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HIV-Neudiagnosen in Salzburg steigen

HIV AIDS APA/GEORG HOCHMUTH
Die Zahl der HIV-Neudiagnosen ist in den letzten zehn Jahren in Salzburg gestiegen (Symbolbild).

Die Zahl der HIV-Neudiagnosen steigt in Salzburg seit dem Jahr 2008. Heuer erfuhren bereits 32 Menschen, dass sie HIV-positiv sind. Woran das liegen könnte erklärt Florian Friedrich von der Aidshilfe Salzburg.

Weltweit leben derzeit 36,7 Millionen Menschen mit dem HI-Virus, davon wissen wohl 19 Millionen Menschen nichts von ihrer Infektion. In Österreich infizieren sich im Schnitt ein bis zwei Menschen pro Tag mit HIV. 42 Prozent der Infektionen passieren nach hetereosexuellen Kontakten, 38 nach homosexuellen und 16 intravenös, also durch Nadeln. Bei vier Prozent ist der Grund unbekannt.

Grafik_hiv.jpg APA

Höhere Sensibilität für HIV

Diese Zahlen kann Florian Friedrich von der Aidshilfe Salzburg mit seiner eigenen Erfahrung untermauern: "Mein Eindruck ist, dass die Sensibilität für das Thema in der Schwulenszene höher ist. Schwule und bisexuelle Männer lassen sich auch eher und regelmäßiger auf HIV testen." Bei der Aidshilfe beobachtet man auch, dass die Infektion bei hetereosexuellen Personen oft erst nach fünf bis sieben Jahren diagnostiziert wird. "Das Virus wird meistens von jenen Menschen übertragen, die nicht wissen, dass sie es haben", erklärt Friedrich gegenüber SALZBURG24. Deshalb müsse man bei der Betrachtung der Zahlen auch zwischen Neuinfektionen und Neudiagnosen unterscheiden, zeigt Friedrich auf: Diese seien nicht immer deckungsgleich.

Neudiagnosen in Salzburg steigen

Betrachtet man die Zahl der Neudiagnosen in Salzburg seit 2008 ist eines auffällig: Sie steigen stetig. Waren es 2008 gerade einmal 14 Menschen, bei denen der HI-Virus festgestellt wurde, sind es 2017 bereits 40. 2018 wurden bis November 32 Neudiagnosen erfasst. Die Gründe für den Anstieg sind vielfältig und lassen sich nicht auf eine Ursache festnageln. Zum einen könnte es daran liegen, dass die Menschen weniger Angst vor HIV haben und deshalb unvorsichtiger werden. Der Anstieg könnte aber auch mit einer gesteigerten Sensibilität und mehr getesteten Menschen zu tun haben.

 

Friedrich: "Es wird weniger verhütet"

Eines lasse sich aber fix sagen: "In den 90er-Jahren wurde sicher mehr verhütet als jetzt. Das merken wir vor allem auch durch einen Anstieg von anderen Geschlechtskrankheiten, vor allem HPV und Chlamydien, insbesondere bei Jugendlichen", betont Friedrich. Bei den HP-Viren handelt es sich "humane Papillomviren" die zu Warzen, im schlimmsten Fall zu Gebärmutterhalskrebs führen können. Chlamydien können ohne Behandlung unfruchtbar machen.

Weniger Angst beim Sex

Das zeige einerseits, dass die Menschen weniger Angst beim Sex hätten, was gut sei, andererseits steigt damit natürlich die Verbreitung von Geschlechtskrankheiten wieder an, erläutert Friedrich. Grundsätzlich sei der Anstieg der Neudiagnosen aber nichts ungewöhnliches. "Das befindet sich alles innerhalb der Schwankungsbreite der letzten Jahre und sticht nicht besonders hervor", sagt Friedrich abschließend.

Beratung und kostenlose HIV-Tests finden Betroffene und Interessierte bei der Aidshilfe Salzburg. Lob für deren Arbeit kommt aus der Politik. "Durch den medizinischen Fortschritt ist AIDS heute eine sehr gut behandelbare Krankheit. Umso wichtiger ist, dass auf die Prävention nicht vergessen wird. Die Aidshilfe ist hierfür ein wichtiger Garant", betont Sebastian Huber (NEOS), zweiter Landtagspräsident.

(Quelle: SALZBURG24)

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