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Muren und Überflutungen

Über 1.300 Einsatzkräfte gefordert

Zahlreiche Straßen und Bahnstrecken gesperrt

Im Süden Salzburgs spitzte sich am Sonntagnachmittag die Lage nach dem anhaltenden Regen zu. Über 1.300 Einsatzkräfte waren im Pinzgau, Pongau und Lungau gefordert. 54 Häuser wurden aus Sicherheitsgründen evakuiert, über hundert Menschen sind von der Außenwelt abgeschnitten. Murenabgänge legten zudem Bahnstrecken und Straßen lahm.

Das Ortszentrum von Zell am See ist bis auf weiteres weder für den Individualverkehr noch öffentlich erreichbar. Es gibt keine Ein- oder Ausfahrtsmöglichkeiten in den Ortskern. Ebenfalls nicht erreichbar waren am Abend Embach, Teile von Thumersbach, das hintere Rauriser Tal und der Ortsteil Brandenau in den Gemeinden Bruck und Taxenbach. 

Im Pinzgau und Pongau wurden Einsatzstäbe eingerichtet, von dort werden alle Arbeiten koordiniert und mit den Einsatzkräften abgewickelt. Die Experten des Hydrografischen Dienstes rechnen damit, dass sich zumindest die Hochwassersituation in den Nachtstunden entspannen wird. Weiterhin kritisch bleibt die Murensituation in den betroffenen Regionen.

????Gefährliche Unwetter im Süden Salzburgs * Zivilschutzwarnungen aufrecht ???? ❌ Neueste Information: Das Ortszentrum von...

Gepostet von Land Salzburg am Sonntag, 17. November 2019

Unnötige Fahrten vermeiden

Der Katastrophenschutz des Landes empfiehlt, in den betroffenen Gebieten zudem nicht notwendige Autofahrten zu vermeiden, die Gefahr von Dachlawinen, den Lawinenlagebericht und Informationen zur aktuellen Verkehrslage zu beachten. Für vier Gemeinden (Bad Hofgastein, Großarl, Hüttschlag und Muhr) wurde noch am Sonntagabend eine Zivilschutzwarnung ausgeben. 

Straßensperren in Salzburg

Folgende Straßen sind in Salzburg gesperrt (Stand 19 Uhr):

  • Turracher Straße (B95) zwischen Tamsweg und Murau
  • Murtal Straße (B96) für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen, für Pkw einspurig befahrbar
  • Alte Gerlosstraße (B165) zwischen Ronach und Rankental
  • Pinzgauer Straße (B311) zwischen Schwarzach und Lend
  • Großarler Straße (L109)
  • Muhrer Straße (L211)
  • Dientner Straße (L216) zwischen Lend und Dienten
  • Thomataler Landesstraße (L225) für Durchzugsverkehr
  • Göriacher Straße (L231) ab dem Ortsteil Lasa
  • Prebersee Straße (L262) zwischen Haiden und der steirischen Landesgrenze
  • Thumersbacher Straße (L247)

250 Bahnpassagiere stranden in Bad Gastein

Wegen Unwetterschäden sind für Fernverkehrszüge auf der Tauernstrecke zwischen Schwarzach-St. Veit (Pongau) und Spittal-Millstättersee (Kärnten) derzeit keine Fahrten möglich, teilte die ÖBB am Abend mit. Über die Tauernautobahn wurde für Fernverkehrszüge ein Schienenersatzverkehr zwischen Bischofshofen und Villach eingerichtet. Im Gasteinertal ist aufgrund der derzeitigen Unwetterlage kein Schienenersatzverkehr mit Bussen möglich. Ein Eurocity-Zug musste in Bad Gastein anhalten. Für die 250 Passagiere werde ein kurzfristiges Quartier gesucht, versprachen die ÖBB.

Zwischen Saalfelden (Pinzgau) und Hochfilzen (Tirol) wurde die Bahnstrecke am Nachmittag nach einem Murenabgang gesperrt. Die nächste Lagebeurteilung findet am Montag um 7 Uhr statt. Ein Schienenersatzverkehr mit Bussen wurde zwischen Saalfelden und Hochfilzen eingerichtet. Fernverkehrszüge werden umgeleitet. Wegen Unwetterschäden ist zudem die Bahnstrecke zwischen Bruck-Fusch und Zell am See unterbrochen. Ein Schienenersatzverkehr wurde auch hier eingerichtet. Der Bahnhof Zell am See konnte am Abend mit Bussen nicht angefahren werden.

Die Situation ist noch angespannt; zahlreiche Murenabgänge heute in Hüttschlag und Bad Hofgastein. Dort wurde auch ein...

Gepostet von Bergrettung Salzburg am Sonntag, 17. November 2019

Mehrere Murenabgänge im Pongau

Seit Sonntagfrüh um 7 Uhr waren 1.372 Einsatzkräfte von 45 Feuerwehren an 318 Einsatzstellen gefordert, teilte die Landeswarnzentrale am Sonntagabend mit. Aber auch die Einsatzkräfte von Berg- und Wasserrettung waren involviert. Besonders zugespitzt hat sich heute Nachmittag die Lage im Pongau. In den Gemeinden Großarl, Hüttschlag und Bad Hofgastein sind einige Muren in siedlungsnahen Bereichen abgegangen, und die Hochwasserlage hat sich verschärft. Im Pongau sind aktuell (Stand: 19 Uhr) insgesamt 13 Feuerwehren bei 55 Einsätzen mit mehr als 200 Mann vor Ort.

Auch die Bergrettung war in Hüttschlag, in Großarl sowie im Gasteinertal im Einsatz. "Es gab mehrere Murenabgänge und auch eine – durch eine Mure - verletzte Person am Seilritzberg", schilderte der Ortsstellenleiter von Hüttschlag, Markus Rettenwender, der auf eine Bergung mittels Hubschrauber Montagfrüh hofft. Viele Straßen sind in Hüttschlag gesperrt und im Talschluss zahlreiche Bewohner abgeschnitten.

Einsatzschwerpunkte im Pinzgauer Zentralraum

Im Pinzgau stellt der Zentralraum mit Zell am See, Bruck und Fusch den Einsatzschwerpunkt dar. Das Ortszentrum von Zell am See ist derzeit nicht erreichbar. Auch dort sind die Einsatzkräfte vor allem durch Murenabgänge und lokale Überflutungen stark gefordert. Im Pinzgau sind die Gemeinden Viehofen, Saalbach, Lend-Embach, Rauris, Taxenbach, Fusch, Zell am See u, Pesendorf, Niedernsill, Uttendorf, Königsleiten und Stuhlfelden betroffen. Derzeit nicht erreichbar sind neben dem Zentrum der Bezirkshauptstadt Embach, Teile von Thumersbach, das hintere Raurisertal, der Ortsteil Brandenau in den Gemeinden Bruck und Taxenbach. Im Pinzgau wurden insgesamt 50 Häuser evakuiert.

Lawinen- und Murengefahr in Muhr

Im Lungau mussten insgesamt 24 Häuser, in Ramingstein acht, in Zederhaus eines und in Muhr im Lungau 15 evakuiert werden. Zivilschutzwarnung wurde für die Gemeinde Muhr ausgelöst, denn dort herrscht erhöhte Muren- und Lawinengefahr. 

(Quelle: SALZBURG24)

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