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"Stehen nicht zur Verfügung"

Eurofighter: Airbus lässt Tanner abblitzen

Verteidigungsministerin prüft Klage

Airbus will Klaudia Tanner (ÖVP) offenbar doch nicht so richtig kennenlernen. In einer E-Mail erteilte der Eurofighter-Hersteller der Verteidigungsministerin einen Korb und ließ ein von Tanner angekündigtes Gespräch zur erneut aufgeflammten Causa platzen. Tanner reagierte mehr als verschnupft und drohte mit einer zivilrechtlichen Klage. Zudem wird eine Luftraumüberwachung ohne Eurofighter geprüft.

Tanner hatte am Donnerstag vergangener Woche von Airbus erneut eine "vollumfassende Kooperation" und die Nennung der 14 Personen und Organisationen, an die Geld geflossen sein soll, verlangt. Sie berichtete auch von einem vereinbarten Gespräch mit Airbus, aus dem nun wohl nichts wird. Dieses hätte gemeinsam mit der Finanzprokuratur und unter Einbindung aller Wehrsprecher der Parlamentsparteien stattfinden sollen.

Airbus steht für Gespräch nicht zur Verfügung

"Für ein Gespräch in Wien in dem in der gestrigen Pressekonferenz geschilderten Format stehen wir nicht zur Verfügung", heißt es laut "Standard" nun in einem E-Mail. Die Absage, unterzeichnet von der Corporate Secretary bei Airbus Defence and Space, an Tanners Generalsekretär Dieter Kandlhofer wurde am Freitag übermittelt. Airbus sei nicht bereit, über "eine irgendwie geartete 'Wiedergutmachung' bzw. Schadenersatz oder eine Aufhebung bzw. Rückabwicklung des Liefervertrages" zu sprechen.

Eurofighter: Tanner stellt zivilrechtliche Klage in Raum

"Meine Geduld ist jetzt nicht nur am Ende, sondern der Faden ist nun gerissen", reagierte Tanner auf die Absage. Sie stellte eine zusätzliche zivilrechtliche Klage gegen das Luftfahrtunternehmen in den Raum: "Wer sich dem Gespräch verweigert, der darf sich nicht wundern, dass man sich vor Gericht wiedersieht." Zudem beauftragte sie den Generalstab, "alle Varianten einer zukünftigen Luftraumüberwachung ohne Eurofighter zu prüfen".

Airbus habe "Format abgelehnt"

Ein Airbus-Sprecher betonte gegenüber der dpa: "Wir sind grundsätzlich auch weiter zu Gesprächen bereit", man habe nur das von Tanner "vorgeschlagene Format abgelehnt". Zu aktuellen Forderungen aus Österreich sagte er lediglich: "Aus unserer Sicht hat sich die rechtliche Grundlage nicht verändert."

Auch ohne Beteiligung von Airbus will Tanner noch in dieser Woche Gespräche mit den Wehrsprechern der Parteien und dem Leiter der Finanzprokuratur führen. Dass ein von Airbus vorgeschlagener "Gedankenaustausch" mit Tanner am Rande der Münchener Sicherheitskonferenz am Freitag nicht zustande gekommen ist, begründete ein Sprecher ihres Ministeriums mit dem Rahmen der Veranstaltung. Es gehe beim Thema Eurofighter nicht um Small Talk, sondern um inhaltliche Gespräche.

(Quelle: APA)

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