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Lockdown-Ende in Sicht

Österreich sperrt wieder auf – aber wie?

2-G und weitere Auflagen für Handel, Gastro & Tourismus

Der Lockdown geht am Sonntag zu Ende, das haben Neo-Kanzler Karl Nehammer (ÖVP) und Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) heute verkündet. Geimpfte sollen ab kommender Woche wieder Handel, Gastro und Tourismus in Anspruch nehmen können - unter welchen Auflagen, das erfahren wir morgen. Die FFP2-Maske dürfte aber eine zentrale Rolle spielen.

Die deutlich nach unten zeigenden Infektionszahlen und der Druck der Wirtschaft wiegen für die Politik offenkundig schwerer als der noch immer extrem hohe Belag der Intensivstationen, in denen sich die Entspannung traditionell mit Verzögerung zeigt. Nehammer analysierte bei seiner ersten Pressekonferenz als Kanzler, man spüre in der Bevölkerung, dass die Öffnung wichtig sei. Es gehe für Menschen ja auch darum, ihren Lebensunterhalt zu verdienen.

Karl Nehammer Antritsrede APA/ROLAND SCHLAGER
 Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) während einer PK mit dem Titel "Amtsverständnis und Ausblick Corona-Gipfel" am Dienstag, 7. Dezember 2021, in Wien.

Kanzler Nehammer kündigt fixes Lockdown-Ende an

Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) hat in seiner ersten Pressekonferenz als Regierungschef ein Ende des generellen Lockdowns mit kommendem Wochenende zugesichert: "Die Öffnung wird stattfinden."

FFP2-Maske als "wichtiger Faktort"

Daher will er den Lockdown nicht nur (wie erwartet) für den Handel diese Woche auslaufen lassen, sondern (etwas überraschend) auch schon für Tourismus und Gastronomie. Begleitet sein soll das von Sicherheitskonzepten, wobei die FFP2-Maske ein "wichtiger Faktor" sein werde. Bedeutend sein würden auch Kontrolle und Sanktionierung bei Nicht-Einhaltung der aufgestellten Regeln.

 

OÖ länger im Lockdown, Vorarlberg mit Sperrstunde

Wie die genau aussehen, soll am Feiertag in einem Gipfel mit den Ländern geklärt werden, denen die Möglichkeit zu schärferen Regulativen gegeben ist, wie sowohl Nehammer als auch Mückstein - letzterer bei einem EU-Termin - anmerkten. Eine einheitliche Linie dort ist jetzt schon auszuschließen. Oberösterreich hat schon länger gesagt, den Lockdown eine Woche länger laufen lassen zu wollen, während Vorarlbergs Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) heute eine Öffnung mit 13. Dezember mit Begleitmaßnahmen wie Sperrstunden ankündigte.

Salzburg wollte sich auf Anfrage von SALZBURG24 noch nicht festlegen und die morgigen Gespräche abwarten. Eine einheitliche Vorgehensweise werde aber ausdrücklich begrüßt, heißt es. Mehr zu Salzburgs Vorhaben lest ihr HIER.

Haslauer_PK_Salzburg20211112016.jpg Neumayr
Zusätzlich zu einem Lockdown für Ungeimpfte wird in Salzburg die FFP2-Maskenpflicht ausgedehnt, teilt Landeshauptmann Wilfried Haslauer heute mit. 

Lockdown-Ende in Sicht: Wie handelt Salzburg?

Der Lockdown für Geimpfte endet österreichweit am kommenden Wochenende. Die Bundesländer haben aber weiterhin die Möglichkeit, die bundesweiten Vorgaben zu verschärfen. In Salzburg sprach man sich …

Wien öffnet nur Teilbereiche

Während damit das Land mit der schlechtesten Infektionslage offenbar eine breite Lockerung anstrebt, bremst das Land mit der (wohl vor allem dank schon länger restriktiver Regelungen) günstigsten Situation. Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) verkündete nach einem Gespräch mit Experten, dass kommende Woche nur Teilbereiche wieder öffnen werden. Dazu zählen der Handel, die körpernahen Dienstleister wie Friseure, der Kulturbereich und der Sport, so es nicht indoor zu Körperkontakt kommt. Gastronomie und Hotellerie sollen erst eine Woche später folgen.

Hält sich Österreichs Osten an Wien?

Ob es hier zu einer Verständigung zumindest in der Ostregion kommt, bleibt unklar. Denn Burgenlands Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) hält auch hier schon jetzt eine Öffnung für möglich. Sein Kärntner Kollege Peter Kaiser (SPÖ) will erst am Donnerstag über strengere Vorgaben als jene des Bundes entscheiden.

Bisher hatte neben Wien vor allem die Steiermark auf eine nur vorsichtige Öffnung gedrängt, wie sie vergangene Woche auch die Corona-Kommission eingefordert hatte. Heute war Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer (ÖVP) da offener. Er habe sich am Dienstag mit den Präsidenten der Wirtschaftskammer und der Industrie sowie mit seinem medizinischen Expertenstab und auch dem Bundeskanzler beraten. Das Ergebnis: "Es wird größere Öffnungen geben aber mit strengen Sicherheitsmaßnahmen."

Ordentlicher Druck der Wirtschaft

Was ihm vonseiten der Wirtschaft berichtet wurde, ist nicht schwer zu erraten. Kammerpräsident Harald Mahrer (ÖVP) hatte am Morgen noch einmal ordentlichen Druck bezüglich einer breiten Öffnung gemacht und Regierung und Länder an ihr Versprechen eines nur dreiwöchigen Lockdowns gemahnt. Mahrer fand es trotz Verweises auf weiter extrem hohe Zahlen an den Intensivstationen im Ö1-"Morgenjournal" "selbstverständlich", eine Öffnung aller Branchen nach dem Lockdown-Ende einzufordern.

Zumindest rechnerisch sieht es tatsächlich nicht mehr so ungünstig aus. Von einer absinkenden Infektionslage auch in den nächsten Tagen geht im Vorfeld der Entscheidung über die Öffnungsschritte der Simulationsforscher Niki Popper aus. Der Trend der Neuinfektionen zeige klar nach unten. Bei Öffnungen werde es aber Sicherheitsnetze und eine hohe Impfbereitschaft brauchen.

(Quelle: APA)

Aufgerufen am 06.12.2022 um 08:17 auf https://www.salzburg24.at/news/oesterreich/oesterreich-sperrt-wieder-einmal-auf-113672590

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