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Kreuzbandriss

Warum ein Salzburger Arzt auf Leichenbänder setzt

Methode aus Amerika nach Salzburg gebracht

Kreuzbandriss! Für viele Sportler eine Horror-Diagnose – für den Tennengauer Knie-Spezialisten Peter Lechenauer nach 33 Jahren Praxiserfahrung ein Routine-Eingriff. Seit zwei Jahren setzt der Pucher Arzt auf eine neue Operationstechnik aus den Vereinigten Staaten. Seine Warteräume in der Stadt Salzburg und Neumarkt gleichen einem Sportler-Stammtisch.

Nach seiner abgeschlossenen Medizin-Ausbildung in Wien sammelte Peter Lechenauer als Leiter der Knie-Ambulanz im Landeskrankenhaus Salzburg sowie in den Vereinigten Staaten und in der Schweiz Praxiserfahrungen. Es dauerte nicht lange, bis sich für den Pucher das Kniegelenk zum Spezialgebiet wurde. Bei den meisten Operationen werden in der Regel körpereigene Sehnen aus dem Oberschenkel verwendet, um ein gerissenes Kreuzband zu rekonstruieren. Studienaufenthalte und Kongresse im Ausland ließen den Salzburger allerdings umdenken.

Leichenbänder bei Kreuzbandrissen

In bestimmten Fällen könnte bei schweren Knieverletzungen eine "Allograft"-Spendersehne eine wertvolle Alternative sein, sagt Peter Lechenauer im SALZBURG24-Video (siehe oben). "In den USA wird die Technik mit Leichenbändern seit 2000 praktiziert. Vor zwei Jahren habe ich in Österreich damit angefangen und damit eine Vorreiterrolle übernommen", erklärte der 63-Jährige, bei dem sich neben Fußballern auch zahlreiche Skifahrer und Nicht-Sportler im Warteraum seiner Praxis tummeln. Neben der kürzeren Operationsszeit (30 bis 45 Minuten) soll auch der schnelle Heilungsprozess für die Methode sprechen. "Auch die Schmerzen sind geringer. Insgesamt ist der Eingriff für den Patienten schonender."

Einzig die Kosten steigen von 5.000 Euro auf 7.000 Euro für die Operation inklusive Aufenthalt an. "Fast alle Patienten mit Privatversicherungen entscheiden sich in letzter Zeit dafür, da keine körpereigenen Sehnen entwendet werden", sagt Lechenauer.

Vom Fußballer zum Arzt des Vertrauens

Wie der Knie-Spezialist zum Arzt des Vertrauens für die Salzburger geworden ist? "Hauptsächlich per Mundpropaganda und durch meine Verbindung zum Salzburger Fußball sowie dem Sport-Business in Österreich." Beim FC Puch kickte der Tennengauer noch aktiv, übernahm dann die Rolle als sportlicher Leiter, ehe er als Vereinsarzt beim österreichischen Skiverband tätig war und danach neben Red Bull Salzburg, dem SV Ried, Austria Salzburg und Puch auch die Fußballer beim SV Grödig in der Bundesliga betreute.

Lechenauer eilt aber auch der Ruf voraus, dass er oft zu schnell zum Skalpell greift. "Einen Kreuzbandriss funktionell nachzubehandeln ist der Totengräber für das Knie. Arthrose sowie Begleitverletzungen sind die Folge", lässt der Salzburger wissen, der nach operativen Einsätzen gänzlich auf Krücken verzichtet. "Der normale Gang ist der beste Therapeut", lautet das Credo des heimatverbundenen Pucher Blasmusikanten.

(Quelle: SALZBURG24)

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