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ATIB und IGGÖ

Muslimische Vereine verurteilen Terror scharf

"Grausamer Anschlag in Wiener Innenstadt"

Wien APA
Polizeibeamte am Tatort Schwedenplatz in Wien am Dienstag.

Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) hat nach dem Terroranschlag in Wien uneingeschränkte Kooperation mit den Sicherheitsbehörden angeboten. Auch der türkische Moscheenverein ATIB hat den Terroranschlag in Wien scharf verurteilt.

Man wisse über den oder die Täter auch nicht mehr, als das Innenministerium am Dienstag bekannt gegeben hat, sagte eine Sprecherin zur APA. Die Polizei könne auch jederzeit in Kontakt mit den Extremismus-Präventionsexperten der Glaubensgemeinschaft treten. Österreichs Muslime planen im Rahmen des kommenden Freitagsgebetes Gottesdienste für die Opfer des Terroranschlags in Wien. Das kündigte die IGGÖ am Dienstag an

"Zutiefst betroffen, erschüttert und fassungslos"

Die IGGÖ werde noch am Dienstag mehrere Gremiensitzungen einberufen, kündigte die Glaubensgemeinschaft an. "Für uns ist es auch wichtig, ob es ein Zufall war, dass der Anschlag vor der Synagoge stattgefunden hat", sagte die Sprecherin zudem. Seit dem Abend des Anschlags sei man in ständigem Kontakt mit der Israelitischen Kultusgemeinde Wien (IKG).

Der Präsident der IGGÖ, Ümit Vural, hat den Terroranschlag in Wien auch persönlich verurteilt. "Wir sind immer noch zutiefst betroffen, erschüttert und fassungslos", sagte er am Dienstag in einem Statement. Es handle sich um eine "feige, abscheuliche Tat". Unmittelbar engagiert haben soll sich der Täter in der Glaubensgemeinschaft nicht.

"Es ist ein Angriff auf unser Wien", sagte Vural zum Anschlag Montagabend. "Jetzt hat uns der Terror erstmals in unmittelbarer Nähe in unserer Bundeshauptstadt aufgesucht." Nun gelte es für die gesamte Gesellschaft, zusammenzustehen und gegen eine Spaltung aufzutreten. "Unsere liberale Rechtsordnung ist stärker als Gewalt und Terror", meinte Vural.

"Unsere Gedanken sind bei den Opfern"

"Gestern Abend war die Wiener Innenstadt Schauplatz eines grausamen Anschlages, der uns alle tief erschüttert und mitgenommen hat, unsere Gedanken sind bei den Opfern, den Verletzten und ihren Angehörigen", sagte Vorsitzender Fatih Yilmaz am Dienstag in einer Aussendung. Er dankte den Einsatzkräften und der Regierung.

Als beispielhaft bezeichnete Yilmaz "die differenzierte und bedachte Darstellung des Bundeskanzlers Sebastian Kurz, nicht alle Muslime über einen Kamm zu scheren". Es seien herausfordernde Zeiten, die uns bevorstehen. "Wir sind mehr denn je angehalten unsere demokratischen Werte und unsere plurale Gesellschaft zu wahren", befand der ATIB-Vorsitzende. "Terror hat keine Religion und keine Heimat, sie hat das alleinige Ziel, nämlich das Schüren von Ängsten und die Spaltung unserer Gesellschaft. Zusammenhalt und Solidarität können, die einzig richtige Antwort darauf sein."

"Mit Abscheu und Entsetzen" hat sich die Alevitische Glaubensgemeinschaft nach dem Terroranschlag in Wien zu Wort gemeldet. Sie verurteile die dahinterstehende Ideologie, "gleich wie auch sie immer begründet wird", hieß es in einer Aussendung. "Unbeschreiblich geschockt und entsetzt sind wir von den gestrigen Ereignissen in der Wiener Innenstadt", schrieb die Muslimische Jugend. 

"Wien hält zusammen"

"Tiefe Betroffenheit" haben auch Vertreter der Evangelischen Kirche in Österreich nach dem Terroranschlag in der Wiener Innenstadt geäußert. "Wenn die Worte versagen, bleibt mir nur das stille Gebet für die Opfer und ihre Angehörigen und die Helferinnen und Helfer", äußerte sich der evangelisch-lutherische Bischof Michael Chalupka in sozialen Medien. "Wien hält zusammen für das Leben in dieser Stadt. Terror darf den Zusammenhalt nicht spalten!"

(Quelle: APA)

Aufgerufen am 25.10.2021 um 10:49 auf https://www.salzburg24.at/news/oesterreich/terror-in-wien-muslimische-vereine-verurteilen-tat-95112817

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