Jetzt Live
Startseite Stadt
Besucherandrang

Gaisberg-Koordinator fordert Pkw-Verbot

Debatte um Salzburger Hausberg

gaisberg_ors20160315036.jpg Neumayr/Archiv
Rund 1,2 Millionen Menschen besuchen jährlich den Salzburger Gaisberg.

Der Gaisberg ist ein beliebtes Ausflugsziel der Salzburger: Etwa 1,2 Millionen Menschen besuchen jährlich den Gaisberg. Rund 650.000 davon erreichen den Gipfel mit dem Auto. Gaisberg-Koordinator Winfried Herbst spricht sich deshalb für ein Verbot des Individualverkehrs aus und erklärt, welche Variante einer Bahn er für die richtige hält.

Salzburg

"Der Großteil der Besucher gibt an, dass der größte Störfaktor, den sie im Erholungsgebiet erleben, das Auto ist", so Winfried Herbst, Gaisberg-Koordinator der Stadt Salzburg im Gespräch mit SALZBURG24. Das seien zum einen geparkte Autos, welche die Landschaft ästhetisch beeinträchtigen, als auch der Lärm, der sich entlang der Straße ausbreitet.

Gaisberg: Maut und autofreie Tage?

Die Lage habe sich in den vergangenen Jahren zusätzlich durch immer mehr Radfahrer verschärft, die auf den Gaisberg fahren. "Die Situation ist schon seit vielen Jahren so. Wir haben bereits versucht, einen autofreien Tag pro Monat einzurichten. Das hat aber nur ein oder zwei Mal funktioniert", so Herbst weiter. Auch Pläne, für die Gaisberg Landesstraße eine Maut einzurichten, wurden wieder verworfen.

Kürzere Bus-Intervalle an starken Besuchertagen

Herbst spricht sich deshalb für kürzere Bus-Intervalle aus: "Gerade in den zuvor bekannten kritischen Jahreszeiten wie dem Spätherbst oder Spätwinter sollen die Busse im 15-Minuten-Takt geführt und die Straße für den Individualverkehr gesperrt werden." Dabei müsse aber auch darauf geachtet werden, dass die Busse für Familien erschwinglich bleiben und genügend Platz zur Mitnahme von Kinderwägen oder Schlitten bieten.

Wichtig sei laut Herbst, dass Stadt und Land den Besucherandrang auf den Salzburger Hausberg zum Thema machen. "Es ist ein hervorragendes Naherholungsgebiet, um das uns viele andere Regionen beneiden. Und das sollen wir auch so nutzen, dass die Konkurrenz bei den Nutzungen möglichst niedrig ist", so der Gaisberg-Koordinator.

Bahn auf Gaisberg: Herbst präferiert Schüler-Variante

Skeptisch äußerst sich Winfried Herbst bezüglich einer Bahn oder einem Sessellift, die von Guggenthal aus auf den Gaisberg führt, wie ein Vorschlag vor einigen Jahren vorsah: "Da würde man viele Menschen, auf den Gipfel bringen. Und der Gipfel ist einfach zu klein, um so einen Andrang aushalten zu können." Schützenswerte Biotope würden darunter leiden. Herbst bevorzugt daher eine Variante, die von Schülern aus Hallein entwickelt wurde: Sie sehen eine Bahn vor, die von Salzburg-Süd aus auf den Gaisberg führt und einen Zwischenhalt bei der Zistelalm einlegt. "Somit ergäbe sich für viele die Möglichkeit, das Gaisberg-Wandergebiet besser zu nutzen und der Druck auf die Natur wäre weniger konzentriert", gibt Herbst weiter an.

NEOS kündigen Machbarkeitsstudie an

Nun ist die Politik am Zug. NEOS-Gemeinderat Lukas Rößhuber kündigte bereits an, eine Machbarkeitsstudie für eine Bahn oder Lift auf den Gaisberg in Auftrag geben zu wollen.

(Quelle: SALZBURG24)

Aufgerufen am 18.05.2021 um 10:09 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/stadt/besucherandrang-gaisberg-koordinator-fordert-pkw-verbot-81942190

Kommentare

Mehr zum Thema