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Samtpfoten feiern Ehrentag

Zehn spannende Mythen über Katzen im Check

Salzburger Tierpsychologin klärt auf

Symb_Katze Symb_Katzenbaby Symb_Kitten pixabay
Am 8. August feiern wir den Weltkatzentag. (SYMBOLBILD)

Einen tierischen Feiertag zelebrieren wir jährlich am 8. August: Den Welttag der Katze. Deshalb lassen wir die Samtpfoten heute hochleben. Eine Salzburger Tierpsychologin hat für uns zehn Mythen unter die Lupe genommen.

Rund zwei Millionen Katzen leben in Österreichs Haushalten. Damit sind die Samtpfoten mit Abstand die beliebtesten Haustiere – auch in Salzburg. Am heutigen Weltkatzentag rücken die majestätischen Tiere auch bei uns in den Mittelpunkt. Tierpsychologin Michaela Knosp aus Eugendorf (Flachgau) klärt über zehn weit verbreitete Mythen auf.

 
  1. Katzen kann man nicht trainieren
  2. Katzen schnurren nur, wenn sie sich wohlfühlen
  3. Ältere Katzen hören schlecht
  4. Katzen wissen nie, ob sie rein oder raus wollen
  5. Katzen mögen Kratzbäume nicht
  6. Katzen fressen Gras, um das Gewölle auszustoßen
  7. Katzen sind beim Futter wählerisch
  8. Katzen mögen lieber dreckiges Wasser
  9. Weiße Katzen sind schlechte Mütter
  10. Schwarze Katzen haben genetisch bedingt weiße Flecken

1. Katzen kann man nicht trainieren

„Was Katzen auszeichnet, ist ihre Eigenständigkeit. Katzen sind aber sehr schlau und unglaublich gelehrig. Man kann Katzen sehr gut trainieren, zum Beispiel mit Klickertraining. Die Aufmerksamkeitsspanne ist aber nach rund einer Minute schon wieder vorbei, wenn sie sich überhaupt darauf einlassen. Verweigert eine Katze das Training, liegt es oft daran, dass der Mensch keine besonders gute Beute anbietet. Wichtig ist es, kurze Einheiten mehrmals am Tag einzulegen. Und wenn eine Katze keine Lust mehr hat, kann ich mich auf den Kopf stellen. Ein weiterer Fehler ist zudem, dass Menschen die Katze beim Training anstarren und fixieren. Das ist grundsätzlich ein Signal für eine Bedrohung und sie zieht sich zurück oder beschwichtigt, damit es nicht zu einer Konfrontation kommt. Und genau deshalb zieht es Katzen übrigens oft genau zu den Menschen, die sie nicht mögen oder aufgrund einer Allergie meiden. Denn ein zurückhaltender Mensch stellt eben keine Bedrohung dar."

2. Katzen schnurren nur, wenn sie sich wohlfühlen

„Schnurren ist in vielen Fällen ein Zeichen dafür, dass sich eine Katze wohlfühlt. Allerdings muss man auch die Körpersprache bzw. das Gesamtverhalten ansehen. Katzen schnurren zum Beispiel auch, wenn sie kurz vor dem Sterben sind, um sich zu beruhigen. Außerdem schnurren sie extrem, wenn sie Wehen haben und auch, wenn sie verletzt sind.“

3. Ältere Katzen hören schlecht

„Schon ab dem fünften Jahr verlieren Katzen oft das Richtungshören. Sie hören sechs bis sieben Mal so gut wie wir. Aber zu identifizieren, woher die Schallquelle kommt, wird von Jahr zu Jahr schwieriger. Deswegen werden ältere Katzen auch oft überfahren.“

4. Katzen wissen nie, ob sie rein oder raus wollen

„Wenn sie die Möglichkeit haben, gehen Katzen bis zu 30 Kilometer am Tag. Allerdings gehen sie nicht hin und retour, sondern laufen ihr Territorium ab. Ihre Geruchsmarken verflüchtigen sich wieder. Sie gehen also hin, markieren drüber und setzen somit für die anderen Katzen ihre Zeichen. Dann gehen sie wieder hinein. Das stört uns natürlich, weil das öfter am Tag passiert. Für eine Katze ist das allerdings notwendig. Sie machen das also nicht, um uns zu ärgern.“

5. Katzen mögen Kratzbäume nicht

„Auch die ausgefallensten Kratzbäume werden oft ignoriert. Diese sind meist sogar mit einem Geruch imprägniert, der Katzen anlockt. Stattdessen gehen Katzen lieber zu unserem Sessel und wetzen dort die Krallen, um unsere Duftmarkierungen von dort aufzunehmen und ihre dort abzuladen. Leichter angenommen werden Kratzbäume, wenn wir zum Beispiel ein T-Shirt von uns hinhängen. Außerdem ist der Bast an den Kratzbäumen oft horizontal. Das ist nicht gut für die Krallen, da die Katzen oft hängen bleiben oder sie sich abreißen. Wer das Kratzen auf den Baum umleiten will, sollte am besten einen gebrauchten Stoff von uns in vertikalen Linien aufhängen. Das lieben sie dann.“

