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1975 bis 2018

Chronologie der Terror-Anschläge in Österreich

Attentate der jüngeren Geschichte

Schüsse in Wien APA/GEORG HOCHMUTH
Die Attacke in Wien am Montagabend ist eine der schwersten der jüngeren Geschichte der Republik.

Das Attentat in der Wiener Innenstadt am Montag ist einer der schwersten Terroranschläge der jüngeren österreichischen Geschichte. Sollte die Synagoge in der Seitenstettengasse ein Ziel des Anschlags gewesen sein, dann wäre es das zweite Attentat auf den jüdischen Stadttempel: 1981 hatte ein palästinensisches Terrorkommando die Synagoge überfallen und einen Menschen getötet.

Terrorakte mit Todesopfern sind in Österreich eher selten. Die bisher folgenschwersten Attentate waren das rechtsextreme Rohrbombenattentat von Oberwart, bei dem 1995 vier Roma ermordet wurden, und die ebenfalls vom Neonazi Franz Fuchs verübte Briefbombenserie sowie der Anschlag der Abu-Nidal-Gruppe auf den Flughafen Wien mit vier Toten und 38 Verletzten 1985.

Keine offizielle Aufstellung der Anschläge

Eine offizielle Aufstellung des Innenministeriums über Terroranschläge in Österreich gibt es nicht. Die folgende Auflistung basiert auf bis in die 1970er-Jahre reichenden Daten der "Global Terrorism Datebase" der University of Maryland.

Attacke auf iranische Botschaft in Wien

12. März 2018: Ein 26-jähriger Mann attackiert einen Wachsoldaten des Bundesheeres bei der iranischen Botschaft in Wien mit einem Messer und wird erschossen. Laut Polizei hegte der Täter, der seinen Präsenzdienst beim Bundesheer absolviert hatte, Sympathien für den politischen Islam.

Ermordung eines Ehepaars in Linz

30. Juni 2017: Ein gebürtiger Tunesier ermordet in Linz ein älteres Ehepaar. Der damalige Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP) berichtet wenig später von einer angeblichen Verbindung des Täters zum "Islamischen Staat" (IS). Von der Mitgliedschaft in einer terroristischen Organisation wird der Mann allerdings freigesprochen und in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingewiesen. Er selbst gibt als Motiv an, er habe ein Exempel an der Gesellschaft und der FPÖ statuieren wollen, durch die er sich als Ausländer und Muslim diskriminiert gefühlt habe.

Angriff auf Tempel in Wien

24. Mai 2009: Bei einem Anschlag fundamentalistischer Sikhs auf einen Tempel in Wien-Rudolfsheim wird ein aus Indien angereister Guru getötet, neun weitere Personen werden teils schwer verletzt. Der Haupttäter erhält 2010 lebenslang, vier Mittäter 17 bzw. 18 Jahre Haft.

Bodyguard auf offener Straße erschossen

13. Jänner 2009: Umar Israilow, ein nach Österreich geflohener Bodyguard des Tschetschenischen Präsidenten Ramsan Kadyrow, wird in Wien-Floridsdorf auf offener Straße erschossen. Der mutmaßliche Todesschütze kann nach Russland fliehen, drei Komplizen erhalten 2012 langjährige Haftstrafen.

Misslungener Anschlag in Wien

11. April 1995: Bei einem misslungenen Anschlag auf einen Starkstrommasten in Ebergassing bei Wien sterben die beiden mutmaßlich linksradikalen Attentäter Gregor Thaler und Peter Konicek.

Rohrbomben gegen Roma

4. Februar 1995: Eine vom Rechtsradikalen Franz Fuchs gelegte Rohrbombe tötet in Oberwart vier Roma. Josef Simon, Peter Sarközi, Karl Horvath und Erwin Horvath sind damit die Opfer des bisher folgenschwersten innenpolitisch motivierten Attentats in Österreich. Fuchs, Urheber weiterer Rohr- und Briefbomben mit zahlreichen Schwerverletzten, wird 1997 gefasst und begeht 2000 in Haft Selbstmord.

Angriff iranischer Agenten

13. Juli 1989: Iranische Agenten erschießen in einer Wiener Privatwohnung drei hochrangige kurdische Politiker, darunter den österreichischen Staatsbürger Fadel Rasoul. Die Täter können in der iranischen Botschaft untertauchen und dürfen nach Interventionen aus Teheran unbehelligt ausreisen - einer wird sogar unter Polizeischutz zum Flughafen Schwechat gebracht.

Attentat am Flughafen

27. Dezember 1985: Bei einem Anschlag der palästinensischen Abu Nidal-Gruppe auf den Schalter der israelischen Fluglinie El Al am Flughafen Wien sterben drei Passagiere und ein Attentäter, 38 Personen werden verletzt. Bei einem zeitgleichen Anschlag in Rom gibt es 16 Tote.

