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Wahrzeichen zerbröckelt

Franziskaner brauchen 1,2 Millionen Euro

Orden sammelt Spenden

Seit 17. September ist die dringend notwendige Generalsanierung des 520 Jahre alten Turms der Salzburger Franziskanerkirche im Gange, in drei Jahren soll sie abgeschlossen sein. 1,2 Millionen Euro müssen die Franziskaner dafür aufwenden. Geld, das der Bettelorden jedoch nicht hat. Die acht Ordensbrüder hoffen auf Spenden und Unterstützung von Stadt, Land und Bund.

Die Franziskanerkirche zählt zu den ältesten Kirchen Salzburgs. Das Gotteshaus ist auf einer frühchristlichen Gebetsstätte errichtet und wurde nachweislich bereits im 8. Jahrhundert zum ersten Mal restauriert. Rund 1.250 Jahre und einen Neuaufbau später bröckelt im Herbst vergangenen Jahres Gestein vom 87 Meter hohen Kirchturm, der seit rund 520 Jahren die Stadt Salzburg überragt.

Massive Schäden an Steinfassade

Begutachtungen ergaben massive Schäden an allen vier Seiten, die teilweise durch die letzte Sanierung vor 30 Jahren und der damals verwendeten Materialien verursacht wurden. Undichte Stellen wurden kurzerhand mit Beton überzogen. Das wiederum führte dazu, dass der darunterliegende Naturstein durch Frost und Hitze regelrecht zermürbt wurde, große hohlliegende Bereiche entstanden. „Es ist niemandem einVorwurf zu machen, man wusste es damals einfach nicht besser“, sagt Pater Thomas Hrastnik im Gespräch mit SALZBURG24.

20181022_110809.jpg Franziskanerkloster Salzburg/SALZBURG24/Schuchter

Turmsanierung kostet 1,2 Millionen Euro

Gemeinsam mit seinen sieben Ordensbrüdern versucht er das Geld für die Sanierung zusammenzukratzen. „Wir rechnen nach der neuesten Aufstellung durch Baumeister Hermann Aigner mit Kosten von rund 1,2 Millionen Euro.“ Ein wahrer Kraftakt, denn die Franziskaner leben in einfachen Verhältnissen und verfügen über keine eigenen Mittel. Sie appellieren an die Salzburgerinnen und Salzburger und bitten um Mithilfe bei der Finanzierung der Turmsanierung. Öffentlichkeitsarbeit und eine Reihe an Aktionen und Veranstaltungen, wie etwa ein Gartenfest mit Benefiz-Shopping, standen und stehen dafür auf dem Programm. Die Renovierung des Klosters musste verschoben werden.

Unterstützungs-Zusage bislang nur von der Erdiözese

250.000 Euro wurde den Franziskanern bereits von der Erzdiözese zugesagt, in etwa die gleiche Summe erhoffe man sich vom Denkmalamt und auf die Antworten der Anfragen bei Stadt, Land und Bund warte man derzeit noch, schildert Pater Thomas. Es liege aber in der Natur des Ordens, dass man auch hier zuversichtlich sei. „Denn die Franziskanerkirche ist nicht nur eine alte Stadtpfarrkirche und ehemalige Seelsorgekirche, sie ist ein Wahrzeichen von Salzburg und für mich persönlich Außen wie Innen ein Juwel“, sagt Pater Thomas. Ein Juwel, das die Salzburger offenbar zu schätzen wissen. Denn bei den drei täglichen Gottesdiensten sei die Kirche immer gut gefüllt, weiß der Pater – auch wenn der Turm verhüllt bleibt und die zehn Kirchenglocken noch bis zum Jahr 2020 schweigen müssen.

franziskanerkirchturm_1866.jpg Franziskanerkloster Salzburg
Turm der Franziskanerkirche

Franziskaner bitten Salzburger um Mithilfe

Wenn auch du für die dringend notwendige Sanierung des Turms der Franziskanerkirchen spenden möchtest, gibt es mehrere Möglichkeiten:

