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Abgesperrte Weide

Wieder Kuh-Angriff in Tirol

Wanderin von Jungtieren verletzt

Das Zusammentreffen von Kühen mit Wanderern kann gefährlich sein.
Das Zusammentreffen von Wanderern und Kühen kann gefährlich sein. (SYMBOLBILD)

Eine 57-jährige Deutsche ist Sonntagnachmittag bei einer Wanderung in Neustift im Stubaital (Bez. Innsbruck Land) in Tirol von mehreren Jungkühen angegriffen und verletzt worden. Die Frau hatte zuvor laut Polizei ein abgezäuntes und mit Warnhinweisen "Achtung Weidevieh" beschildertes Weidegebiet durchquert. Dort traf sie dann auf eine Herde Jungkühe, die auf sie los gingen.

Die Kühe stießen die Deutsche über den Wegrand in einen Wald hinaus. Dort blieb sie verletzt liegen. Die Frau konnte daraufhin noch selbst einen Notruf absetzen. Aufgrund einer ungenauen Wegbeschreibung wurde sie jedoch erst nach längerer Suche gefunden und anschließend versorgt. Die 57-Jährige wurde mit dem Notarzthubschrauber in das Krankenhaus Hall in Tirol geflogen.

(Quelle: APA)

Fehlt der Respekt vor Tieren auf Almen?

Kuh, Glocke, SB APA/dpa/Tobias Hase
(SYMBOLBILD)

Nach dem Tiroler Kuh-Urteil und wohl auch, weil Wanderer ihr Kind auf ein Kalb gesetzt haben dürften, hat ein Pinzgauer den Zugang zu seiner Alm versperrt. Für Unmut sorgen auch Wanderer, die im Rahmen der "Kulikitaka-Challenge" Kühe mit einem Tanz erschrecken. Fehlt der Respekt vor Tieren auf Almen? Stimmt ab im Meinungscheck!

Ein Pinzgauer Landwirt hat den Weg zu seiner Alm mit einer Barriere aus Holz versperrt. Er beruft sich auf das Tiroler Kuh-Urteil, zudem sollen Wanderer zuvor ein Kind auf eines seiner Kälber gesetzt haben. Laut Bericht der APA war dabei auch ein Hund im Spiel. Das Muttertier wollte sein Kalb daraufhin verteidigen, das Ganze ging aber glimpflich aus.

 

Die Sperre der Alm hat in Salzburg eine breite Diskussion darüber ausgelöst, was dies für Folgen für die Wege im Gebirge haben könnte. "Die Sperre darf auf keinen Fall zum Präzedenzfall werden. Das wäre ein furchtbares Signal - denn andere Landwirte oder Jäger könnten dem Beispiel folgen", sagt die Vorsitzende des Salzburger Alpenvereins, Brigitte Slupetzky.

 

Kritik an "Kulikitaka-Challenge"

Für Aufregung sorgt aber auch die "Kulikitaka-Challenge". Dabei machen Nutzer der Plattform "Tik Tok" ein Video, indem sie zum Lied Kulikitaka bewusst Kühe erschrecken. Ein solches soll laut Berichten der Salzburger Nachrichten (SN) auch auf einer Alm in Fusch an der Glocknerstraße entstanden sein. Der Salzburger Landesrat Josef Schwaiger (ÖVP) zeigt sich auf Facebook entsetzt über den Social-Media-Trend und fordert mehr Respekt vor dem Almbauern ein. 

Zum verzweifeln! Wie dekadent verhalten sich den da so manch Halblustige! Mich wundert es nicht mehr, wenn so mancher...

Gepostet von Sepp Schwaiger am Samstag, 4. Juli 2020

"Tierquälerei", "vollkommen unverantwortlich"

Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) nennt das "absurd und vollkommen unverantwortlich". Für Kärntens Landwirtschaftskammerpräsident Johann Mößler ist das Ganze schlicht Tierquälerei. "Ich halte das für abartig, was da stattfindet", sagte Mößler am Donnerstag gegenüber der APA. Es sei das genaue Gegenteil von dem, was er sich von verantwortungsvollen Nutzern der heimischen Natur erwarte, nämlich einen sorgsamen Umgang mit Umwelt und Tieren.

 

"Unnötige Risiken für Mensch und Tier"

Auch in Deutschland wird über das Thema diskutiert. "Diese Aktionen sind kein Spaß, sondern lebensgefährlich und tierschutzwidrig", sagte der stellvertretende Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes, Udo Hemmerling, gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. Eigentlich sind gerade Rinder nach Auskunft des Bauernverbandes sehr neugierige Tiere und haben kaum Scheu, auf Menschen zuzugehen. Würden sie aber ohne Vorwarnung erschreckt, setzten sie entweder zur Verteidigung oder unkontrolliert zur Flucht an. Die Folge: Die Rinder können die Menschen und andere Tiere ebenso verletzen, wie sich selbst. "Hier werden unnötig Risiken für Mensch und Tier in Kauf genommen, nur um Klicks und Aufmerksamkeit zu erzielen", so ein Verbandssprecher.

 
@loopcreativeandy

Stop scaring animals! ##thanks ##sonido ##kulikitaka ##scaringcowchallenge

♬ sonido original - ariadnaricciari

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