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Wolfgang Fankhauser

Salzburger will den Atlantik durchrudern

Wolfgang Fankhauser – genannt Dewey – will als erster Salzburger den Atlantischen Ozean nur mithilfe eines Ruderbootes überqueren. Der 38-Jährige will es sich auf der Höllen-Tour von rund 4.800 Kilometern nicht nur selbst beweisen, er möchte auch etwas Wohltätiges zurückgeben. Wir haben den wagemutigen Extremsportler zum Interview getroffen.

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Fankhausers Extrem-Projekt startet Mitte Dezember auf der kanarischen Insel La Gomera. Sein Ziel liegt 4.800 Kilometer entfernt auf der Karibikinsel Antigua. Das entspricht etwa 1,5 Millionen Ruderschlägen. 18 Stunden wird täglich gerudert, die restliche Zeit dient der Regeneration in der kleinen Kabine des Bootes.

Salzburger bei Ruder-Challenge

Der 38 Jahre alte Restaurantleiter will beim wohl härtesten Ruderrennen der Welt nicht nur mitmachen, sondern dabei in der Solo-Klasse triumphieren. "Durch meine jahrelange Erfahrung mit und am Wasser, meiner mentalen Stärke, weiß ich, dass ich das Rennen meines Lebens bestreiten und gewinnen kann", erklärt der Salzburger selbstbewusst im S24-Gespräch. Die finanziellen Kosten werden über Sponsoren und Crowdfunding finanziert. Der Reinerlös des Ruderboot-Verkaufs soll nach dem Rennen der Salzburger Kinderkrebshilfe gespendet werden.

SALZBURG24: Dewey, wie kommt man auf so eine verrückte Idee?

Wolfgang 'Dewey' Fankhauser: Vor drei Jahren war ich bei der Talisker Atlantic Challenge auf einem der Begleitboote mit dabei. Schon kurze Zeit später ließ mich der Gedanke nicht mehr los. Ich muss einfach mitmachen und will der Österreicher sein, der dieses extreme Vorhaben schafft. Es haben bisher mehr Menschen den Mount Everest bestiegen, als über den Atlantik gerudert sind. Ich will damit zeigen, dass jeder alles schaffen und sich selbst beweisen kann. 80 Prozent sind bei der Challenge Kopfsache.

Woher kommt bei dir als Salzburger eine solche Verbundenheit zum Meer?

Es ist generell die Liebe zum Wasser. Schon als Kind habe ich am See Windsurfen gelernt. Mit 18 war ich dann jedes zweite Wochenende am Gardasee und später immer wieder am Meer unterwegs. Die Freiheit der Natur und ihre Kräfte geben mir sehr viel zurück.

Wie haben deine Familie und Freunde auf dein Vorhaben reagiert?

Sie haben gefragt, ob ich verrückt bin (lacht). Es ist aber noch niemand bei dem Rennen gestorben. Das Ruderboot ist sogar sicherer als ein Segelboot, weil es eigentlich unsinkbar ist.

Seit wann laufen deine persönlichen Vorbereitungen?

Seit ziemlich genau einem Jahr läuft das Ganzkörper-Training mit einem eigenen Personal Trainer. Vier Mal pro Woche schwitze ich in der Kraftkammer, dazu kommt das Rudertraining in St. Gilgen am Wolfgangsee. Bei dem ganzen Krafttraining darf ich die Kondition aber natürlich nicht vernachlässigen.

Wie lange wirst du ungefähr für die rund 4.800 Kilometer brauchen?

Die Schnellsten haben das Rennen in 29 Tagen geschafft und die Langsamsten kommen nach 90 Tagen ins Ziel. Ich will es in 40 Tagen packen.

Wie schaut deine Konkurrenz aus?

Insgesamt gehen heuer 34 Boote in Zweier- bis Fünfer-Teams an den Start oder sie rudern wie ich alleine über den Atlantik. Mein Einzel-Boot wiegt knapp 700 Kilogramm, hinzukommen weitere 350 Kilo an Ausrüstung und Verpflegung. Das besondere bei der Ruder-Challenge ist, dass es sicher hierbei um ein nachhaltiges Rennen handelt. Das heißt, dass jeder Starter seinen gesamten Müll sammeln muss. Wenn am Ende etwas fehlt, folgt die Disqualifikation. Das finde ich sehr gut.

Was sind die Gefahren?

Verfahren kann man sich dank des Autopiloten nicht. Doch die Wellen im Atlantik können bis zu sechs Meter hoch werden. Nach dem Sonnenaufgang muss ich selbst ins Wasser und die Solarpanels putzen. Dabei ist man aber immer am Boot festgebunden, sonst hast du keine Chance und wirst abgetrieben.

Viel wichtiger ist aber die regelmäßige Nahrungszufuhr. Jeder Ruderer muss täglich 10 Liter Wasser trinken und etwa 5.000 bis 7.000 Kilokalorien (kcal) essen. Schließlich verbrennt man pro Tag rund 5.000 kcal. Jeder Teilnehmer hat aus Sicherheitsgründen Essen für 90 Tage mit dabei. Mit einem Watermaker kann ich Salz- in Süßwasser umwandeln. Außerdem habe ich eine riesige Trinkwasserreserve an Bord.

Welche Kosten kommen auf dich zu?

Das Boot samt Ausrüstung kostet rund 45.000 Euro. Hinzu kommen 6.000 Euro für Essen sowie Kosten in Höhe von jeweils 12.000 Euro für den Transport und 20.500 Euro Startgeld. Am Ende wird das Boot wieder verkauft. Der Erlös sowie alle Gelder, die mich erreichen und über meinen Kosten liegen, spende ich an die Salzburger Kinderkrebshilfe. Mein Ziel sind mindestens 50.000 Euro.

Noch bis Ende des Monats könnt ihr mich HIER unterstützen. Ich freue mich über wirklich jeden Einzelnen, der mit hilft, meinen Traum Stück für Stück zu verwirklichen.

Talisker Atlantic-Challenge Talisker Whisky Atlantic Challenge

Wie können wir dein Rennen verfolgen?

In jedem Boot ist ein GPS-Tracker verbaut. Jeder kann meinen Ruder-Fortschritt live im Internet mitverfolgen. Mit einem Satellitentelefon kann ich außerdem Kontakt zur Rennleitung aufnehmen, falls mir oder dem Boot etwas passieren sollte.

Was tust du eigentlich gegen die Riemen an deinen Händen?

Dagegen kann man nicht wirklich etwas tun (lacht). Normal sind die Hände durch den Abrieb offen. Das Salzwasser macht das dann nicht unbedingt besser. Starke Sunblocker und Hüte helfen gegen die UV-Strahlung. In den verpflichtenden Kursen vor dem Rennstart wurde uns auch geraten, in den Pausen auch mal den Hintern in die Sonne zu legen und wunde Stellen mit Babycreme einzureiben.

Wolfgang Fankhauser, Dewey, Rudern, Talisker Atlantic Challenge FMT-Pictures/FM

Vielen Dank für das Gespräch und alles Gute für dein Vorhaben, Dewie!

(Quelle: SALZBURG24)

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