf dem Dachgeschoß und einer Fassade aus Kunststein, der an das alte "Badeschloss" angebaut wird. Der Turm füge sich als "Landmark" in das Ortsbild ein, wurde bei der Pressekonferenz erklärt. Der Zubau mit 88 Zimmern erhöht die gesamte Bettenkapazität auf 150, denn das großteils denkmalgeschützte, ehemalige Grandhotel "Straubinger", weist 50 Gästezimmer auf und das historische, ebenfalls großteils denkmalgeschützte "Badeschloss" hat zwölf Zimmer.

Es tut sich was in Bad Gastein

Das Schwimmbecken befinde sich laut Architekten in Augenhöhe von Wanderern, es soll " Sehnsucht wecken, dort einmal Gast zu sein". Das "Straubinger" wird als gediegenes Fünf-Sterne-Hotel und das "Badeschloss" als Vier-Sterne-Superior geführt. Letzteres ist für den jüngeren Gast konzipiert. Im Konzept enthalten sind auch Spa-Bereiche samt Außenpool, Cafe, Bars und Restaurants. Die Gastronomie soll auch Gäste anderer Häuser und Einheimische in die sanierten Belle-Epoque-Häuser locken. Im dazugehörigen Gebäude der "Alten Post" werden voraussichtlich ein Concept Store sowie Büro-und Seminarräume untergebracht.

Hinter dem Projekt stehe die Idee, als Familienunternehmen nicht nur Qualität an den Standort zu bringen, sondern sich generationenübergreifend "an der Weiterentwicklung dieses schönen Ortes" beiteiligen zu können, sagte Christian Hirmer, Sprecher der Hirmer-Gruppe. Die Gesamtkosten würden sich auf einen "zweistelligen höheren Millionenbetrag" belaufen, mehr verriet er nicht. In Medienberichten wurden bisher 50 bis 60 Millionen Euro kolportiert.

Investitionen im historischen Ortskern

Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) und Bürgermeister Gerhard Steinbauer (ÖVP) sprachen erneut von einer "Aufbruchstimmung", die Bad Gastein mit der Revitalisierung des historischen Ortskerns derzeit erlebe. Alle behördlichen und baurechtlichen Bewilligungen liegen vor. "Das war eine Meisterleistung aller Beteiligten", betonte Steinbauer. Der Ortschef sprach auch die Hoffnung aus, dass mit dem revitalisierten Hotelensemble und dem Mobilitätskonzept, das den Fußgängertunnel und zwei Parkhäuser umfasst, eine Initialzündung für weitere Projekte in Bad Gastein einhergehe. Die Kosten für den unterirdischen Verbindungstunnel vom historischen Zentrum hinauf zum Bahnhof belaufen sich auf rund 18,6 Millionen Euro, wobei das Land 25 Prozent und damit rund 4, 7 Millionen Euro aus dem Gemeindeausgleichsfonds mitfinanziert. Das alte Parkhaus am Wasserfall befindet sich seit Jänner im Eigentum der Gemeinde Bad Gastein, und bei der Talstation der Seilbahn auf den Stubnerkogel wird ein Parkdeck mit 500 Stellplätzen errichtet.

Die Münchner Hirmer-Gruppe, zu der das Travel Charme gehört, hat im November 2018 die drei von baulichem Verfall bedrohten, denkmalgeschützten Liegenschaften am Straubingerplatz gekauft. Das Hotel Straubinger, das Postgebäude und das Badeschloss waren gemeinsam mit dem Kongresszentrum und dem ebenfalls denkmalgeschütztem Haus Austria in den Jahren 1999 bis 2005 vom Wiener "Garagenkönig" Franz Duval und dem Wiener Architekten Franz Wojnarowski erworben worden. Anfängliche Zusagen, die Häuser revitalisieren zu wollen, erfüllten sich allerdings nicht - die Gebäude verfielen zusehends. Nach dem Tod Duvals 2013 übernahm sein Sohn Philippe das Erbe. Gespräche über eine Lösung für die Häuser scheiterten zunächst.

Schließlich kaufte das Land Salzburg über den Wachstumsfonds die drei Häuser von Duval und Wojnarowski im Herbst 2017 um rund sechs Millionen Euro, steckte noch mindestens eine weitere Million Euro in die Instandhaltung der Liegenschaften und verkaufte diese um 7,5 Mio. Euro an die Hirmer-Gruppe. Diese verpflichtete sich zur Errichtung zumindest eines gewerblichen Hotelbetriebs in der Kategorie "4-Stern-Superior" oder "5-Stern" binnen drei Jahren ab Erlangung der notwendigen Genehmigungen. Prämisse für das Land war dabei ein behutsames Umgehen mit dem kulturellen Erbe.

(Quelle: APA)

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