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Ursache noch unklar

Zwölf Stunden lodern Flammen beim Salzburger Schlachthof

Bevölkerung vor Ammoniak-Austritt gewarnt

Ein Großbrand ist in der Nacht auf Sonntag im Schlachthof in der Stadt Salzburg ausgebrochen. Gegen 13 Uhr konnte "Brand aus" gegeben werden. Der Einsatz war damit aber noch nicht beendet.

Salzburg

Gegen zwei Uhr früh ist in der Nacht auf Sonntag im Betriebsgebäude des Schlachthofs an der Grenze zu Bergheim (Flachgau) aus noch unbekannter Ursache ein Feuer ausgebrochen. Der Brand breitete sich rasch aus, die Flammen waren in den Nachtstunden weit zu sehen. Auch in der Früh gab es zeitweise noch große Rauchentwicklung. Im Einsatz standen zwischenzeitlich rund 90 freiwillige Floriani, aber auch 30 Kräfte der Berufsfeuerwehr der Stadt Salzburg.

 

Wasser aus Fischach

Neben den Feuerwehr-Kränen stand eine Drehleiter und eine Teleskop-Anlage mit Wasserwerfer in Betrieb. Gearbeitet werden musste teils mit schwerem Atemschutz. Aufgrund der Wasserknappheit vor Ort mussten Leitungen auch an die Fischach gelegt werden, um von dort Wasser zu entnehmen.

+++Großbrand+++ Um 1:56 Uhr wurde der LZ Gnigl zu einem Gebäudebrand alarmiert. Gemeinsam mit der BF Salzburg & der...

Gepostet von FF Stadt Salzburg - LZ Gnigl am Sonntag, 4. September 2022

Feuerwehr öffnet Schlachthof-Dach

Wie Reinhold Ortler, Chef der Salzburger Berufsfeuerwehr, am Sonntagmorgen kurz vor 8 Uhr auf Anfrage von SALZBURG24 schilderte, mussten die Einsatzkräfte die Blechbahnen des Dachs mit Hilfe eines Krans öffnen und die darunterliegende brennende Unterkonstruktion ablöschen. Die Dachfläche erstreckt sich laut dem Feuerwehrchef auf rund 6.000 Quadratmeter. "Der Fokus liegt darauf, die Kälteanlagen, die mit Ammoniakgas betrieben werden, nicht weiter zu schädigen", erklärte er.

"Einen Austritt des giftigen Reizgases, das auch brennbar ist, konnten wir so verhindern", sagte Ortler. Dieser zwar zwischenzeitlich befürchtet worden. In den drei Anlagen befänden sich rund 120 Kilo verflüssigtes Ammoniak, teilte die Stadt Salzburg am Vormittag in einer Aussendung mit. Das sei zum Glück eine überschaubare Menge. Ammoniak ist ein stechend riechendes, giftiges Reizgas, das erstickend wirken kann. Es reagiert mit Luftschadstoffen und bildet Feinstaub. Sowohl das Gas selbst als auch die gebildeten Feinstaubpartikel sind gesundheitsgefährdend und schädigen Pflanzen und Umwelt.

Bevölkerung sollte Fenster schließen

In der Früh habe man die umliegende Bevölkerung auch der Salzburger Nachbargemeinden mit Lautsprecherdurchsagen vorsorglich informiert, die Fenster geschlossen zu halten, berichtete Abteilungsvorstand Michael Haybäck, Leiter der Bezirksverwaltungsbehörde. Der Wind blies zudem den massiven Rauch nach Norden Richtung Siggerwiesen, also über weniger bewohntes Gebiet. Die Einsatzstelle wurde dennoch weiträumig abgesperrt. "Die Warnung, die Fenster zu schließen, gilt aber für alle Bewohner in der Umgebung und auch für Autofahrer", betonte Polizeisprecherin Irene Stauffer am Vormittag gegenüber SALZBURG24.

Am frühen Nachmittag konnte schließlich Entwarnung gegeben werden. Von der Ammoniak-Kühlanlage am Dach gehe keine Gefahr mehr für die Bevölkerung aus, hieß es kurz nach 14 Uhr in einer Stadt-Aussendung. "Die von uns durchgeführten Kühlmaßnahmen haben gewirkt. Der Druck in den Leitungen ist zurückgegangen. Es besteht keine Gefahr mehr", verlautete Branddirektor Ortler darin.

"Brand aus" nach knapp zwölf Stunden

Auch das Feuer ist mittlerweile gelöscht. Um 13 Uhr konnte "Brand aus" gegeben werden. "Wir führen jetzt noch die nötigen Nachlöscharbeiten durch und installieren eine Brandwache", so Ortler. Um 14 Uhr begann die Ermittlung der Brandursache durch einen Brandsachverständigen und das Landeskriminalamt. Über die Höhe des entstandenen Sachschadens kann derzeit noch nichts gesagt werden.

(Quelle: SALZBURG24)

Aufgerufen am 03.10.2022 um 02:51 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/stadt/feuer-im-salzburger-schlachthof-sorgt-fuer-grosseinsatz-126552271

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