6. Katzen fressen Gras, um das Gewölle auszustoßen

„Die Annahme hält sich, dass sie durch das Fressen von Gras das Gewölle ausstoßen. Oft sind aber gar keine Haare dabei, denn die Haarballen stoßen sie ohnehin aus. Außerdem gibt es die Meinung, dass sie Nährstoffe aufnehmen. Sehr viele Nährstoffe sind im Gras aber gar nicht enthalten und oft ist die Menge auch viel zu gering. Was eher plausibel erscheint und erst in letzter Zeit in der Wissenschaft aufgekommen ist, ist dass Katzen Folsäure in ganz geringen Mengen brauchen. Dadurch bildet sich Hämoglobin, also der rote Blutfarbstoff. Wenn sie das nicht haben, werden Katzen oft total anämisch. Das heißt, sie sind blutarm und im Wachstum eingeschränkt. Und diese Folsäure ist eben im Gras enthalten.“

7. Katzen sind beim Futter wählerisch

„Katzen fressen zwischen acht und zehn Mal pro Tag kleine Portionen. So oft zu füttern, schaffen wir meist zeitlich nicht. Trockenfutter kann man stehen lassen, Nassfutter lässt aber keiner stehen. Man gibt den Katzen also oft zu große Mengen, sie können aber nur kleine Portionen – Mäusemengen – fressen. Aber auch die Temperatur ist sehr wichtig. Wenn Katzen ein Beutetier fressen, hat es eine Körpertemperatur von 34 Grad Celsius. Wir geben das Futter oft aus dem Kühlschrank heraus und lassen es nur kurz aufwärmen. Dadurch werden auch die Aromen anders. Außerdem sollte in ruhigen Räumen gefüttert werden.“

8. Katzen mögen lieber dreckiges Wasser

„Die chemische Zusammensetzung und auch der Geschmack des Wassers in einem Teich oder einer Regenpfütze sind anders als beim Leitungswasser. Es sind zwar Bakterien enthalten, weshalb dieses Wasser oft nicht hygienisch rein ist. Das macht einer Katze aber in den meisten Fällen nichts, denn sie hat ein gutes Immunsystem. Und Wildkatzen bekommen ja auch keine Wasserschüssel. Was oft vergessen wird, wenn Katzen Wasserschüsseln nicht anrühren ist, dass diese oft vorher mit Spülmittel gereinigt wurden. Gerade Plastikschüsseln nehmen oft den Geruch von Spülmitteln und Co auf. Wir bemerken das nicht, die Katzen aber schon. Außerdem ist das Leitungswasser chloriert. Die chemische Zusammensetzung ist also nie natürlich. Das stößt Katzen extrem ab. Frisches Wasser ist ziemlich unspannend und sogar recht eklig für eine Katze. Wer trotzdem Leitungswasser gibt, könnte zum Beispiel einen Ton- oder Glastopf anbieten und diesen nur mit Wasser ausspülen oder gut durchreinigen und dann etwas Wasser abstehen lassen. Das lieben Katzen.“

9. Weiße Katzen sind schlechte Mütter

„Das hat oft mit dem Hören zu tun, denn sehr viele weiße Katzen sind taub bzw. halbtaub. Das ist gerade gekoppelt mit blauen Augen oft der Fall. Deshalb hören sie die Laute der Katzenkinder häufig nicht. Für Außenstehende wirkt das dann so, als ob sie ihre Jungen vernachlässigen würden, was aber nicht der Fall ist.“

10. Schwarze Katzen haben genetisch bedingt weiße Flecken

„Die meisten schwarzen Katzen haben weiße Haare oder einen weißen Fleck. Das hat gar nichts mit Genetik zu tun, sondern früher glaubte man, dass schwarze Katzen mit dem Teufel verbunden sind. Diese sind verbrannt und somit quasi eliminiert worden. Bei Katzen mit einigen weißen Haaren hat man geglaubt, dass sie gar nicht so schlecht sein können. Deshalb wurden diese am Leben gelassen. Dass es weiterhin selten aber doch ganz schwarze Katzen gibt, ist eher zuchtbedingt.“

Zum Glück lieben Katzenfreund:innen ihre Tiere heutzutage so, wie sie sind. Das haben auch die unzähligen Einsendungen der SALZBURG24-Community gezeigt. Klickt euch durch die tollen Aufnahmen!

(Quelle: SALZBURG24)

Aufgerufen am 27.09.2022 um 01:23 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/weltkatzentag-zehn-mythen-ueber-samtpfoten-125365198

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