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Nach sieben Wochen

Fiaker wieder in der Mozartstadt unterwegs

Kutschenfahrer hoffen auf heimische Gäste

Fiaker Salzburg APA/BARBARA GINDL
Seit Montag stehen wieder Fiaker am Residenzplatz.

Seit Montag dürfen die Fiaker in der Salzburger Altstadt nach siebenwöchiger Pause wieder ihre Runden drehen. Doch das Geschäft läuft derzeit nicht wirklich im Galopp. Nach zwei Tagen verbuchte Franz Winter, Branchensprecher und selbst Fiaker, nur eine einzige Fahrt. Doch die Fuhrleute bleiben optimistisch.

Salzburg

Üblicherweise stehen am Residenzplatz 14 Kutschen der fünf städtischen Fiaker-Unternehmen für Einheimische und Touristen zur Abfahrt bereit, jetzt sind es sieben. "Wir haben unser Aufgebot derzeit halbiert, damit jeder die Chance hat, wenigstens ein kleines Geschäft zu machen", erklärt Winter am Mittwoch im Gespräch mit SALZBURG24. Der Kutscher trägt nun eine Maske, nach jeder Fahrt wird desinfiziert. Der beliebte Platz direkt am Kutschbock muss noch leer bleiben. "Da würde der vorgeschriebene Sicherheitsabstand nicht eingehalten", erklärt Winter.

Fiaker auf Tourismus angewiesen

Die Nachfrage nach Kutschenfahrten sei erwartungsgemäß gering. Die Branche ist zu einem großen Teil von Touristen abhängig. Diese bleiben corona-bedingt aber aus. Auch die Lokale, die üblicherweise Gäste anlocken, haben noch geschlossen.

 

Seine bisherigen Verluste beziffert der Unternehmer auf 50.000 bis 60.000 Euro. Er habe in Zusammenhang mit großen Veranstaltungen Stornierungen bis in den Herbst hinein zu verbuchen. Die Stimmung unter den Salzburger Fiakern beschreibt der Branchenobmann dennoch als optimistisch. "Wir werden weitermachen. Die Fiaker gehören einfach zum touristischen Angebot der Stadt Salzburg dazu", zeigt Winter sich positiv gestimmt. "Doch irgendwann gehen uns die Reserven aus", gibt er zu bedenken.

Alleine die Kosten fürs Heu belaufen sich für seine 15 Pferde auf über 1.000 Euro pro Monat. Kraftfutter, Äpfel und Co sowie Kosten für das Personal, den Tierarzt, den Betrieb seien da noch bei weitem nicht mit eingerechnet.

"Pferde kennen sich überhaupt nicht aus"

Aber nicht nur für die Unternehmer, sondern auch für die Tiere sei die Zeit eine besondere Herausforderung. "Die Pferde sind es gewohnt, dass sie regelmäßig bewegt werden. Sie kennen sich derzeit überhaupt nicht aus", erklärt er. Nun würden sie viel Zeit auf der Koppel an der Moosstraße verbringen. Alle zwei Tage gibt es für jedes Pferd eine einstündige Ausfahrt mit der Kutsche. "Man merkt schon, wenn man sich ihnen mit dem Geschirr nähert, wie die Vorfreude steigt", so der Fiaker.

Brav sind die zwei und wir haben einen schönen Ausblick auf den Untersberg ! #fiaker #fiakersalzburg #fiakerfamiliewinter #ausfahrt #pferdebewegung #untersberg #untersbergblick #pferdebewegung #haflinger #haflingerofinstagram #haflingerpower #salzburg #salzburgeeland #visitsalzburg #haflingerhorses #zeitvertreib #beschäftigungstherapie @fiaker_salzburg www.fiaker-salzburg.at

Gepostet von Fiaker Salzburg - Familie Winter - Fiaker seit 1924 am Freitag, 1. Mai 2020

Franz Winter, der im Jahr 1996 den Familienbetrieb übernommen hat, hofft nun auf einheimische Ausflügler an den Wochenenden. Denn gerade jetzt gebe es die Chance, die eigene Stadt einmal von einer anderen Seite erkunden zu können. So ruhig wird man sie wohl selten wieder zu sehen bekommen.

(Quelle: SALZBURG24)

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