Diplomat in Auto erschossen

19. November 1984: Der türkische Diplomat Enver Ergun wird am Wiener Schottenring in seinem Auto erschossen. Der Täter kann fliehen. Zum Anschlag bekennen sich armenische Extremisten. Bereits am 20. Juni war ein weiterer türkischer Diplomat Opfer eines Anschlags geworden.

Palästinensisches Terrorkommando überfällt Synagoge

29. August 1981: Ein palästinensisches Terrorkommando überfällt die Synagoge in der Wiener Seitenstettengasse. Der Pensionist Nathan Fried und die 25-jährige Ulrike Kohut werden getötet, zahlreiche Menschen verletzt. Polizei und der zufällig anwesende Leibwächter des Industriellen Leopold Böhm verhindern ein schlimmeres Blutbad. Die Täter - auch für den Mord an Nittel (siehe unten) verantwortlich - werden festgenommen.

Wiener Stadtrat Heinz Nittel ermordet

1. Mai 1981: Die palästinensische Abu Nidal-Gruppe ermordet den Wiener Stadtrat und Präsidenten der Österreichisch-israelischen Gesellschaft, Heinz Nittel (SPÖ).

Opec-Zentrale in Wien überfallen

21. Dezember 1975: Ein Kommando unter dem berüchtigten Terroristen "Carlos" überfällt die Opec-Zentrale in Wien. Die Bilanz: drei Tote und zahlreiche Verletzte. Die Terroristen erhalten freies Geleit und dürfen mit mehreren Geiseln nach Algier fliehen. Innenminister Otto Rösch (SPÖ) verabschiedet "Carlos" mit Handschlag. Der Terrorist wird 1994 gefasst und sitzt in Frankreich in Haft.

Türkischer Botschafter erschossen

22. Oktober 1975: Terroristen erschießen in Wien den türkischen Botschafter Danis Tunaligil. Für den Anschlag werden armenische Extremisten verantwortlich gemacht.

(Quelle: APA)

Wien nach Terroranschlag unter Schock

Anschlag Wien APA/ROLAND SCHLAGER
In Wien hat sich am Montagabend mutmaßlich ein Terroranschlag ereignet.

Wien steht am Tag nach dem blutigen Terror unter Schock. Vier Menschen wurden Montagabend bei dem "Anschlag von mindestens einem islamistischen Terroristen" getötet, erklärte Innenminister Karl Nehammer (ÖVP). Demnach war der Angreifer "Sympathisant der Terrormiliz IS". Die Behörden gehen von weiteren Tätern aus, weshalb schwer bewaffnete Einsatzkräfte in der Innenstadt patrouillieren.

Bei dem Anschlag in der Wiener Innenstadt sind fünf Menschen ums Leben gekommen. Vier davon sind Opfer, bei ihnen handelt es sich um zwei Frauen und zwei Männer. Der fünfte Tote ist ein Attentäter, der mittlerweile identifiziert wurde.

Wiener Innenstadt abgeriegelt

Aktuell stehen anschlagbezogen 1.000 Polizisten im Dienst, wobei Beamte aus Niederösterreich und dem Burgenland beigezogen wurden. Die städtische Infrastruktur und öffentliche Räume würden gesichert, zum Objektschutz habe das Bundesheer 75 Soldaten abgestellt, sagte Nehammer.

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Was zum Attentäter bekannt ist

Der getötete Angreifer trug dem Innenminister zufolge eine Attrappe eines Sprengstoffgürtels, er ist namentlich identifiziert. Vorerst keine Informationen gab es auch zur Nationalität des getöteten Angreifers, ob dieser in Wien gemeldet oder angereist war oder ob er Familie hier hatte. Die Polizeivertreter sagten auch nichts dazu, ob er bisher in Richtung IS-Sympathie strafrechtlich in Erscheinung getreten ist.

Laut dem Wiener Landespolizeipräsident Gerhard Pürstl wurde der Angreifer um 20.09 Uhr von Beamten der Wiener Einsatzgruppe Alarmabteilung (WEGA) "neutralisiert".

Wiener sollen zuhause bleiben

Die Behörden gehen nach wie vor davon aus, dass bei dem Terroranschlag mehrere Attentäter an dem Angriff beteiligt waren und hielten ihre Warnungen, zuhause zu bleiben und insbesondere die Innenstadt zu meiden, aufrecht.

Kurz meldet sich nach Terroranschlag

Bundeskanzler Sebastian Kurz beruft für Dienstagfrüh (9 Uhr) einen Sonderministerrat per Videokonferenz ein. Im Anschluss wird er sich mit einer Rede an die Bevölkerung wenden – SALZBURG24 wird LIVE berichten.

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