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Elektrosmog

Wie gefährlich ist 5G?

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V.l.n.r.: Margarete Schramböck, Norbert Hofer, T-Mobile-CEO Andreas Bierwirth und Sebastian Kurz bei einer Pressekonferenz am Dienstag.

Der Mobilfunkbetreiber T-Mobile startet am Dienstag gemeinsam mit Bundeskanzler Sebastian Kurz, Wirtschafsministerin Margarethe Schramböck (beide ÖVP) und Infrastrukturminister Norbert Hofer (FPÖ) das erste 5G-Netz in Österreich. Doch wie wirkt sich dieses Hochleistungsnetz auf den Menschen aus? Wir haben bei Baubiologe und Messtechniker Armin Rebernig nachgefragt.

Die Möglichkeiten der neuen Technologie scheinen verlockend: Videos auf dem eigenen Handy ohne merkbare Verzögerung streamen und Geräte, die quasi in Echtzeit kommunizieren, könnten eine regelrechte Revolution in der Technologie-Branche auslösen. Die Regierung will in ihrer 5G-Strategie den Ausbau in Österreich bis 2025 abgeschlossen haben. Durch das Netz, das bis zu 100 Mal schneller als das Aktuelle ist, soll Österreich international wettbewerbsfähig bleiben. Über die Folgen dieses neuen Mobilfunkstandards ist man sich dabei allerdings kaum bewusst.

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So hat sich die Mobilfunk-Technologie seit 1990 entwickelt.

"Niemand weiß, was das mit uns Menschen macht"

Baubiologe und Umweltmesstechniker Armin Rebernig, der sich mit seiner Firma auf die Beratung bezüglich Elektrosmog im Eigenheim spezialisiert hat, gibt im Interview mit SALZBURG24 an, dass hier "ein Funksystem eingeführt wird, bei dem niemand weiß, was das mit uns Menschen macht." Die Vorgangsweise ist dabei offenbar dieselbe wie bereits beim Vorgänger 4G (oder auch LTE). "Hier konnte ebenfalls keine Unbedenklichkeit nachgewiesen werden. Ganz im Gegenteil, es gibt eine Unzahl an Studien, die Effekte nachweisen, die starke Hinweise auf biologische Wirkungen geben", gibt Rebernig zu denken. Mit der Wirkung elektromagnetischer Felder im Mobilfunkbereich beschäftigte sich auch die MedUni Wien in einer Studie mit der AUVA.

Gefahr durch W-LAN-Strahlung

Wichtig ist das 5G-Netz mit seiner „Echtzeit-Übertragung“ vor allem für das sogenannte "Internet of Things", also das Vernetzen verschiedenster Geräte miteinander. Im Haushalt lassen sich so unterschiedlichste Geräte wie Kühlschrank oder Kaffeemaschine mit dem Smartphone bedienen, was laut Rebernig allerdings auch mit erhöhter Strahlungsdichte einhergeht. Der Umweltmesstechniker weist hier zudem darauf hin, dass im Haushalt gerade auch das W-LAN aus umweltmedizinischer Sicht als kritisch gesehen wird: "W-LAN-Strahlung kann aufgrund der niederfrequenten Impulse von 10 Hz direkt in biologische Prozesse eingreifen, da die eigenen Hirnfrequenzen im Bereich zwischen 8 und 12 Hz liegen."

"Wie ein Brennen unter der Haut"

In Bezug auf die Gefahren zu hoher Strahlenbelastung verweist der Baubiologe auf die sogenannte "Elektrohypersensitivität". Dabei handelt es sich offenbar um Symptome, welche die Menschen immer mehr aufgrund zu hoher Strahlenbelastung verspüren. "Das fängt an mit schwachen Symptomen wie etwa Müdigkeit, Erschöpfung, kalte Hände und Füße. Viele Menschen ‚spüren‘ dann auch beim Telefonieren ein gewisses Kribbeln – ein Indiz dafür, dass hier bereits eine Schädigung im Körper stattgefunden hat, da das Nervensystem sonst gar nicht auf elektromagnetische Felder reagieren kann." Im Endstadium fühle sich die Elektrohypersensitivität wie "ein Brennen unter der Haut" an.

5G als volkswirtschaftliche Gefahr?

Wie schädlich der neue Mobilfunkstandard 5G tatsächlich für den Menschen ist, kann aufgrund fehlender Untersuchungen nicht gesagt werden. Umweltmediziner appellieren aber an die Politik, neue Technologien vor der Implementierung unbedingt genau zu untersuchen. "Das ist volkswirtschaflticher Irrsinn. Der Schaden, den diese Technologie an der Bevölkerung verursachen kann, den bezahlen wir alle", so Rebernig abschließend.

(Quelle: SALZBURG24)

Aufgerufen am 21.08.2019 um 12:51 auf https://www.salzburg24.at/news/oesterreich/5g-wie-gefaehrlich-ist-der-neue-mobilfunkstandard-67842952

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