1. Direktspende auf das Klosterkonto:

Franziskanerkloster Salzburg
IBAN: AT37 2040 4000 4050 8434
BIC: SBGSAT2SXXX

Kennwort: "Kirchturm"
(keine steuerliche Absetzbarkeit der Spende möglich)

2. Spende über das Bundesdenkmal (BDA):

Ihre Spende für die Turmsanierung der Salzburger Franziskanerkirche über das Bundesdenkmalamt wird automatisch von der Steuer abgesetzt:

Überweisung auf das Konto

Bundesdenkmalamt 1010 Wien
IBAN: AT07 0100 0000 0503 1050

Angabe vonVorname, Zuname und Geburtsdatum, sowie Adresse(laut Meldezettel).
Ein "J" (für "Ja) als Zustimmung der Weitergabe der Spenderdaten an uns Franziskaner.
Wichtig: Angabe des AktionscodesA115, damit ihre Spende vom BDA für den Turm der Salzburger Franziskanerkirche verwendet wird.

3. Erlagscheine:

Diese liegen in der Franziskanerkirche auf, ebenso können Interessierte sich dort das Modell des Turmes ansehen.

Geschichte der Franziskanerkirche

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Franziskanerkirche in der Stadt Salzburg

Die Franziskanerkirche ist eine der ältesten Kirchen Salzburgs und gilt heute aufgrund ihrer Vereinigung dreier Baustile als Juwel - Innen wie Außen. Hier wollen wir auf die Geschichte der Kirche zurückblicken.

Sie ist auf einer frühchristlichen Gebetsstätte errichtet. In der ersten Hälfte des 8. Jhd. wird unter Abtbischof Virgil (745-784) die der Muttergottes geweihte Kirche mit dem Namen "Unserer Lieben Frau" nachweislich zum ersten Mal restauriert.

Sie dient zunächst als Tauf- und Synodalkirche. Bis 1139 gehört sie zu St. Peter. Ab diesem Zeitpunkt erhebt man sie auch zur Stadtpfarrkirche, die dem Domkapitel übergeben wird (bis 1635). Von der Marienkirche, die 1167 mit fünf weiteren Kirchen der Stadt niederbrennt, steht heute noch das wiederaufgebaute spätromanische Langhaus. 1408 wird ein Neubau beschlossen, wobei zu einem recht frühen Zeitpunkt eine Beschränkung auf die Neuausführung des Chores angestrebt wird. Der renommierte Baumeister Hans von Burghausen realisiert diese Absicht in einzigartiger Weise. Nach seinem Tod 1432 ist Stephan Krumenauer mit der Bauleitung beauftragt. Die Vollendung dieses Vorhabens wird mit 1452 bis 1461 datiert. Zwischen 1486 und 1498 erfolgt auch der Ausbau des Turms, und der Südtiroler Michael Pacher aus Bruneck erhält den Auftrag für den Hochaltar, an dessen Umsetzung er von 1495 bis zu seinem Tod 1498 arbeitet.

Erst 1635 wird die "Stadtpfarrkirche", die zwischen 1598 bis 1628 auch als Kathedrale gedient hat, endgültig dem Orden übergeben. In diese Anfangszeit (1587 - 1612) fällt auch die erste Barockisierung der Kirche. Im 18. Jahrhundert wird die Barockisierung der Kirche fortgesetzt. Als Höhepunkt krönt Fischer von Erlach 1709/10 die Kirche mit seinem Hochaltar, in dessen Gestaltung er die - seit der Gegenreformation als Gnadenbild verehrte - thronende Muttergottesfigur Michael Pachers einbezieht. Auch die neun Kapellen des Chorumgangs – meist Stiftungen der Erzbischöfe – werden barockisiert. 1719 erfolgt im Kloster der Zubau eines Krankentraktes. Weitere Veränderungen werden mit Ende dieses Jahrhunderts abgeschlossen, sodass das Kloster im Wesentlichen seine heutige Gestalt aufweist.

Aufgerufen am 16.12.2018 um 02:15 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/stadt/wahrzeichen-zerbroeckelt-franziskaner-brauchen-1-2-millionen-euro-59888155

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