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Tragödie auf A6

Horror-Unfall im Burgenland fordert drei Tote

Schlepper-Fahrzeug durchbricht Polizeikontrolle

Beim Versuch, einer Polizeikontrolle auf der Nordostautobahn (A6) beim Grenzübergang Kittsee (Bezirk Neusiedl am See) zu entkommen, hat sich heute ein Schlepper mit seinem überfüllten Fahrzeug überschlagen. Bei dem Unfall wurden drei Menschen getötet und sieben weitere schwer verletzt.

Bei dem Unfall wurden drei Menschen – zwei Männer und eine Frau – getötet, bestätigte die Polizei. Sieben Personen wurden laut Landessicherheitszentrale Burgenland mit schweren Verletzungen in Krankenhäuser geflogen. Auch Kinder waren betroffen.

21 Menschen in Schlepper-Fahrzeug

Der Grenzübergang wurde nach dem Unfall vorübergehend gesperrt. In dem Kastenwagen befanden sich neben dem Schlepper 20 Migrant:innen, sagte Polizeisprecher Helmut Marban zur APA. Der Schlepper wurde festgenommen und wird derzeit einvernommen. Es dürfte sich laut Marban um einen russischen Staatsbürger handeln.

Fünf Notarzthubschrauber aus Wien, Niederösterreich und dem Burgenland standen im Einsatz: Neben dem Intensivtransporthubschrauber (ITH) auch Christophorus 2, 3, 9 und 16. Weiters waren mehr als ein Dutzend Rettungsfahrzeuge an der Unfallstelle. Die Verletzten wurden nach Angaben der Landessicherheitszentrale in Krankenhäuser in vier Bundesländern transportiert: Nach Wien, nach Wiener Neustadt, St. Pölten und Hainburg (Bezirk Bruck a.d. Leitha) in Niederösterreich, in die Spitäler Eisenstadt und Kittsee im Burgenland sowie nach Graz. Weiters rückten vier Feuerwehren aus. Der FF-Einsatz wurde am frühen Nachmittag beendet, teilte die Landessicherheitszentrale auf APA-Anfrage mit.

Kastenwagen durchbricht Polizeisperre

Der Lenker des weißen Kastenwagen wollte am frühen Vormittag vor einer Polizeikontrolle am Grenzübergang Kittsee - Jarovce über die A6 flüchten. Das Schlepperfahrzeug bog dann bei der ersten Abfahrt von der Autobahn ab. Aufgrund der überhöhten Geschwindigkeit überschlug sich der Kastenwagen.

Erinnerungen an Lkw mit 71 toten Flüchtlingen

Das Burgenland ist schon einmal Schauplatz einer Flüchtlingstragödie gewesen. Am 27. August 2015 hatte ein Mitarbeiter der Asfinag auf der Ostautobahn (A4) bei Parndorf einen etwa 7,5 Tonnen schweren Kühl-Lkw entdeckt, der in einer Pannenbucht abgestellt war. In dem Lastwagen befanden sich die Leichen von 71 Flüchtlingen. Die drei Haupttäter wurden inzwischen zu lebenslangen Haftstraßen verurteilt.

Karner über "Brutalität" der Schleppermafia

Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) hat nach dem Unfall eines Schlepper-Fahrzeuges mit drei Toten und mehreren Schwerverletzten am Samstag im Burgenland das Vorgehen der Schlepper scharf kritisiert. "Der tragische Tod von drei Menschen heute am Grenzübergang Kittsee/Jarovce zeigt einmal mehr die Brutalität und Skrupellosigkeit der Schleppermafia", sagte er in einer Aussendung. Es müsse weiterhin entschlossen dagegen vorgegangen werden, betonte er.

Menschen würden "mit völlig falschen Versprechungen gelockt und riskieren dabei ihr Leben", so der Innenminister. "Wie der heutige Vorfall einmal mehr zeigt, zählt das Leben von Menschen für die Schleppermafia nichts - ihr Tod wird einfach in Kauf genommen." Ein "entschlossenes Vorgehen gegen Schlepper und illegale Migration heißt Menschenleben zu schützen", zeigte sich der Minister überzeugt. "Die Maßnahmen zur Bekämpfung der menschenverachtenden Schlepperkriminalität müssen daher konsequent fortgesetzt werden."

Bis zum 12. August 2022 wurden in diesem Jahr bereits knapp 330 Schlepper festgenommen, verwies der Ressortchef auf die Daten. Gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres bedeute das ein Plus von 80 Festnahmen.

(Quelle: APA)

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