Jetzt Live
Startseite Salzburg
Wie geht es bei Öffis weiter?

Keine Übernahme von Salzburg AG-Verkehr

Stadt und Land gründen gemeinsames Planungskomitee

Die Ausgliederung der Verkehrssparte der Salzburg AG an eine eigene Stadt-Land-Gesellschaft ist wohl Geschichte.

14 Monate nachdem Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) Ende Jänner 2020 die Idee aufs Tapet gebracht hatte, hat das mit der Übernahme betraute politische Steuerungsgremium am Freitag dem Vorhaben eine Absage erteilt. Stattdessen soll der Öffentliche Nahverkehr in und um die Stadt Salzburg in eine neue Tochtergesellschaft des Energieversorgers ausgelagert werden.

Hohe Kosten bei Öffi-Betrieb

Wie Mitglieder der zehnköpfigen Steuerungsgruppe der APA berichteten, sollen vor allem die Bewertungen über die Verkehrssparte - Salzburg AG auf der einen, Stadt und Land auf der anderen Seite - um 400 Mio. Euro auseinandergelegen sein. Auch mit den prognostizierten laufenden Kosten für den ÖV-Betrieb dürften die Vertreter der öffentlichen Hand letztlich keine Freude gehabt haben.

Salzburg AG: Ausgliederung weiter möglich

Von einem Scheitern könne dennoch keine Rede sein, sagte ein Sprecher Haslauers am Freitag zur APA. "Der Prozess war immer ergebnisoffen. Die nun gefundene Lösung erscheint uns am sinnvollsten - auch angesichts komplexer steuerrechtlicher Regelungen." Man wolle nun die neue Gesellschaft einmal zwei bis drei Jahre im Echtbetrieb arbeiten lassen und das dann bewerten. "Eine komplette Ausgliederung danach steht für uns nach wie vor im Raum."

Tochtergesellschaft soll Verkehrsbereich übernehmen

Konkret soll der Verkehrsbereich der Salzburg AG ohne die touristischen Einrichtungen (Festungsbahn, Mönchsbergaufzug, Schafbergbahn und Wolfgangseeschifffahrt) in eine eigene Tochtergesellschaft überführt werden. Das betrifft die Salzburger Lokalbahn, die Pinzgauer Lokalbahn, den O-Bus in der Landeshauptstadt und die Beteiligung an der Firma Albus, die den sonstigen Busverkehr in der Stadt abwickelt. Darüber hinaus wird die neue Tochter auch den Güterverkehr auf der Stammstrecke der Salzburger Lokalbahn betreiben.

Planungskomitee soll aufgestellt werden

Bis zum Sommer soll dazu ein Planungskomitee aufgestellt werden. Die neue Gesellschaft soll dann den öffentlichen Verkehr in der Stadt Salzburg und den Umlandgemeinden "erstmals" gemeinsam und aufeinander abgestimmt planen. Ein längst fälliger Schritt, sagen dazu Verkehrsexperten, der durch die geplante Regionalstadtbahn (S-LINK) noch an Bedeutung gewinne. In der S-LINK-Planungsgesellschaft ist die Salzburg AG bereits Partner.

Parteien tragen Lösung mit

Die nun gefundene Lösung wird breit von den politischen Parteien mitgetragen. Der Salzburger Vizebürgermeister Bernhard Auinger (SPÖ) hatte unmittelbar nach Bekanntwerden der ursprünglichen Pläne Haslauers davor gewarnt, Gewinne zu privatisieren und Verluste zu verstaatlichen. Er sprach heute von einer vernünftigen Lösung. "Die Ausgliederung hätte für Stadt und Land enorme Kosten verursacht - ohne dass der Fahrgast auch nur einen Kilometer mehr bekommen hätte", sagte er zur APA. "Die Struktur unter dem Dach der Salzburg AG erlaubt etwa weiter Gegenverrechnungen. Auch die Verlustabgeltung bleibt gültig."

Die Salzburg AG befindet sich im Besitz von Land Salzburg (42,56 Prozent), Stadt Salzburg (31,31 Prozent) und der oberösterreichischen Energie AG (26,13 Prozent).

