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Zum Dahinschmelzen, oder?

Warum uns der Hundeblick so fasziniert

Biologin über ganz besondere Mensch-Tier-Beziehung

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Was steckt hinter dem Hundeblick? (SYMBOLBILD)

Mensch und Hund haben eine besondere Beziehung. Ein Grund dafür ist der typische Hundeblick. Aber was fasziniert uns daran so?

Setzt ein Vierbeiner den typischen Hundeblick mit großen Kulleraugen auf, schmelzen viele Hundeliebhaber:innen dahin. Was dahinter steckt, erklärt Biologin Michaela Knosp aus Eugendorf (Flachgau), die sich auf Verhaltensberatung und -training von Hund und Katze spezialisiert hat, im SALZBURG24-Interview.

 

Wie entsteht der Hundeblick?

„Der Blickkontakt zwischen Mensch und Hund ist wichtig für die soziale Interaktion. Das ist ein wesentlicher Unterschied zwischen Hund und Wolf, denn Wölfe mögen Blickkontakt überhaupt nicht.“ Im Zuge der Domestizierung hat sich beim Hund ein spezieller Muskel besonders ausgeprägt: Der levator anguli oculi medialis (LAOM). Bei Wölfen hingegen ist dieser kaum vorhanden, erklärt Knosp. Der LAOM ist für den typischen Hundeblick verantwortlich: „Dieser Muskel lässt die Augen wahnsinnig groß erscheinen. Damit spricht der Hund das Kindchenschema an, das der Mensch so liebt. Unser Beschützerinstinkt wird dadurch getriggert.“ Zugleich werden durch den Blickkontakt Hormone ausgeschüttet, wie das Wohlfühl- und Bindungshormon Oxytocin. „Der Hund schüttet Oxytocin aus, wenn er mit dem Menschen Blickkontakt sucht und umgekehrt genauso.“

Vierbeiner können Menschen "lesen"

Das ist aber nicht das Einzige, was die Beziehung zwischen Hund und Mensch so besonders macht. Über Jahrtausende hinweg hätten die Vierbeiner nämlich gelernt, uns bzw. unsere Sprache zu lesen: „Sie kennen unsere Mimik und Gestik wahnsinnig exakt.“ Das wiederum habe sehr viel mit dem Blickkontakt zu tun. Denn Hunde, die man ansieht, würden wissen, dass sie angesprochen sind und seien dadurch viel aufmerksamer, wenn man ihnen eine Gestik oder Mimik entgegenbringt, führt Knosp aus.

Verjugendlichung und Kindchenschema

Eine weitere Rolle spiele die Neotenie, also die Verjugendlichung des Hundes. Bis zum dritten oder vierten Monat würden sich Wolf und Hund relativ ähnlich entwickeln. „Dann bleibt der Hund im Grunde ein bisschen stehen. Kindchenschema und Lautgebung bleiben ein wenig erhalten. Das spricht uns Menschen an.“

Für den Menschen sei zudem wichtig, dass der Hund bei ihm bleibt. „Das machen Wölfe nicht. Sie gehen nach einem halben oder dreiviertel Jahr ihre Wege. Hunde machen das bis zum Lebensende nicht.“ Die Selbstständigkeit eines Hundes sei also im Grunde stehen geblieben. „Für uns sind die Hunde loyal, also in der Verhaltensentwicklung ein wenig gebremst.“

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Positive Auswirkungen auf Gesundheit

Haustiere generell würden sich aber auch positiv auf die Gesundheit ihrer Halter:innen auswirken, merkt die Biologin an. „Durch Streicheln, Blickkontakt oder Schnurren wird Oxytocin ausgeschüttet. Unsere Immunabwehr wird gesteigert, Puls und Herzfrequenz werden gesenkt und der Kreislauf kommt in Schwung.“ Nicht umsonst wird der Hund also oft als bester Freund des Menschen bezeichnet. Habt ihr auch einen Hund, der besonders fotogen ist? Dann schickt uns gerne eure Bilder bis 14 Uhr zu!

Was ist der LAOM-Muskel?

Musculus levator anguli oculi medialis ist lateinisch und bedeutet „Heber des innenseitigen Augenwinkels“. Es handelt sich um einen Skelettmuskel des Kopfes. Der LAOM hebt den zur Mitte gelegenen Teil des oberen Augenlids an. Dadurch entsteht der typische Hundeblick.

(Quelle: SALZBURG24)

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