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Projekt S-Link muss Fahrt aufnehmen

Hallo liebe SALZBURG24-Redaktion,

Ich schreibe euch Bezug nehmend auf den Artikel „S-Link: Bürgermeister besprechen beste Trasse“ vom 25. Juni, in dem formuliert wird, dass es für das geplante Bahnprojekt bis nach Hallein noch keine fixe Trassenführung gebe. Als Stadt-Salzburger wundere ich mich doch sehr, wie viel Zeit man – zumindest für einen Außenstehenden –bei diesem Projekt verliert, ehe man zur Umsetzung schreitet. Denn eines ist klar: Die staugeplagte, mehrfach als „Stauhauptstadt Österreichs“ gekürte Stadt Salzburg leidet tagtäglich unter ihrem Verkehr.

Das historische Zentrum – in der Mitte die Salzach, an den Seiten die Stadtberge; es gibt einfach nicht mehr Platz – ist einfach nicht ausgelegt für die Massen an Autos, die zu den Hauptverkehrszeiten durch die engen Straßen stauen. Ein kleiner Unfall irgendwie in der Innenstadt reicht bereits aus, um den kompletten Verkehr für längere Zeit lahmzulegen. Zweifelsfrei muss hier früher als später etwas getan werden. Denn aktuell stehen auch die Öffis trotz eigener Busspuren mitten im Stauchaos und können diesem nicht entkommen. Die Folge: Wer auf die ohnehin nicht billigen Busse umsteigt, steckt ebenso im Schlammassel wie alle, die sich lieber mit dem eigenen Auto durch Salzburg quälen.

Das so groß angekündigte Projekt S-Link könnte hier in doppelter Hinsicht Abhilfe schaffen: Zum einen wäre der Schienenverkehr von der Verkehrssituation auf den Straßen unberührt und könnte zum anderen so eine attraktive Alternative für alle bieten und so zum Umsteigen bewegen: Rasch und staufrei durch Salzburg. Ganz nebenbei ließe sich damit ein Beitrag zur Erreichung der ambitionierten Salzburger Klimaziele leisten. So ist es löblich, dass die Radfahrerinnen und Radfahrer in den Fokus der Politik rücken, allerdings böte eine attraktive öffentliche Verkehrsverbindung eine wetterfeste Option für kalte Tage. Dafür muss aber auch das Salzburger Jahrhundertverkehrsprojekt rasch in die Gänge kommen.

Wenn ich jetzt lese, dass man in den nächsten Wochen und Monaten erst einmal mit den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern der Umlandgemeinden sprechen will, frage ich mich, wieso das bislang scheinbar nicht passiert ist? Laut offizieller Homepage des Projekts sollen die Planungstätigkeiten erst Ende 2023 abgeschlossen sein – und selbst dieser Zeitplan wird als „ambitioniert“ beschrieben. Eines ist klar: Die aktuelle Verkehrssituation in Salzburg ist unerträglich und es braucht eine klare Lösung des Problems. Das S-Link-Projekt hat das Potential, ein großer Teil dieser Lösung zu sein. Je länger dieses jedoch auf sich warten, desto größer wird die Wahrscheinlichkeit, dass es ebenso wieder in einer Schublade verschwindet wie die zahlreichen ambitionierten Salzburger Verkehrsprojekte zuvor.

Karl-Heinz Brandstetter

(Quelle: SALZBURG24 Leserbrief)

Aufgerufen am 05.12.2021 um 06:48 auf https://www.salzburg24.at/service/leserbrief/projekt-s-link-muss-fahrt-aufnehmen-111119119

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