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Bedienfehler vermutlich Ursache für Säureaustritt bei Agrana: 40 Verletzte

Einsatzkräfte in spezieller Schutzausrüstung. APA/MATTHIAS LAUBER
Einsatzkräfte in spezieller Schutzausrüstung.

Ein Chlorgas-Austritt hat Mittwochfrüh im Werk des Stärkeherstellers Agrana in Aschach an der Donau (Bezirk Eferding) 40 Verletzte, darunter bis zu neun Schwerverletzte, gefordert. 200 bis 300 Personen wurden in Sicherheit gebracht. Nach Angaben des Unternehmens hat ein Bedienfehler beim Umpumpen von Chemikalien aus einem Eisenbahnwaggon den Chlorgasaustritt verursacht.

Laut einem Unternehmenssprecher lief die Produktion im Werk diese Woche nicht, da eine planmäßige Revision und Wartung anstand. Um 8.00 Uhr sei dann Chlorgas aus einem Tank ausgetreten. Daraufhin lief für die Feuerwehren und die Rettungskräfte ein Großeinsatz an: Zwei Hubschrauber, 20 Rettungswagen und vier Notarztfahrzeuge transportierten Verletzte in Spitäler nach Linz und Wels, teilte das Rote Kreuz, das mit 60 Leuten im Einsatz stand, mit. Unterstützt wurden sie von acht praktischen Ärzten aus der Umgebung. Auch die Kriseninterventionsteams aus den umliegenden Bezirken und die Schnelleinsatzgruppe Wels standen im Einsatz.

Neun Schwerverletzte bei Chlorgas-Austritt in Aschach

Alle zum Unglückszeitpunkt anwesenden 200 Beschäftigten seien evakuiert worden, so ein Agrana-Sprecher. Laut Rotem Kreuz wurden sogar 300 Personen in Sicherheit gebracht und im örtlichen Veranstaltungszentrum betreut. 40 klagten nach dem Chlorgasaustritt über Atemwegsbeschwerden, neun davon könnten laut Agrana schwerer verletzt sein. Sie wurden mit Hubschraubern, die anderen mit Rettungsautos in umliegende Krankenhäuser nach Linz und Wels gebracht.

Bei Agrana hoffte man, bald normal weiterarbeiten zu können. Die Produktion soll so rasch wie möglich weitergeführt werden. "Die Feuerwehr führt laufend Messungen durch, wir sind auch mit allen Behörden in engem Kontakt", hieß es bei dem Unternehmen, "wir hoffen, dass die Evakuierung noch heute Nachmittag aufgehoben werden kann."

Agrana stellt unter anderem Maisstärke her

Am Agrana-Standort in Aschach wird Maisstärke produziert. Erst im Oktober hatte der Konzern dort einen Werkszubau eröffnet. Dabei wurden 80 Millionen Euro investiert, seither sollten 540.000 Tonnen Mais pro Jahr verarbeitet werden, um ein Drittel mehr als zuvor. Nach Werksangaben wurden 25 neue Arbeitsplätze geschaffen. Damit sind 280 Mitarbeiter in der bereits 1936 in Aschach gegründeten Fabrik überwiegend in vier Schichten tätig.

Die börsenotierte Agrana definiert sich als ein international ausgerichtetes österreichisches Unternehmen, das landwirtschaftliche Rohstoffe zu industriellen Produkten verarbeitet. Nach eigenen Angaben auf seiner Homepage ist der Konzern mit rund 8.600 Mitarbeitern an 55 Produktionsstandorten weltweit tätig und erwirtschaftete zuletzt einen Konzernumsatz von 2,6 Milliarden Euro.

S?ureunfall in Agrana-Werk Salzburg24
S?ureunfall in Agrana-Werk

(APA/SALZBURG24)

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