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Mirabellplatz

Probebohrungen für Regionalstadtbahn

Trasse für Salzburger Lokalbahn bis Jahresende

Für das größte Nahverkehrsprojekt im Zentralraum Salzburg - die teilweise unterirdische Regionalstadtbahn - ist heute erstmals ins Erdreich gebohrt worden: Im Bereich des Mirabellplatzes wurde mit Probebohrungen begonnen. Bis hier her soll der erste unterirdische Abschnitt vom Hauptbahnhof verlaufen. Die Einreichplanung dafür soll bereits im kommenden Jahr abgeschlossen werden.

Salzburg

Mit den rund zwei Wochen dauernden Bohrungen soll die Beschaffenheit des Bodens erkundet und die Vorstudie verifiziert werden, teilte Verkehrslandesrat Stefan Schnöll (ÖVP) bei einem Medientermin mit. Die eigentlichen geotechnischen Erkundungen werden erst später durchgeführt und ausgeschrieben, sagte Stefan Knittel, der Geschäftsführer der Planungsgesellschaft.

Details zu Regionalstadtbahn-Trasse bis Jahresende

Bis Jahresende soll die Trasse feststehen, die Einreichplanung dann im kommenden Jahr erfolgen. Geplanter Baubeginn ist 2023, die Inbetriebnahme wird für 2025/26 anvisiert.

"Eine Finanzierungsvereinbarung bis zum Jahr 2023 mit dem Land Salzburg wird noch vor der Sommerpause den politischen Gremien zur Beschlussfassung vorgelegt", kündigte Bürgermeister Harald Preuner (ÖVP) an. Neben der Vorplanung für die erste Etappe erfolgen laut Schnöll auch bereits die Vorbereitungen für die weitere Trassenführung durch die Innenstadt.

Salzburger Lokalbahn bis Hallein

Die Regionalstadtbahn sieht die Verlängerung der Salzburger Lokalbahn durch die Landeshauptstadt bis nach Hallein vor, wobei auch die Schnellbahnen aus Straßwalchen und Freilassing eingebunden werden sollen. Die Bahn soll das Rückgrat des öffentlichen Verkehrs im Zentralraum werden und viele Menschen zum Umstieg auf Öffis bringen, sagte Schnöll.

(Quelle: APA)

300 Millionen Euro für die Öffis

Gleis, Gleise, SB Bilderbox/Symbolbild

Im Zuge der Comeback-Maßnahmen für Österreich wird die Bundesregierung 300 Millionen Euro zusätzlich in den öffentlichen Verkehr investieren. Das Geld wird vor allem in den Ausbau der Infrastruktur und in eine Erweiterung des Angebots fließen, sagte Verkehrs- und Umweltministerin Leonore Gewessler (Grüne) am Freitag. Mit weiteren 250 Millionen sollen Bahnhöfe ausgebaut bzw. modernisiert werden.

150 Millionen Euro des Pakets gehen in den Ausbau der Infrastruktur - besonders in Regionalstrecken. "Das ist die größte Steigerung in diesem Bereich, die wir bis dato hatten", sagte Gewessler. Dieses Geld fließe zudem in die Regionen. Im Bahninfrastrukturausbau gingen etwa 80 Prozent der Aufträge an österreichische Klein- und Mittelbetriebe. Insgesamt würden durch das Gesamtpaket 53.000 Jobs erhalten bzw. neu geschaffen.

Positives Signal für Salzburger Regionalstadtbahn

Salzburgs Landeshauptmann Wilfried Haslauer und Verkehrslandesrat Stefan Schnöll (beide ÖVP) zeigten sich über diesen Schritt des Bundes erfreut: "Dass der Bund jetzt finanzielle Mittel für den regionalen Öffi-Ausbau zur Verfügung stellt, ist wirtschaftlich von höchster Bedeutung und auch für die zukunftsorientierte Mobilität ein starker Impuls", so Haslauer. Schnöll dazu: "Das Verkehrsministerium hat unsere Regionalstadtbahn ganz oben auf der Prioritätenliste. Das wissen wir aus vielen konstruktiven Gesprächen. Der Bund rechnet bei Bahnprojekten mit über 80 Prozent an Wertschöpfung in Österreich."

2023 soll Baubeginn für die Verlängerung der Salzburger Lokalbahn bis zum Mirabellplatz sein. 

Angebot soll verbessert werden

Weitere 150 Millionen Euro fließen in eine Verbesserung des Angebots. Dabei sollen Zugverbindungen "öfter und länger und in mehr Regionen" verkehren. "Mit mehr Verbindungen sorgen wir nicht nur für eine bessere Lebensqualität, sondern auch für eine vermehrte Wertschöpfung in den Regionen", sagte die Umweltministerin. Auch Touristenziele sollen vermehrt angefahren werden, da die klimafreundliche Anreise für immer mehr Menschen ein Thema ist.

Um- und Ausbau von Bahnhöfen

Zusätzliche 250 Millionen werden in den kommenden zwei Jahren in den Um- und Ausbau von Bahnhöfen investiert. Auch mit dieser Bahnhofsmodernisierung würden Arbeitsplätze in Österreich "gehalten und geschaffen werden", sagte Gewessler. "Wir freuen uns über dieses starke Bekenntnis der Bundesregierung zum öffentlichen Verkehr und insbesondere zum System Bahn und der ÖBB", reagierte ÖBB-Vorstandsvorsitzender Andreas Matthä. Mit den geplanten zusätzlichen Verbindungen im Nahverkehr würde das System Bahn für die Pendler in ganz Österreich "noch attraktiver" machen. Die Kombination von Bahnreisen und touristischen Angeboten könnte zudem dazu Beitragen, zusätzlich neue Zielgruppen für die "umweltfreundliche Anreise mit der Bahn in den Urlaub" zu gewinnen.

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