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"Lebewesen, kein Produkt"

Neues Kennzeichen für mehr Tierwohl

Gipfeltreffen zwischen Rauch und Lebensmittelhandel

Beim "Tierwohlgipfel" am Freitag steht eine Branchenvereinbarung für ein Tierhaltungskennzeichen im Mittelpunkt, das künftig für mehr Tierwohl sorgen soll. "Wir müssen anfangen, Tiere als Lebewesen zu sehen und nicht als Produkt", sagte der auch für Tierschutz zuständige Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne) beim "Doorstep".

Rauch (Grüne) hat die Spitzen des Lebensmittelhandels zu dem Treffen geladen.

 

Neues Kennzeichen soll Einkauf erleichtern

Konsument:innen sollen durch das Tierhaltungskennzeichen die Möglichkeit bekommen, sich bewusst für Fleisch mit höheren Haltungsstandards zu entscheiden. Die teilnehmenden Lebensmittelhandelsketten Hofer, Lidl, Rewe und Spar sprachen sich bereits im Vorfeld für die Entwicklung eines Tierhaltungskennzeichens aus. Auch die AMA-Marketing begrüßte das Vorhaben.

Vor dem Sozialministerium protestierten heute Aktivist:innen der Umweltschutzorganisation Greenpeace für die rasche Einführung eines Tierhaltungskennzeichens. Die Aktivisten kritisieren die mangelnde Transparenz bei Fleischprodukten und die Standards der AMA-Zertifizierung. So würde selbst AMA-zertifiziertes Fleisch nicht einmal die deutschen Tierhaltungs-Mindestkriterien erfüllen.

VGT zeigt dramatische Zustände in AMA-Betrieben

Erst gestern, Donnerstag, wurden Bilder vom Verein gegen Tierfabriken (VGT) veröffentlicht, die dramatische Zustände in einem AMA-zertifizierten Mastbetrieb zeigten. So sollen etwa tote Tiere unter den lebenden gelegen haben.

Verein gegen Tierfabriken erstattete Anzeige
++ HANDOUT ++ ZU APA0104 VOM 24.6.2022 - Schweine in einem AMA-zertifizierten Schweinemastbetrieb im Bezirk Korneuburg. Der Schweinemastbetrieb wurde wegen mutmaßlicher Missstände gesperrt. Der Verein gegen Tierfabriken (VGT) hatte zuvor Anzeige erstattet. Seitens der zuständigen Landesabteilung Naturschutz und der Bezirkshauptmannschaft seien Untersuchungen bestätigt worden. Die Amtstierärztin sei an Ort und Stelle gewesen.

Behörde sperrt AMA-Mastbetrieb in NÖ

Im Bezirk Korneuburg ist laut einem Bericht des ORF Niederösterreich ein AMA-zertifizierter Schweinemastbetrieb wegen mutmaßlicher Missstände gesperrt worden. Der Verein gegen Tierfabriken (VGT) …

Der VGT sprach von katastrophalen Zuständen mit zahllosen toten Tieren in verschiedenen Verwesungsstadien. Knochenreste würden beweisen, dass die Betreiber die toten Tiere sehr lange nicht entfernt hätten, hieß es in einer Aussendung des Vereins gegen Tierfabriken. Der VGT erstattete Anzeige gegen den Schweinemastbetrieb. "Dieser Vorfall zeigt, dass das System nicht stimmt", so Rauch vor den Gipfelgesprächen. Daher arbeite man nun auch an einer Systemumstellung, damit "so etwas nicht mehr vorkommen kann".

(Quelle: APA)

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