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Offizier übernimmt

Das ist Salzburgs neuer Corona-Krisenmanager

Peter Schinnerl startet am 1. Jänner

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Generalstabsoffizier Oberst Peter Schinnerl übernimmt in Salzburg am 1. Jänner das Corona-Krisenmanagement. 

In Salzburg übernimmt mit 1. Jänner Oberst Peter Schinnerl das Corona-Krisenmanagement. Der Tennengauer und Generalstabsoffizier des Bundesheeres hat mit der anstehenden Omikron-Variante eine große Aufgabe vor sich. Wir haben nachgefragt, welche Pläne er für das Bundesland hat.

Schinnerl wird als Corona-Krisenmanager zentraler Ansprechpartner für interne und externe Partner sein. Seine Hauptaufgabe wird das Erstellen eines tagesaktuellen Lagebilds für Salzburg sein und der Politik eine Grundlage für Entscheidungen zu liefern. Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) hat den Generalstabsoffizier bei einer Pressekonferenz am Montag erstmals vorgestellt.

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Generalstabsoffizier Oberst Peter Schinnerl übernimmt in Salzburg am 1. Jänner das Corona-Krisenmanagement. 

Salzburg bekommt Soldat als Covid-Manager

Das Bundesland Salzburg stellt sich in der Bekämpfung der Pandemie neu auf und setzt auf die Unterstützung eines Militärs. Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) stellte am Montagnachmittag den …

SALZBURG24: Herr Schinnerl, was kann ein Offizier im Kampf gegen Corona besser als ein Zivilist?

Peter Schinnerl: Ich bin kein besser Arzt, Manager oder Wissenschafter. Ich bin geprägt durch meine Ausbildung. Das heißt, es wird eine Lagebeurteilung durchgeführt und eingeschätzt, wie sich eine Situation verändern wird. Darauf basierend wird dann eine entsprechende Herangehensweise erstellt.

Wie lässt sich militärische Strategie in der Pandemiebekämpfung umsetzen?

Das wichtigste ist wohl ein ganz strukturiertes Verfahren. Experten-Berichte und Meldungen aus den Abteilungen – all das läuft bei mir zusammen und darauf basierend wird eine Entscheidungsempfehlung an die Politik erstellt. Es geht also darum, Komplexität zu minimieren und zu vereinfachen.

Sie übernehmen das Corona-Krisenmanagement mit 1. Jänner. Welche Aufgabenbereiche haben Sie dann über?

Formal übernehme ich am 1. Jänner, derzeit bin ich gerade dabei, mir ein Bild zu verschaffen. Es geht darum, für alle Bereiche eine zentrale Anlaufstelle zu sein. Sowohl intern, also etwa die Behörden im Land, aber auch für externe Partner wie Labors oder Einsatzorganisationen. Zudem bin ich Ansprechpartner für den Bund, der sich mit der "Gecko" gerade selbst neu aufgestellt hat. Auch die Bereiche Testen, Impfen und Contact Tracing liegen bei mir, natürlich nur in Zusammenarbeit mit Spezialisten. Kleinere operative Entscheidungen wie beispielsweise das Aufstocken von Testkapazitäten werde ich dabei selbst treffen können, einen Lockdown verhängt aber weiterhin die Politik. Ich arbeite schließlich für den Landeshauptmann.

Wo gibt es im Kampf gegen die Pandemie am meisten zu tun?

Eine große Herausforderung ist die Testung, gerade das niederschwellige Anbieten von PCR-Tests. Zudem müssen wir ein Ergebnis in 24 Stunden ermöglichen, hier gab es zuletzt Probleme. Die Abläufe müssen so optimiert werden, dass sie auch bei Spitzenbedarf, wie das im November der Fall war, noch funktionieren.

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Novogenia wertet für das Land Salzburg die PCR-Tests aus.

Novogenia stößt an seine Grenzen

Viele Salzburger warten derzeit oft vergeblich auf ihr Ergebnis eines PCR-Tests. Grund dafür sei die Überlastung des auswertenden Labors Novogenia aus Eugendorf (Flachgau).

Wie wollen Sie Omikron in Salzburg begegnen, gibt es hier schon Überlegungen?

Es gibt selbstverständlich Überlegungen, das ist ja derzeit die große Aufgabe. Hier kann ich aber nicht vorgreifen.

Bei der bevorstehenden Omikron-Welle rechnen die Krisenstäbe auch mit Ausfällen in den eigenen Reihen. Wie wollen Sie darauf reagieren?

Ja, darauf müssen wir uns einstellen. Gewisse Vorhersagen gehen davon aus, dass wir bei vielen Positiv-Getesteten und K1-Personen ein veritables Problem haben können. Hier brauchen wir die Wissenschaft, um Regeln erstellen zu können, wie lange etwa eine geboostete Person in Quarantäne bleiben muss. Noch ist man hier sehr vorsichtig. Das muss man sich dann aber noch anschauen.

Wie steht es hier um die kritische Infrastruktur?

Die Betriebe der kritischen Infrastruktur werden in zwei Teams arbeiten müssen, wie das etwa schon im ersten Lockdown der Fall war. Wichtig ist die Vorbereitung, sodass, wenn es so weit ist, die Umsetzung auch funktioniert. Dazu muss man die Situation auch früh genug erkennen können.

In Portugal wurde die Impfkampagne militärisch organisiert und damit sehr gute Ergebnisse erzielt. Glauben Sie, dass das auch in Salzburg gelingen kann?

Das darf man nicht überbewerten, jedes Land funktioniert anders. Wir haben eine andere Situation mit viel Angst und Kritik. Wir setzen hier grundsätzlich auf Überzeugungsarbeit und Aufklärung. Mit Befehl und Gehorsam wird uns das nicht gelingen. Die Impfung ist aktuell unser einziges Mittel im Kampf gegen die Pandemie. Den Spalt in der Gesellschaft können wir nur gemeinsam überwinden.

Herr Schinnerl, vielen Dank für das Gespräch.

Tennengauer wird Corona-Krisenmanager

Peter Schinnerl lebt in Adnet (Tennengau) und ist dort auch aufgewachsen. 2008 ging er zu den Luftstreitkräften des Bundesheeres und war dort auch als Einsatzführer tätig. Zuletzt war der Tennengauer im Kabinett von Verteidigungsministern Klaudia Tanner (ÖVP), für seine Funktion als Corona-Krisenmanager in Salzburg wird er für ein Jahr freigestellt. Danach kehrt Schinnerl wieder in das Kabinett Tanner zurück.

(Quelle: SALZBURG24)

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