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Bundesheer gefordert

900 Soldaten schlichten Lebensmittel

Auch Profi-Sportler im Corona-Einsatz

Bundesheer, Lebensmittel, Corona APA/BUNDESHEER/GUNTER PUSCH
Bundesheer-Soldaten helfen in Lebensmittellagern.

Viele Soldaten und Zivilbedienstete des Bundesheers sind zur Zeit in den Lebensmittellagern der großen heimischen Handelsketten im Einsatz. Anfangs waren auch Kraftfahrer des Bundesheers zur Unterstützung bei der Lebensmittelversorgung eingesetzt. Zur Zeit sind 916 Personen des Heers am Schleppen und Schlichten in den Warenlagern. Darunter sind auch Heeressportler wie das Salzburger Karate-Ass Alisa Buchinger.

"Jetzt geht es um Zusammenhalt und deshalb ist es mir wichtig, da mitzuhelfen", betonte die Salzburgerin, die in einem Warenlager in Laakirchen in Oberösterreich anpackt. "Wir werden in der Früh mit einem Bundesheer-Bus im Olympiazentrum Rif abgeholt und fahren nach Oberösterreich in das Lidl-Zentrallager. Wir unterstützen dort die Leute, die an ihre Belastungsgrenzen gekommen sind", berichtete Buchinger.

Schau auf dich, schau auf mich! ????????

Gepostet von Alisa Buchinger am Donnerstag, 19. März 2020

Buchinger: "Gut, aufeinander zu schauen

"Es ist zwar ein trauriger Anlass, aber im Endeffekt ist es schön, dass die Menschen jetzt sehen, dass es gut ist, aufeinander zu schauen", sagte die 27-Jährige, die seit vielen Jahren ihr persönliches soziales Engagement unter anderem bei einem Hilfsprojekt in Indien zeigt. Ihr Training hat Buchinger vom geschlossenen Olympiazentrum Salzburg-Rif ins Home-Office verlagert: "Meine Trainingspläne bekomme ich per Mail, daheim habe ich mit ein paar Geräten ein kleines Fitnessstudio aufgebaut. Das Intervall-Training mache ich draußen allein oder mit meinem Freund."

Bundesheer seit Samstag im Einsatz

Am Freitagabend sei die erste Anforderung für ein großes Lebensmittellager eingelangt, Samstagfrüh standen die ersten Helfer an den Regalen, sagte Oberst Michael Bauer, Sprecher des Verteidigungsministeriums, am Donnerstag zur APA. Da musste es mit den Nachlieferungen und dem Nachschlichten schnell gehen, wegen der damals unkontrollierten Hamsterkäufe in den Lebensmittelhandelsfilialen. "Da war Gefahr im Verzug."

Die 916 Heeresbeschäftigten, hauptsächlich Zivilbedienstete des Bundesheers und nur zum kleineren Teil Berufssoldaten, vor allem auch viele Heeressportler, sind aktuell u.a. in Lebensmittellagern von Rewe, Spar, Lidl und Hofer im Einsatz - in allen Bundesländern außer im Burgenland. Das Heer hat auch eigene Logistiker und Handwerker. Diese aktuellen Aushilfen sind keine Assistenzeinsätze im Sinne der Bundesverfassung, sondern Unterstützungsleistungen, die von den Unternehmen angefordert werden. Bezahlt werden die Soldatinnen und Soldaten und Zivilbediensteten des Heers wie üblich von ihrem Dienstgeber, die anfordernden Unternehmen zahlen an das Bundesheer entsprechend Leistungskatalogen Kostenersätze.

Viele Anfragen während Corona-Krise

"Wir haben viele Anforderungen auch aus vielen anderen Branchen", sagte Bauer heute. "Denen können wir aber nicht Folge leisten. Das mussten wir alles ablehnen". Darunter waren etwa auch Anfragen von Apotheken oder von Frächtern. Allfälligen Rufen nach Erntehilfen werden die Soldaten ebenfalls nicht nachkommen können.

Auch die Unterstützungen in den Supermarktketten wird das Bundesheer sukzessive zurückfahren und die Kapazitäten wieder auf die Kernaufgaben lenken. In nächster Zeit übernimmt das Heer wie berichtet u.a. die Überwachung von Botschaften, damit bei der Polizei, die sich in der Coronakrise Urlaubssperren verhängt hat, Kapazitäten freigespielt werden.

(Quelle: APA)

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