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Stau-Chaos schreckt ab

Baustelle auf A10 könnte dem Pongau Hälfte der Tagesskigäste kosten

Seilbahnsprecher Erich Egger fordert Baustopp im Winter

Zwei bis vier Stunden Verzögerung brachten die Tunnelsanierungen auf der Tauernautobahn im Pongau am vergangenen Wochenende. Salzburgs Seilbahnsprecher Erich Egger befürchtet noch viel mehr Verzögerungen, wenn erst die Skisaison einsetzt und fordert daher einen Winter-Baustopp.

Was sich am Wochenende im Baustellenbereich auf der Tauernautobahn (A10) abgespielt hat, hat man bei der Planung so wohl nicht erwartet. Bis zu vier Stunden Zeitverlust mussten Verkehrsteilnehmende durch die Sanierung der fünf Tunnel im Pongau hinnehmen. Und das, obwohl der größte Reiseverkehr eigentlich bereits zu Ende ist. Beim Blick auf die anstehende Skisaison schlagen Touristiker:innen bereits die Hände vor dem Gesicht zusammen. Daher fordert der Sprecher der Salzburger Seilbahnen, Erich Egger, im Gespräch mit SALZBURG24 einen Baustopp im Winter.

Seilbahnen befürchten massive Einbußen

Die stärkste Reisezeit – Juni und Juli – hat die Asfinag abgewartet, ehe sie mit den Arbeiten der sanierungsbedürftigen Tunnelkette begonnen hat. Im Bundesland Salzburg gebe es jedoch noch eine zweite große Reisewelle. „Die Zahlen der Verkehrszählung zeigen, dass der Februar nur ganz knapp hinter den Sommermonaten liegt“, gibt Egger zu bedenken. Die Verkehrsbehinderungen könnten in dieser Zeit daher enorm ausfallen. Der Seilbahnsprecher befürchtet, dass seine Branche bzw. der Tourismus im Innergebirg mit Einbußen zu rechnen hätte. „Am stärksten davon betroffen ist sicherlich der Pongau, aber auch der Tennengau und Lungau“. Das Skigebiet Zauchensee sei so stark von Tagesgästen abhängig, dass laut Eggers Schätzungen ein Drittel oder gar die Hälfte davon ausbleiben könnten.

 

Und das nicht nur in den beiden Wintern, die in die Bauzeit fallen. „Die Schäden für die nächsten Winter wären verheerend. Wenn der Gast bei der Anreise zwei Stunden im Stau steht, überlegt er sich, ob er nächstes Jahr wieder kommt“. Man hätte schon einmal viele Gäste an die Skigebiete in Südtirol verloren. Das wolle man diesmal unbedingt verhindern.

„Kein Plan B“ für Tunnelsanierung auf A10

Besonders sauer stößt Egger auf, dass die Asfinag die Befürchtungen der Wirtschaft nicht ernst genommen hätte. „Als wir unsere Bedenken bei dem Infoabend geäußert haben, war alles schon beschlossene Sache“. Selbst die Einwände der Bürgermeister der betroffenen Gemeinden, hätten kein Gehör gefunden, wie S24 aus erster Hand erfuhr. „Ich verstehe nicht, warum es keinen Plan B gab. Das grenzt an Fahrlässigkeit“, ärgert sich Egger und befürchtet, dass sich das Verkehrschaos auf das Deutsche Eck ausweitet bzw. verschiebt. Als neuralgische Stelle sieht der 63-Jährige das bayerische Schneizelreuth.

Steigen Wintergäste auf Züge um?

Das bringt natürlich den öffentlichen Verkehr auf den Plan. Die Frage ist, ob die Skifahrer:innen alternativ auf Bus und Bahn umsteigen möchten und werden. Daran zweifelt der Seilbahner aus Zell am See. Das liege in erster Linie an einem logistischen Problem. „Manche Dinge lassen sich einfach nicht von heute auf morgen realisieren. Ich glaube nicht, dass die ÖBB überhaupt so viele extra Züge verfügbar hat“. Den Ausbau von P&R-Parkplätzen helfe nur bedingt, da Busse und Fahrgemeinschaften ebenfalls im Stau stehen würden.

 

„Da muss man auch die Politik hinterfragen“, versteht Egger nicht, warum man die Tunnelsanierungen nicht schon früher und einzeln durchgeführt hat. Im Zuge von Arbeiten an verschiedenen Teilstücken wäre das aus seiner Sicht möglich gewesen. „Man wird ja schon vor drei Jahren gesehen haben, dass hier Gefahr in Verzug ist“.

Bei allem Ärger hat der Branchensprecher durchaus Verständnis, dass die Sanierungen gemacht werden müssen, „aber nicht alle Tunnel auf einmal“. Laut Asfinag würde sich die Bauzeit allerdings so von zwei auf fünf Jahre verlängern.

 

So richtig glücklich scheint offenbar niemand mit der aktuellen Lösung zu sein. Fest steht, dass die Arbeiten dringend notwendig waren. Nach dem ersten Blick auf das Ausmaß der Verkehrsbehinderungen entlang der A10 haben Asfinag und Politik schon einen Gipfel angekündigt, um einen Plan B auszuarbeiten. Dort wird wohl auch die Frage im Raum stehen: Warum erst jetzt?

(Quelle: SALZBURG24)

Aufgerufen am 02.10.2023 um 01:20 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/pongau/tunnelsanierung-auf-a10-seilbahnen-befuerchten-massive-verluste-145476652

Kommentare

GrafDracula

aber das tägliche leben mit pendeln, besorgungen, etc. wär egal… hauptsache zur schipiste kommt man ohne probleme. dass in den autobahnnahe gelegenen orten der verkehr sogar IM ort stockt, ist hier egal?! hier gehört wohl eine ganzheitliche lösung her!

Abcd5020

Mei da jammern sie wieder, die Ärmsten der Armen.

Thomas

Bei den zu erwartenden Liftpreisen werde ich sowieso nicht mehr als ein oder zweimal fahren. Meine Kinder interessiert es auch nicht mehr.

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