(Quelle: APA)

Salzburg AG fährt Rekordgewinn ein

Umsatzrückgang aber Rekordgewinn bei der Salzburg AG im Vorjahr
THEMENBILD - ZU APA0395 VOM 13.08.2014 - Der Sitz des Energieunternehmens Salzburg AG am Donnerstag, 14. August 2014, in Salzburg. FOTO: APA/BARBARA GINDL

Die Salzburg AG hat das erste Corona-Jahr wirtschaftlich nicht nur stabil, sondern mit einem Rekordgewinn "überstanden": Der Umsatz ist zwar um 5,6 Prozent auf 1,45 Mrd. Euro gesunken (2019: 1,54 Mrd. Euro), der Gewinn vor Steuern (EBT) aber um knapp 2 Prozent auf 51,2 Mio. Euro gestiegen (2019: 50,3 Mio. Euro) - der höchste Gewinn in der Unternehmensgeschichte.

25,7 Mio. Euro davon werden als Dividende an die Eigentümer Land und Stadt Salzburg sowie Energie AG ausgeschüttet.

Salzburg AG investiert weiter

Am Donnerstag ist dem Aufsichtsrat die Bilanz 2020 vorgelegt worden. Mit 133 Mio. Euro seien im Vorjahr die Investitionen deutlich über der Höhe der Abschreibungen (95 Mio. Euro) gelegen, "es wird also auch in die Substanz des Unternehmens investiert", sagte Aufsichtsrats-Vorsitzender LH Wilfried Haslauer (ÖVP) im anschließenden Pressegespräch.

Corona-Auswirkungen aufs Unternehmen

Am stärksten von der Krise getroffen wurde das Unternehmen in den Sparten Tourismus und Verkehr. In den Obussen ging die Zahl der Fahrgäste um 30 Prozent auf 30,1 Millionen zurück, in der Lokalbahn fiel das Minus mit 39 Prozent auf 3 Millionen Fahrgäste noch stärker aus. Dank der vielen Jahres- und Monatskarten konnte der Umsatz aber trotzdem noch relativ stabil gehalten werden, der Rückgang betrug knapp 9 Prozent auf 57 Mio. Euro. Massiv war der Einbruch im Tourismus-Sektor (Festungsbahn, Mönchsberg-Aufzug, Wolfgangsee-Schifffahrt und Schafbergbahn), hier kam es zu mehr als einer Halbierung des Umsatzes von 18,3 Mio. Euro auf 8,5 Mio. Euro.

Das mit Abstand stärkste Geschäftsfeld der Salzburg AG blieb der Energiesektor. Der Umsatz ging - bedingt durch geringere Abnahmemengen wegen der Pandemie - von 1,17 Mrd. auf 1,08 Mrd. Euro zurück, rund drei Viertel (782 Mio. Euro) davon wurden mit Strom erwirtschaftet. Der Stromverkauf sank von 17.719 Mio. auf 16.314 Mio. Kilowattstunden.

Wenig überraschend konnte das Unternehmen dafür in der Sparte Telekommunikation den Umsatz steigern, und zwar von 54,9 Mio. auf 56,5 Mio. Euro. Mit inzwischen über 110.000 Internet-Kunden hat die Salzburg AG nach eigenen Angaben den Mitbewerber A1 im Bundesland überholt.

Mehr Mitarbeiter eingestellt

Aufgrund der strategischen Neuausrichtung auf mehr Wachstum konnte das Unternehmen trotz Corona-Krise die Zahl der Beschäftigten erhöhen: Ende 2020 zählte die Salzburg AG 2.312 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, um 44 mehr als ein Jahr davor. Und die sind zu einem überwiegenden Teil mit ihrem Arbeitsplatz zufrieden wie aus dem ebenfalls heute vorgestellten Ergebnis einer Mitarbeiterbefragung hervorgeht. 82 Prozent der Beschäftigten sind demnach mit ihrem Job sehr zufrieden, über drei Viertel würden sich wieder für die Salzburg AG als Arbeitgeber entscheiden. Der Rücklauf der Umfrage, die in der zweiten Februarhälfte durchgeführt wurde, betrug beachtliche 62 Prozent.

Vorstandssprecher Leonhard Schitter, der ab heute den Titel Generaldirektor führen darf, nannte als Schwerpunkte für das laufende Jahr den Ausbau in den Bereichen Telekommunikation und erneuerbare Energien. In Summe werden laut Haslauer heuer 221 Mio. Euro investiert, etwas mehr als noch im vergangenen Dezember angekündigt.

Aufgerufen am 19.05.2021 um 05:07 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/verkehrssparte-der-salzburg-ag-wird-in-tochtergesellschaft-ausgegliedert-101612020

Kommentare

Mehr zum Thema