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Weltraum-Tomaten

Gewächshaus ins All geschossen

rakete_gemuese.jpg ASSOCIATED PRESS
Der Satellit mit dem Gewächshaus ist auf dem Weg in den Weltraum.

Ein Gewächshaus-Satellit des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), mit dem der Anbau von Tomaten und anderem Gemüse auf dem Mond oder Mars getestet werden soll, ist erfolgreich ins All gestartet. Zwei Gewächshäuser umkreisen damit seit Montag die Erde.

"Eu:Cropis" sei am Montag von der Vandenberg Air Force Base in den USA aus an Bord einer Rakete des privaten Raumfahrtunternehmens SpaceX losgeflogen, teilten SpaceX und das DLR mit. Eucropis dient der Erprobung von Lebenserhaltungssystemen, die bei der Versorgung von Raumfahrern auf künftigen Langzeitmissionen zum Mond und zum Mars von zentraler Bedeutung sind. Auf dem Satelliten befinden sich zwei Gewächshäuser, in denen während der Mission kleine Weltraum-Paradeiser heranwachsen sollen.

Gemüse im Weltraum ernten

Die Erststufe der Rakete, die bereits zum zweiten Mal wiederverwendet worden war, landete danach erfolgreich auf einem speziellen Auffang-Schiff im Pazifik. Zuvor hatte der Start mehrmals verschoben werden müssen, unter anderem wegen Wartungsarbeiten an der Trägerrakete.

Verzögerte Start von Eucropis

Eucropis hatte ursprünglich bereits am 19. November starten sollen. Wegen Inspektionsarbeiten des privaten Raumfahrtunternehmens SpaceX an der Trägerrakete und schlechten Wetters in der Region um den US-Luftwaffenstützpunkt Vandenberg wurde der Start jedoch drei Mal verschoben.

Zwei Gewächshäuser und Tomaten im All

Die Lebenserhaltungssysteme an Bord des Satelliten umfassen laut DLR zwei Gewächshäuser, Biofilter, Zwergtomatensamen, einzellige Algen und synthetischen Urin. Die Samen sollen im Weltall keimen. Durch die erfolgreiche Umwandlung des Urins in eine Düngemittellösung sollen dann - unter den wachsamen Augen von Kameras - die Paradeiser wachsen.

Tomaten müssen auf Schwerkraft verzichten

Eucropis wird während seiner Mission im Erdorbit um seine eigene Achse rotieren und dabei im Innern zunächst Schwerkraft wie auf dem Mond und später Mars-Gravitation erzeugen. Dabei müssen sich die kleinen Tomaten an die verminderte Schwerkraft anpassen: Auf dem Mond herrscht etwa ein Sechstel der Erdanziehungskraft, auf dem Roten Planeten Mars etwa ein Drittel.

Gewächshäuser noch nicht in Betrieb

Entwickelt und gebaut wurde der etwa einen Kubikmeter große und 230 Kilogramm schwere Satellit vom DLR und der Friedrich-Alexander-Universität Nürnberg-Erlangen. Gesteuert wird Eucropis vom Deutschen Raumfahrtkontrollzentrum (GSOC) in Oberpfaffenhofen, das etwa eine Stunde und 15 Minuten nach dem Start am Montagabend den ersten Funkkontakt mit dem Satelliten hatte.

In den kommenden beiden Wochen wird das GSOC nun sämtliche Funktionen des Satelliten im All testen. In rund sieben Wochen können die Forscher dann das erste der beiden Gewächshäuser in Betrieb nehmen - kurz darauf werden die ersten Paradeiser ausgesät.

(APA/dpa)

Aufgerufen am 09.12.2018 um 10:56 auf https://www.salzburg24.at/news/welt/weltraum-tomaten-gewaechshaus-ins-all-geschossen-61866160

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